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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Dezember-Wetter sprengt Rekorde: Extrem-Wert wie seit 1890 nicht – Advent-Szenario steht bevor
2025 reiht sich in die wärmsten Wetterjahre seit 1881 ein, doch der Dezember übertrifft alles. Rekordnächte werfen Fragen auf. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
München – Der Dezember 2025 zeigt sich außergewöhnlich mild und setzt beeindruckende Rekordmarken. Bereits die Nacht auf Montag (8. Dezember) brachte deutschlandweit neue Höchstwerte für diese Jahreszeit, doch die darauf folgende Nacht (9. Dezember) toppte alles. Besonders im Osten und Norden wurden historische Wetter-Rekorde gebrochen.
Rekordwärme in ganz Europa! Die Wetterkarte zeigt die aktuellen Temperaturanomalien: von Spanien bis nach Russland ist es überall deutlich wärmer als normal.
In Dresden wurde mit 12,6 Grad die wärmste Dezembernacht seit 1934 registriert. Bremen erlebte mit 12,0 Grad sogar den höchsten Dezember-Nachtwert seit 1890 – ein Temperaturrekord, der seit 135 Jahren Bestand hatte. Diese Zahlen unterstreichen, wie extrem ungewöhnlich die aktuelle Witterung ist und wie deutlich sich der Trend zu immer wärmeren Wintern fortsetzt.
Wetter in Deutschland: Ein Dezember, der voll aufdreht
Dass das Jahr 2025 mit knapp 10,4 Grad in den Top 10 der wärmsten Jahre seit Beginn der Messreihen landet, überrascht nach diesem Dezember kaum noch. Die anhaltende Wärmephase lässt den Monat in Richtung neuer Rekordwerte marschieren. Schon jetzt deuten viele Indikatoren darauf hin, dass der Dezember im bundesweiten Vergleich deutlich über dem langjährigen Mittel abschneiden wird.
Die Nähe eines kräftigen Atlantiktiefs sorgt kontinuierlich für milde Luftzufuhr, während ein stabiler Westwind die Kaltluft blockiert. Für viele Regionen bedeutet das: ungewöhnlich hohe Temperaturen, extrem milde Nächte und ein Winterstart, der seinen Namen bislang kaum verdient.
Mildphase könnte bis zum 4. Advent anhalten
Meteorologisch gesehen ist derzeit keine nachhaltige Abkühlung in Sicht. Die Modelle sprechen dafür, dass die milde Witterung mindestens bis zum 3. Advent bestehen bleibt, möglicherweise sogar bis zum 4. Advent. Damit würde sich eine der längsten durchgehenden Dezember-Mildphasen der letzten Jahrzehnte fortsetzen.
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten
Auch wenn kleinere Temperaturschwankungen wahrscheinlich sind, bleibt das Gesamtniveau außergewöhnlich hoch. Für viele stellt sich nun die Frage, ob der Winter überhaupt noch einen ernsthaften Anlauf nimmt oder ob 2025 nicht nur als Wärmejahr, sondern auch als einer der mildesten Dezember der Geschichte in Erinnerung bleiben wird. Die Chancen auf weiße Weihnachten schrumpfen.