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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Wetter dreht nun richtig auf, doch große Wende steht bevor
Erst Bodenfrost, dann frühsommerliche Wärme mit bis zu 26 Grad: ein seltener Wetterumschwung sorgt für große Temperaturgegensätze. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Binnen nur zwei Tagen erlebt Deutschland einen markanten Temperaturanstieg, der ungewöhnlich stark ausfällt. Während zuvor unter Hochdruckeinfluss klare Nächte dominieren, kann sich die Luft stark auskühlen. Dadurch sind regional sogar leichter Frost oder Bodenfrost möglich, besonders in windschwachen Regionen. Tagsüber bleibt es zunächst noch verhalten mild.
Doch diese stabile Wetterlage kippt rasch, sobald sich die Großwetterlage umstellt und mildere Luftmassen aus südlichen Richtungen nach Mitteleuropa gelenkt werden. So stellt sich die Wetterlage von Ostersonntag (5. April) auf Dienstag (7. April) deutlich um und die Temperaturen springen in die Höhe.
Vom Wetter-Kaltstart zur Warmluftzufuhr
Der entscheidende Faktor ist die Verlagerung eines Hochdruckgebiets Richtung Osteuropa. Auf dessen Westseite dreht die Strömung auf südliche Richtungen, wodurch deutlich wärmere Luft aus dem Mittelmeerraum nach Deutschland transportiert wird. Diese sogenannte Warmluftadvektion kann die Temperaturen innerhalb kurzer Zeit stark ansteigen lassen.
Unterstützt wird dies durch zunehmende Sonneneinstrahlung im April, die bereits eine hohe Kraft besitzt. So sind innerhalb von 48 Stunden Temperaturanstiege von über 10 Grad keine Seltenheit. Am Dienstag (7. April) könnten dadurch erstmals in diesem Jahr verbreitet Werte um 25 oder sogar 26 Grad erreicht werden.
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten
Solche starken Gegensätze wirken ungewöhnlich, sind im Frühling jedoch durchaus typisch. Die Atmosphäre befindet sich in einer Übergangsphase, in der sowohl winterliche als auch frühsommerliche Luftmassen Einfluss nehmen können. Gerade um Ostern herum sind daher Spätfröste keine Seltenheit.
Auch der schnelle Wechsel zu sehr warmen Temperaturen ist meteorologisch erklärbar und kein außergewöhnliches Extremereignis. Entscheidend ist die dynamische Zirkulation in der Höhe, die diese abrupten Wechsel ermöglicht. Für die Natur bedeutet das allerdings Stress: Während Pflanzen bereits austreiben, kann Frost Schäden verursachen, bevor die plötzliche Wärme das Wachstum stark beschleunigt.