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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Wetter-Modelle zeigen markante Wahrscheinlichkeit: Deutschland droht im April noch ein echter Wintereinbruch
Der März war fast zu mild, das macht viele nun skeptisch. Wenn die Atmosphäre „nachregelt“, kann es im April wieder unangenehm werden. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Wenn man sich die aktuelle Zirkulation anschaut, fällt vor allem eines auf: Sie ist nicht stabil. Nach der ausgeprägten Hochdruckphase im März ist die Frontalzone wieder aktiver geworden, der Jetstream zeigt deutliche Wellen. Und genau in solchen Lagen entstehen die klassischen April-Situationen. Warme und kalte Luftmassen liegen vergleichsweise nah beieinander, kleine Verschiebungen reichen, und schon kippt das Temperaturniveau spürbar.
Dass dabei auch nochmal polare Luft bis nach Mitteleuropa durchgereicht wird, ist nichts Ungewöhnliches. Die Wetter-Ensembles zeigen das ganz gut: Ein Teil der Läufe geht klar in Richtung mild, ein anderer lässt eben diese Kaltluftvorstöße zu. Daraus ergibt sich diese Größenordnung von etwa 30 Prozent für einen markanteren Kälterückfall.
30-Prozent-Risiko für Winter-Rückkehr – wie sich das konkret äußern würde
Was man darunter versteht, sollte man sauber einordnen. Es geht nicht um einen „Winter wie im Januar“, sondern um eine temporäre Rückkopplung in Richtung winterlicher Bedingungen. Tageswerte im einstelligen Bereich, in der Höhe entsprechend kälter, dazu konvektive Schauer – und bei ausreichend kalter Luft kann das eben auch bis in tiefe Lagen als Schnee oder Graupel runterkommen.
Entscheidender Punkt ist die Dauer. Solche Lagen sind meist an mobile Tröge gekoppelt und damit von Natur aus instabil. Zwei, vielleicht drei Tage, dann verschiebt sich die Achse wieder, und mildere Luft setzt sich durch. Genau deshalb wirkt das Ganze so sprunghaft.
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Warum ein nachhaltiger Wintereinbruch eher nicht zu erwarten ist
Der limitierende Faktor ist letztlich die Jahreszeit. Die solare Einstrahlung ist Anfang April bereits deutlich höher als noch im Februar, was sich direkt auf die Energiebilanz am Boden auswirkt. Selbst wenn kalte Luft einfließt, fehlt oft die Voraussetzung für eine nachhaltige Abkühlung der unteren Schichten. Schnee kann fallen, ja – aber liegen bleibt er in den meisten Regionen kaum.
Die Statistik spricht hier eine klare Sprache. Insofern ist diese 30-Prozent-Wahrscheinlichkeit eher ein Hinweis auf kurzfristige Ausschläge als auf eine echte Rückkehr des Winters. Der Grundtrend bleibt frühlingshaft, nur eben mit den typischen Störungen, die man in dieser Jahreszeit erwarten muss.