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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Unsichtbare Gefahr in der Nacht: Tückisches Wetter-Phänomen trifft große Teile Deutschlands

Nach sonnigem Wetter droht plötzlich extremes Glatteis. Gefrierender Regen verwandelt Straßen über Nacht in Eisflächen. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Hamm – Eisregen, auch gefrierender Regen genannt, entsteht, wenn Regen durch eine warme Luftschicht fällt, der Boden jedoch unter dem Gefrierpunkt liegt. Die Regentropfen bleiben zunächst flüssig, gefrieren aber sofort beim Auftreffen auf Straßen, Gehwege, Autos oder Bäume. Innerhalb von Minuten bildet sich eine glatte, durchsichtige Eisschicht. Das Besondere und Gefährliche daran: Eisregen ist kaum sichtbar.

Glatteis-Warnung für den Westen Deutschlands. In der Nacht auf Freitag (23. Januar) wird es regional rutschig.

Straßen wirken nur nass, sind aber extrem rutschig. Gerade nach einem sonnigen Tag rechnet kaum jemand mit solch einer Gefahr, obwohl der Untergrund stark ausgekühlt sein kann. Genau dieser trügerische Eindruck macht Eisregen zu einer der gefährlichsten Wetterlagen im Winter.

Wetter-Warnung: Wo in der Nacht zum Freitag Glatteis droht und wie gefährlich es wird

In der Nacht zum Freitag (23. Januar) kann es in mehreren Teilen Deutschlands kritisch werden. Besonders gefährdet sind Regionen, in denen milde Luft mit Regen auf bodennahe Kaltluft trifft. Dazu zählen häufig westliche Landesteile wie Rheinland-Pfalz, das Saarland, Teile von Nordrhein-Westfalen und Hessen, Mittelgebirge, Beckenlagen sowie Regionen mit nächtlichem Frost.

Auch in Nord- und Süddeutschland kann es lokal zu Glatteis kommen, selbst wenn tagsüber Sonnenschein herrschte. Die Gefahr ist enorm: Bremswege verlängern sich drastisch, Fahrzeuge verlieren schlagartig die Haftung und selbst geringes Tempo kann zu Unfällen führen. Für Fußgänger besteht ein hohes Sturzrisiko, da Gehwege, Treppen und Einfahrten oft nicht rechtzeitig gestreut sind.

Diese Maßnahmen sollte man bei Glatteis-Warnung treffen

Die wichtigste Maßnahme lautet: Vorsicht und Planung. Wenn möglich, sollten Autofahrten in der Nacht und am frühen Freitagmorgen vermieden werden. Ist das nicht möglich, gilt langsames Fahren, großer Abstand und sanftes Bremsen. Winterreifen sind zwingend erforderlich. Fußgänger sollten rutschfestes Schuhwerk tragen und besonders vorsichtig auftreten. Informieren Sie sich regelmäßig über aktuelle Wetterwarnungen und unterschätzen Sie die Lage nicht, auch wenn es harmlos aussieht. Eisregen gehört zu den gefährlichsten Wetterphänomenen – wer vorbereitet ist, reduziert das Risiko deutlich.

Rubriklistenbild: © Wetterdienst Q.met /www.wetterdata.de

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