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Kolumne vom Meteorlogen Dominik Jung

Polarwirbel taumelt schon im November: Warum die frühe Störung das Wetter auf den Kopf stellt

Der Polarwirbel schwächelt ungewöhnlich früh. Das könnte die Winterprognosen gründlich verändern. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Kassel – Der Polarwirbel zeigt in diesem Jahr bereits in der zweiten Novemberhälfte deutliche Anzeichen einer Störung – und das zu einem Zeitpunkt, an dem er normalerweise stabil und geschlossen sein sollte. Eine frühe Abschwächung bedeutet, dass kalte arktische Luftmassen weniger gut eingefangen werden und sich leichter in Richtung Europa und Mitteleuropa verlagern können.

Der Polarwirbel feuert kalte Luftmassen bis zu uns nach Mitteleuropa. Was bedeutet das für den weiteren Winterverlauf?

Genau dieses Wetter-Muster scheint sich nun abzuzeichnen: Die Strukturen in der Atmosphäre deuten auf ein ungewöhnlich dynamisches Wechselspiel aus blockierenden Hochs und tiefreichenden Kaltluftausbrüchen hin. Solche frühen Instabilitäten sind selten und können ein Hinweis darauf sein, dass der Winter turbulenter verläuft als zunächst erwartet.

Dezemberprognosen geraten ins Wanken

Die Modelle waren lange von einem eher durchschnittlichen Start in den Winter ausgegangen. Doch die atmosphärische Entwicklung zwingt inzwischen zu deutlichen Korrekturen. Wenn der Polarwirbel geschwächt bleibt, könnte der Dezember kälter ausfallen als prognostiziert – mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für Schnee, Frostlagen und kurze, aber intensive winterliche Episoden.

Allerdings sind frühe Polarwirbelstörungen keine Garantie für einen dauerhaft harten Winter. Sie erhöhen jedoch die Wahrscheinlichkeit für markante Wetterwechsel und längere Kältephasen, während milde Westlagen es schwerer haben, sich durchzusetzen. Für Meteorologen ist klar: Die Karten für den frühen Winter werden gerade neu gemischt.

Kältewelle und mögliches Schnee-Eis-Event am Wochenende

Schon jetzt zeigt sich, wie unmittelbar die Auswirkungen spürbar sind. Die Temperaturen sollen bis zum Wochenende (22. und 23. November) weiter fallen, über Schneeflächen sind am Samstagmorgen – je nach Region – Werte um minus 15 Grad denkbar, bodennah lokal sogar nahe minus 20 Grad.

Damit startet die kalte Jahreszeit deutlich früher und intensiver, als viele erwartet hatten. Zudem deutet sich zum Ausklang der Woche ein markantes Schnee- und Eisregenereignis aus Westen an. Eine Kombination aus milderer Luft in der Höhe und sehr kalter Bodenluft könnte für gefährliche Glätte sorgen. Dieser Wettermix passt bestens in das Muster einer früh gestörten Arktikzirkulation – und könnte erst der Anfang eines winterlich geprägten Dezembereinstiegs sein.

Rubriklistenbild: © www.meteociel.fr / ICON DWD Modell

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