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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Aktuelle Prognosen zeichnen brisantes Bild: Was Wettermodell nun anzeigt, sieht man selten
Das sonst eher vorsichtige europäische Wettermodell macht für den Juni keine halben Sachen mehr. Selbst erfahrene Fachleute staunen. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Was sich da zusammenbraut, hat es in sich. Schon ab der letzten Maiwoche schießen die Temperaturen drei bis vier Grad über das übliche Niveau, im Westen und Süden örtlich noch höher. Für viele Regionen heißt das: die ersten 30-Grad-Tage des Jahres, mancherorts reiht sich gleich eine ganze Hitzewelle aneinander. Kurze Hose, Freibad, Ventilator – der Sommer kommt mit voller Wucht.
Bemerkenswert ist dabei, wie deutlich sich das sonst eher zurückhaltende europäische Modell so weit im Voraus festlegt. Normalerweise hält sich das Modell mit solchen Aussagen drei Wochen vorher bedeckt. Dass es derart auf heiß und trocken dreht, sieht man selten und lässt aufhorchen.
Die Dürre verschärft sich
Dazu kommt der fehlende Regen, und genau das macht die Lage brisant. In der ersten Junihälfte fällt fast überall viel zu wenig: Gebietsweise summiert sich das Minus auf zwanzig bis fünfzig Liter pro Quadratmeter binnen einer Woche. Die Böden, ohnehin nach einem trockenen Frühjahr ausgezehrt, geben weiter nach. Für Gärten und Felder bedeutet das Gießen am Limit, für die Natur Trockenstress und für die Wälder eine rasch steigende Brandgefahr.
Schon jetzt sind in einigen Regionen die ersten Folgen sichtbar, von gelben Rasenflächen bis zu sinkenden Bachläufen. Wo Hitze und Sonne so lange ungebremst zusammenwirken, breitet sich die Dürre Tag für Tag weiter aus. Vor allem der Süden und Osten bekommen das zu spüren.
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Ein bisschen Hoffnung gibt es: Ab Mitte Juni deuten sich in der Mitte und im Westen vereinzelte Schauer an, das große Defizit bröckelt zumindest dort etwas. Im Süden und Osten aber bleibt es hartnäckig zu trocken.
Und kühler wird es nirgends – bis zum Monatsende liegen die Werte ein bis drei Grad über dem Schnitt, in rund acht von zehn Rechnungen setzt sich dieses warme Muster durch. Wer Urlaub oder Grillabende plant, darf sich freuen, die Gartenbesitzer und Landwirte dagegen brauchen Geduld. Ein durchgreifender Wetterumschwung ist vorerst nicht in Sicht.