Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Segnung homosexueller Paare

Papst Leo widerspricht Kardinal Marx – und verweist auf „berühmt-berüchtigten“ Franziskus-Satz

Der Vatikan widerspricht der deutschen Kirche bei der Segnung homosexueller Paare. Papst Leo XIV. zieht klare Grenzen.

Papst Leo XIV. hat die Diskussion um die Segnung homosexueller Paare in der katholischen Kirche in Deutschland gebremst. Er betonte, dass der Vatikan mit einer weitergehenden Liberalisierung „nicht einverstanden“ sei. Der Papst reagierte auf die Entscheidung von Kardinal Reinhard Marx, dem ehemaligen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, der in seinem Bistum München und Freising die Segnung homosexueller Paare offiziell gestattet hatte.

Papst Leo hat Kardinal Marx im Bezug auf die formelle Segnung homosexueller Paare scharf gekontert. (Collage mit Archivbildern)

Marx‘ Entscheidung basierte auf einer Empfehlung der Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Ende 2023 hatte der verstorbene Papst Franziskus Segnungen unter bestimmten Bedingungen erlaubt. Auf seiner Rückreise von einer ausgedehnten Afrika-Tournee äußerte sich nun Papst Leo zu diesem Thema. In vielen Teilen Afrikas lehnt die Kirche die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften strikt ab.

Papst Leo kontert Kardinal Marx scharf bei Segnung homosexueller Paare

Im Flugzeug erklärte Leo, dass der Vatikan mit den formellen Segnungen homosexueller Paare „nicht einverstanden über das hinaus, was von Papst Franziskus erlaubt wurde, als er gesagt hat, dass alle den Segen erhalten können“. Er fügte hinzu: „Franziskus‘ berühmt-berüchtigte Formulierung „tutti, tutti, tutti“ (“alle, alle, alle“) ist Ausdruck der Überzeugung der katholischen Kirche, dass alle willkommen sind und eingeladen, Jesus zu folgen.“

Einige deutsche Bistümer interpretieren dies anders. Der Münchner Kardinal Marx, der einen guten Draht zu Papst Leo hat, gehört zu den progressiven Stimmen. Auch in Limburg, Trier und Rottenburg-Stuttgart sind Segnungen für homosexuelle Paare möglich. In konservativeren Bistümern wie Köln, Regensburg und Passau wird die Empfehlung der Bischofskonferenz jedoch nicht umgesetzt.

Was das nun für Deutschland und die Segnungen heißt, ist nicht ganz klar. Nach dem Nein von Papst Leo XIV. zu Segensfeiern für homosexuelle Paare in der katholischen Kirche suchen die deutschen Bistümer nach Lösungen. Die Bischöfe würden über das weitere Vorgehen beraten, sagte ein Sprecher der Erzdiözese Bamberg. 

Papst Leo auf Afrika-Reise:

Während seiner längsten Auslandsreise besuchte das Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholiken Algerien, Kamerun, Angola und Äquatorialguinea. Im Juni steht Spanien als nächstes Reiseziel an, wo auch die anhaltende Fluchtbewegung aus Afrika nach Europa thematisiert wird.

Leo, der im Mai des Vorjahres als erster US-amerikanischer Pontifex gewählt wurde, hat durch seine Kritik an US-Präsident Donald Trump in Deutschland an Beliebtheit gewonnen. Dennoch bleibt er in der Frage der Segnung homosexueller Paare bei einer konservativen Haltung.

Franziskus‘ Vorstoß gegenüber der Segnung von homosexuellen Paaren hatte in der katholischen Kirche zu heftigen Diskussionen geführt. Insbesondere in Afrika und in Osteuropa war die Ablehnung mehr als deutlich. Papst Leo versucht seit seinem Amtsantritt die Risse in der Kirche zu kitten. (Verwendete Quellen: dpa)

Rubriklistenbild: © Andrew Medichini/dpa//Felix Hörhager/dpa

Kommentare