Großbaustelle in Trostberg
Beschilderung, Ampel, weniger Stadt-Verkehr: Verlierer und Gewinner der B299-Sanierung
Obacht, Vollsperrung! Vor dieser Erkenntnis stehen Autofahrer, die derzeit rund um Trostberg unterwegs sind. Denn die Sanierungsarbeiten der B299 sind seit knapp drei Wochen in vollem Gange. Obwohl Sackgassen und Umleitungen Herausforderungen mit sich bringen, die Maßnahme hat auch gute Seiten.
Trostberg - Seit 4. August ist dicht: Insgesamt vier Bauphasen umfasst die umfangreiche Sanierungsarbeit an der B299. Davon beeinträchtigt ist nicht nur der Busverkehr. Obwohl das Staatliche Bauamt Trostberg die Bauarbeiten gezielt in die Sommerferien gelegt hat - für viele Autofahrer bedeutet das zeitlichen Mehraufwand und größere Umfahrungen.
Abgeschnittene Lebensmittelläden
Gerade Lebensmittelläden wie Edeka Scherer oder Getränkemarkt Anderl müssen wohl spätestens in der letzten Bauphase, wenn die Sperre vom Vormarkt an der Polizeistation aus startet, damit rechnen, während diesem Zeitraum im September nicht so leicht für die Kunden erreichbar zu sein.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt betroffen sind davon die Geschäfte im Bereich Mögling auf der gegenüberliegenden Seite des TÜV‘s, denn die Strecke von Trostberg aus in Richtung Aubergtunnel ist ab dem Altenmarkter Kreisverkehr komplett gesperrt.
Die Umleitungsrouten sind großflächig ausgeschildert, bedeuten aber auch einen nicht unerheblichen Zeitverlust für Verkehrsteilnehmer, die die Gegend rund um die Stadt regelmäßig passieren. Bestätigen kann das Patrik Pannek, der vor vier Jahren die „Hex‘n Küch“ in der Traunsteiner Straße übernommen hat.
Er weiß: Gerade für den Lkw-Verkehr aus Traunstein kommend bedeutet die Umleitung, mehr Zeit einzuplanen. „Alles, was gerade von Altenmarkt und Traunstein aus in unsere Richtung fährt, muss die großräumige Umfahrung über Rabenden in Kauf nehmen. Unser Bierlieferant aus Traunstein beispielsweise braucht deshalb 20 Minuten länger als gewöhnlich“, sagt Pannek.
Aufgrund der derzeit laufenden Sanierung und den damit einhergehenden Einschränkungen auf den Straßen wurden ihm schon einige Reservierungen in seinem Restaurant wieder gecancelt. Freilich seien Einschränkungen da, das sei im Zuge einer solchen Baustelle unvermeidbar. Pannek kann nachvollziehen, dass die Leute sich dann eben zu einem anderen Zeitpunkt für einen Restaurantbesuch in Trostberg entscheiden.
Er sieht aber auch Vorteile: So sei es in seinem Biergarten und im Ortskern deutlich ruhiger, weil der Schwerlastverkehr wegfalle - wiederum ein Pluspunkt für seine Gäste und die Trostberger.
Der Gastronom schätzt außerdem die gute Aufklärungsarbeit der Behörden, so habe es nicht nur für sein Lokal seitens des Staatlichen Bauamts und der Stadt Gespräche und Informationen gegeben.
Wie lief die erste Hälfte der Arbeiten?
Eine Nachfrage zum Zwischenstand bei Christian Rehm, Behördenleiter des Staatlichen Bauamts Traunstein, zeigt: „Die Arbeiten gehen gut voran und befinden sich im Zeitplan. Sofern die Witterungsverhältnisse keinen negativen Einfluss nehmen, gehen wir derzeit davon aus, dass wir die Baumaßnahmen planmäßig bis zum Ende der Sommerferien zum 13. September abschließen können.“
Seit Beginn der Arbeiten trudelten auch Anregungen und Nachfragen aus der Bevölkerung ein, allerdings nur vereinzelt: „Insbesondere am Beginn der Baumaßnahme wurde leider von einzelnen Verkehrsteilnehmern die eindeutige Beschilderung oberhalb des Schwarzer Berges ignoriert, sodass aus Sicherheitsgründen an der Einmündung der Staatsstraße 2091/B299 eine Ampelregelung nachgerüstet werden musste.“
Die Situation habe sich aber in diesem Bereich zwischenzeitlich entspannt. Insgesamt bestehe von den Verkehrsteilnehmern und den Anliegern der Baustelle beziehungsweise der Umleitungsstrecke Verständnis für die Notwendigkeit der Baumaßnahme und den damit verbundenen Einschränkungen und Mehrbelastungen im Zuge der Umleitungen.
Appell an Verkehrsteilnehmer und Anlieger
„Die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Trostberg läuft vertrauensvoll und zielführend, sodass bei auftretenden Problemen schnell Lösungen gefunden werden können“, erläutert Rehm.
Damit die restliche Bauzeit im festgelegten Zeitrahmen erfolgen kann, wünscht sich der Behördenleiter geeignete Witterungsverhältnisse.
„Außerdem bitten wir die Verkehrsteilnehmer und Anlieger weiter um Verständnis für die unvermeidbaren Beeinträchtigungen und um Beachtung der Beschilderung.“ (mb)


