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Traunsteins neue Computerschrauberin

„Ich finde den Fehler“: Schluss mit kaputten Computern und alten Klischees

Natascha Götze in ihrem eigenen Computerladen ‚Restart‘ in der Schützenstraße in Traunstein.
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Natascha Götze in ihrem eigenen Computerladen ‚Restart‘ in der Schützenstraße in Traunstein.

Hat die Oma mal wieder das Internet zerstört? Kein Problem, schickt sie zu Natascha Götze in die Traunsteiner Schützenstraße. Nicht nur Nerd, auch Geduldsengel: „Bei mir kommen sich die Kunden nicht doof vor“, so die Computerexpertin. Ob ältere Damen oder Gaming-Kids: Natascha glaubt, dass es durchaus eher von Vorteil ist, im männlich dominierten Computerbusiness, als Frau durchzustarten:

Traunstein – Aufgeschraubte Laptops, Kabel und Festplatten türmen sich auf vier Meter langen Tresen. Dahinter steht Natascha Götze und strahlt heller als alle Bildschirme im Raum. Sie hat sich ihren Traum erfüllt. Seit Januar betreibt die Traunsteinerin ihren eigenen Computerladen in der Schützenstraße. Schrauben und Technik sei schon immer ihr Ding gewesen. Ungewöhnlich für eine Frau?

Klassische Wege verlassen

„Gelernt habe ich tatsächlich Bürokauffrau, ganz klassisch, aber technikaffin war ich schon immer.“ Bereits als Kind habe die Computerfachfrau zusammen mit ihrem Opa im Keller in der Werkstatt fleißig mitgeschraubt und gezimmert. Im Allgäu geboren, in Kassel aufgewachsen, verschlägt es Natascha irgendwann nach München, wo sie eine Tankstelle leitet. Im Freundeskreis und in der Familie aber ist aber schon lange die Anlaufstelle, wenn es um Probleme mit dem Computer geht.

Im neuen Computerladen ‚Restart‘ in der Traunsteiner Schützenstraße von Natascha Götze wird lieber repariert als gleich weggeworfen.

Sprung in die Selbstständigkeit

„Wenn irgendwas kaputt war, kamen mal alle zu mir.“ Mittlerweile lebt Natascha bereits seit 16 Jahren mit ihrer Frau in Traunstein, hat das ewige Pendeln nach München satt: „Viele haben immer wieder gesagt, mach dich doch selbstständig im Computerbereich. Du hast so viel Wissen und das macht dir richtig Spaß.“ Im Computergeschäft eines guten Freundes macht sie mehrere Praktika und unterstützt sie. Jetzt ist Natascha überzeugt: Sie will ihren eigenen Laden in Traunstein eröffnen.

Auf Geduld programmiert

„Ich bin jetzt seit vier Monaten hier und habe wirklich nicht damit gerechnet, dass es schon so gut anläuft.“ Die Kunden würden vor allem wertschätzen, dass sie eine kompetente, aber auch geduldige Ansprechpartnerin gefunden haben: „Viele ältere Damen und auch Herren sagen, dass ich sehr geduldig bin mit ihnen, das finden sie toll und man kommt sich bei mir nicht doof vor.“ Natascha bietet auch an, zu den Kunden nach Hause zu kommen, um vor Ort mit dem Computer, Internet oder Handy zu helfen.

Als Frau im Männerjob: schwierig?

Dumme Fragen, sagt sie, gäbe es nicht. Dass Natascha als Frau in einem männerdominierten Beruf arbeite, habe noch niemanden gestört. Zumindest habe es ich keiner anmerken lassen. Im Gegenteil. Sie hat bereits mehrfach vor allem von ihren weiblichen Kunden gehört, dass sich diese bei ihr besser verstanden und weniger von oben herab behandelt fühlen als bei so manchem Computerfachmann.

PCs Marke Eigenbau statt „von der Stange“

Auch die junge Generation freut sich über Nataschas Können: „Ich kriege ganz viele Gaming-PCs, die jungen Leute bestellen sich die Einzelteile im Internet, bauen sie selber zusammen, und dann geht es nicht. Die kommen alle zu mir.“ Sie baue sowohl Office- als auch Gaming-PCs selbst zusammen, erklärt sie: „Nichts von der Stange.“ Eine richtige Schrauberin eben. Das mache ihr auch total Spaß: „Ich gehe dann auf Fehlersuche und bis jetzt habe ich alle wieder zum Laufen gebracht, ich finde den Fehler.“

Reparieren statt wegwerfen

Alte Geräte nicht gleich wegwerfen, sondern erst mal versuchen, sie zu reparieren. Auch das sei der Computerexpertin ein wichtiges Anliegen. So schone man den Geldbeutel der Kunden und die Umwelt in einem. Auch seine Nerven kann man bei Natascha schonen. Egal welches Computerproblem: Innerhalb von drei Tagen habe man sein Gerät im Normalfall wieder funktionierend zurück. Und wohl auch einmalig: Natascha repariert direkt vorm Kunden an ihrem Tresen:

Die Kunden können bei Natascha zuschauen, wie sie Computer repariert. Sie wollte eine gläserne Werkstatt, damit jeder sehen kann, was sie da mache.

Die gläserne Werkstatt

„Also das war mir auch wichtig, so eine gläserne Werkstatt zu haben, um zu sagen, hey, du kannst sehen, was ich mache, das ist nichts Geheimes“ Bald wohl auch kein Geheimtipp mehr, der Computerladen ‚Restart‘ in der Schützenstraße in Traunstein: Hier stimmt alles, außer althergebrachte Klischees.

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