Diskussion bei der Bürgerversammlung
Kot-Alarm: Braucht Ruhpolding ein Hundeverbot für das Drei-Seen-Naturschutzgebiet?
Bei der Bürgerversammlung in Ruhpolding ging es um Umweltschutz, Tourismus und die Infrastruktur. Kommt ein generelles Hundeverbot für das Drei-Seen-Naturschutzgebiet? Hierzu erfolgte jetzt eine Entscheidung. Zudem wurde die Nutzung der Kunstschnee-Loipe im Biathlonstadion eifrig diskutiert.
Ruhpolding – „Die Zukunftspläne für Ruhpolding sind sehr interessant, aber wir dürfen darüber die Gegenwart nicht vergessen“, eröffnete Volker Schweidler die Fragerunde im Rahmen der Bürgerversammlung in Ruhpolding und gab seine aktuellen Erfahrungen aus dem Dreiseengebiet weiter.
Zu viel Kot im Schutzgebiet
Das „Natura 2000 Schutzgebiet“ sei massiv durch Hundekot verschmutzt, der eine große Gefahr für die Tierwelt darstelle und bei Starkregen die Wasserqualität beeinträchtigen kann. „Wir müssen unsere Natur für künftige Generationen schützen und erhalten!“, forderte Schweidler und stellte einen Antrag auf ein generelles Hundeverbot im Naturschutzgebiet. Georg Huber appellierte dazu ebenfalls an die Gemeinde, die bestehende Anlein-Pflicht konsequent zu kontrollieren und zu ahnden. Geschäftsleiter Martin Heinemann, der die Fragerunde als Moderator begleitete, erklärte dazu, dass dieses Thema bereits vor Jahren in Angriff genommen worden sei, ein generelles Hundeverbot war aber aufgrund der großen Fläche nicht zu verwirklichen, sodass auch ein neuerlicher Antrag wenig Aussicht auf Erfolg hätte. Bürgermeister Justus Pfeifer verwies dazu auf die Zuständigkeit des Landratsamtes für die Einhaltung der Richtlinien im Naturschutzgebiet und den vermehrten Einsatz des Bauhofes zur Müllentsorgung. Der von Schweidler gestellte Antrag wurde von der Versammlung mehrheitlich nicht befürwortet und wird somit nicht im Rat weiterverfolgt.
Auch der Tourismus und dabei speziell der Winterbetrieb war mehrfach Thema der Bürgerfragen. Dazu äußerten Dörte Meder und Manuela Wittke den Wunsch nach einer verlässlichen Kunstschnee-Loipe im Ort, aber auch die Frage nach der Umsetzbarkeit in Zeiten des Klimawandels.
Zwischen Machbarkeit und Finanzierbarkeit
Gregor Matjan aus dem Tourismusunternehmen der Gemeinde konnte dazu von Überlegungen im Dilemma zwischen Machbarkeit und Finanzierbarkeit berichten. Leider sei der Beschneiungs-Teich im Stadion derzeit nicht machbar, Alternativlösungen jedoch in der Prüfung. Er betonte aber auch, dass Kunstschnee-Loipen künftig sicher nicht mehr kostenlos für Bürger und Gäste nutzbar sein werden. Dazu stellte Wolfgang Pichler den Antrag, die Kunstschnee-Loipen im Biathlonstadion zu bestimmten Zeiten gegen eine Gebühr öffentlich zugänglich zu machen. Nach seinen Beobachtungen müsste das mit Flexibilität und Willen durchaus lösbar sein. Der Antrag wurde von der Mehrheit der Besucher befürwortet und wird im Gemeinderat behandelt. Wolfgang Pichler ergänzte seine Ausführungen mit der Bitte, den Westernberg weiterhin für die Skifahrer zu erhalten und während der Zeit des Biathlon-Weltcups weitere Einkehrmöglichkeiten für die Gäste zu schaffen, die nach einem Tag im Stadion hungrig und ausgefroren in den Ort kommen. Pfeifer berichtete dazu von aktuellen Verhandlungen zur Weiterführung des Westernberg-Liftes und Gesprächen mit Brauereien und Zeltanbietern zur Gästeversorgung, die aber noch keine Ergebnisse gebracht hätten.
Attraktivität des Radweges erhöhen
Mehrere Wortmeldungen befassten sich mit dem teils schlechten Zustand von Gemeindestraßen. Maximiliane Fuschelberger bemängelte dazu die geringe Beleuchtung am neuen Radweg in Richtung Zell am Hadermarkt, die eine Gefährdung für Radfahrer und Fußgänger darstellen würde. Pfeifer betonte, dass die derzeitige provisorische Lösung noch ausgebaut werde und die Beleuchtung auf der Straße bewusst reduziert worden sei um die Attraktivität des Radweges zu erhöhen. Anton Steffel beschwerte sich über den seit Jahren äußerst schlechten Zustand der Straße zwischen der Maiergschwendner- und der Hauptstraße, wo bereits auch Verletzungen von Fußgängern nach Stürzen zu verzeichnen waren. Wie Bürgermeister Pfeifer dazu erwiderte, wird das Straßenstück noch in diesem Jahr ausgebaut. Eine ähnliche Beschwerde hatte Erika Balen, die den Zustand im Bereich zwischen Hauptstraße 25 und Poststraße 17 monierte. „Das Anliegen wird ernst genommen und an den Bauhof weitergeleitet“ versprach der Bürgermeister dazu.
Die Bedeutung der historischen Waldbahn-Trasse war für Thomas Siegl der Anlass für einen Antrag. Er möchte ein Teilstück der ehemaligen Bahntrasse im Bereich Weitsee mit Infotafel ausstatten und damit die Erinnerung an die historische Waldbahn wachhalten. Der Antrag wurde mehrheitlich befürwortet und wird im Gemeinderat weiterbehandelt.