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Umfassende Suche nach Borkenkäfern, Aufforstung nach Stürmen, Mitbestimmung bei der Entwicklung der Wälder der Zukunft: Petra Bathelt hat ihren Traumberuf gefunden - und übt ihn mit einer ausgesprochenen Leidenschaft aus. Nach fast 25 Jahren steht nun ein Revierwechsel von Altenmarkt nach Töging am Inn an. Mit uns wirft sie einen Blick zurück.
Altenmarkt an der Alz - „Ich wollte schon immer einen grünen Beruf ergreifen. So wuchs der Wunsch, Försterin zu werden - auch, wenn ich zunächst nicht ganz wusste, was mich erwartet“, erinnert sich Petra Bathelt an die ersten Berufsjahre nach ihrem Studium der Forstwirtschaft an der Fachhochschule Weihenstephan.
„Wir Frauen müssen zusammenhalten“
Als junge und unverheiratete Frau musste sie sich damals in einer eher männerdominierten Branche behaupten. Für Petra kein Problem, es sei „nie wirklich schwierig“ gewesen, obwohl anfangs das Gerücht kursiert sei, sie müsste wohl ziemlich gut sein, wenn sie den Job bekomme.
„Generell muss man sich bei alteingesessenen Waldbesitzern und Jägern behaupten - aber das kommt bestimmt in anderen Berufen als ‚Neue‘ auch vor. Ich bin mir sicher, dass von der ein oder anderen Seite angezweifelt wurde, ob ich dem Ganzen gewachsen sei - und mich als Frau schon auskenne in dem, was ich da tue.“
Ausgesprochen wurde es aber nur ein einziges Mal - ausgerechnet von einer Frau. Damals habe sie das doch sehr irritiert, denn sie ist überzeugt: „Wir Frauen müssen zusammenhalten.“
Fokus auf den Zukunftsbaum
Nicht nur ihrer Überzeugung wegen hat Petra Bathelt vor rund einem Jahr den Arbeitskreis „Frauen im Wald“ ins Leben gerufen und bis zu ihrem Weggang betreut. Sie ist der Überzeugung, Frauen hätten ein „besonderes Verhältnis“ zum Wald, nehmen die Natur anders auf und reagieren sensibler.
In regelmäßigen Treffen tauschen sich vor allem die Ortsbäuerinnen aus, die Waldgrundstücke in der Gegend rund um Altenmarkt besitzen. Zentraler Gesichtspunkt ist dabei der Zukunftswald beziehungsweise Zukunftsbaum. Darunter versteht die Försterin eine gesunde, robuste Baumart, die den Wald künftig prägen, ein qualitativ hochwertiges verwertbares Holz liefern und sowohl Schädlingen als auch Stürmen trotzen soll.
Im Rahmen einer Pflanzaktion fand bereits ein solcher Baum seinen festen Platz im Wald. Diese Treffen werden mit der Nachfolgerin von Petra ab Oktober natürlich weitergeführt.
Fokussierte sich ihr altes Gebiet auf Altenmarkt, Obing, Seeon-Seebruck und Pittenhart befindet sich ihr neues in Töging am Inn. Ausschlaggebend für den Wechsel war ihr Wohnort Burghausen - von dort aus gestaltet sich der Weg in die Arbeit kürzer.
Viel ändern wird sich für Petra wohl nicht: Die Wälder zeichnen in der Region alle ein ähnliches Bild und ihre neue Arbeitsstelle gerade einmal wenige Kilometer Luftlinie von der alten entfernt.
Neues Gebiet trockener und wärmer
„Durch die Moore und Seen im Chiemgau ist es hier natürlich feuchter. Da sind in Töging die Probleme Waldumbau und Klimawandel sicher ein wenig dringlicher als hier, zumal es im Kreis Altötting ein bisserl trockener und wärmer ist“, vermutet Petra.
„Diese Menge aufzufangen bedeutete einen extrem hohen Arbeitsanfall. Unmengen an Bruchholz entfernen und möglichst schnell wieder nachpflanzen - das hat selbst mich nach langjähriger Berufserfahrung sehr beschäftigt“, räumt Petra ein.
Ebenfalls in Erinnerung bleibt ihr der „Trockensommer“ im Jahr 2003, der vor allem für den Borkenkäfer ein wahres Paradies darstellte und die Waldbesitzer umso mehr in Bedrängnis brachte.
Und natürlich gebe es immer wieder Uneinigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich: „Jagd und Wald und Wild unter einen Hut zu bringen ist nicht immer einfach. Sehen die Jäger grundsätzlich gerne mehr Wild in den Wäldern, sind wir Förster und die Waldbesitzer eher der Meinung, weniger wäre besser, weil auch geringerer Verbiss.“
Auch, wenn sie bestimmt die Hälfte der Zeit im Büro mit Dokumentationen am Computer verbringt, schätzt sie die Tage, die sie in der Natur und an der frischen Luft verbringen kann. Die Schönheiten des Waldes sieht man auch nach so vielen Jahren noch - und ab und an passiert es selbst im Urlaub, dass sie ihren Mann bei einem gemeinsamen Spaziergang auf einen Borkenkäferschaden aufmerksam macht.
Wie steht die Försterin eigentlich zum Trend „Waldbaden“? Damit könne sie rein gar nichts anfangen, lautet die klare Meinung. Doch der Wald sei schließlich für alle da - egal, welche Art der Erholung man anstrebe. Sie hingegen bevorzuge dann doch den klassischen Spaziergang - und darüber freut sich ihre zweijährige Dackeldame Gusti sicherlich auch. (mb)