„Wir sind es nach all den Jahren leid“
„Werden als Party-Hotspot missbraucht“: Rimstinger Kiosk-Betreiberin hat die Nase voll
Müll, Scherben und ein gestohlenes Tretboot: Das ist die Bilanz einer Feier am Rimstinger Strandkiosk vergangenen Freitag. Immer wieder kommt es vor, dass feierwütige Abiturienten nach ihrer Notenbekanntgabe dort alles verwüsten. Kioskbetreiberin Claudia Meindl reicht es – und zieht Konsequenzen.
Rimsting – „Wir sind es nach all den Jahren leid, jedes Jahr zur Notenbekanntgabe und zur Zeugnisverleihung als Party-Hotspot missbraucht zu werden“, heißt es von Claudia Meindl in ihrem Leserbrief, mit dem sie sich an die OVB-Heimatzeitungen wendet und ihrem Ärger Luft macht. Mehr als 30 Jahre betreibt sie schon den Strandkiosk in Rimsting und seit vielen Jahren – wie sie mitteilt – nutzen Abiturienten aus der Region den dortigen Strand, um schulische Erfolge bis in die Nacht zu feiern. So war es auch am Freitag vor dem Pfingstwochenende nach der Notenbekanntgabe.
Jedes Jahr Probleme
Auch wenn sie, Meindl, es den jungen Leuten gönnt, dass sie ihren schulischen Erfolg feiern, so sind diese Partys seit Jahren mit vielen Problemen verbunden. „Ich schließe den Kiosk am Abend und die Feier geht natürlich weiter. Am nächsten Tag müssen wir dann Scherben und Müll, verteilt über Beachvolleyballfeld und Liegewiese, aufräumen und Flaschen oder sogar Spielgeräte aus dem Wasser ziehen“, beklagt sie sich gegenüber dem OVB und fügt hinzu, „das ist sehr gefährlich, vor allem für die Kinder, die barfuß laufen und sich an den Scherben schneiden. Das kommt leider immer wieder vor.“ Claudia Meindl hat sich, eigenen Angaben nach, auch mehrmals mit der betroffenen Schule in Verbindung gesetzt, dass man dort den Schülern Vernunft einreden soll, doch es habe sich nichts geändert.
Nur das vergangene Jahr sei eine Ausnahme gewesen, da auch die Polizei vertreten war. Da sei die Party laut Meindl gesitteter abgelaufen und der Platz danach ordentlicher hinterlassen worden. Heuer kamen lediglich eine Mutter mit Ihrem Sohn und einem anderen Mädchen, um wieder für Ordnung zu sorgen. Diesen spricht die Kioskbetreiberin einen ganz besonderen Dank aus.
Tretboot in Prien aufgefunden
Was allerdings heuer das Fass zum Überlaufen bringt: Einige Feierwütige haben ein Tretboot gestohlen, das Eigentum der Gemeinde Rimsting ist und im Bereich des Kiosks mit einer Kette an einem Pfosten festgemacht war. Der Pfosten wurde aus dem Boden gerissen und dann unternahmen die Diebe eine Tour zum Hafen Prien/Stock, wo sie das Tretboot am Steg abstellten.
Die Wasserschutzpolizei Prien am Chiemsee bestätigt den Vorfall gegenüber OVB und erklärt, dass bereits in der Nacht ein Hinweis einging, dass dort ein fremdes Tretboot am Priener Hafen sei, am Morgen meldete sich dann auch einer der dortigen Bootsverleiher. Es wurde eine Anzeige wegen Diebstahls gegen Unbekannt erstattet. Wer genau die Täter waren und auf welche Höhe sich der entstandene Sachschaden beläuft, könne laut Polizei aktuell noch nicht gesagt werden. Dass es in den vergangenen Jahren zu derartigen Ausschreitungen bei den Feiernden gekommen wäre, darüber sei laut Polizei ebenso nichts bekannt.
Gemeinde wird Konsequenzen ziehen
Auch Rimstings Erster Bürgermeister Andreas Fenzl zeigt sich verärgert über die ausgearteten Partys. „Ich will auf gar keinen Fall irgendwem das Feiern verbieten, das gehört nach einer Notenbekanntgabe oder einem anderen schulischen Erfolg dazu, allerdings sind das eigentlich Erwachsene und dann sollen sie sich bitte auch so verhalten“, appelliert Fenzl auf OVB-Nachfrage. Zu diesem Verhalten gehört für ihn auch, dass man Müll und Scherben selbstständig wegräumt.
Da dem Bürgermeister das Problem schon aus den vergangenen Jahren bekannt ist, versichert er, dass die Gemeinde nicht mehr tatenlos zusehen wird, sondern sich nach den jüngsten Vorfällen Gedanken machen wird, inwiefern in der Zukunft ein solches Ausarten der Feiern am Strand in Rimsting eingeschränkt werden kann.
