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Rundgang mit Überraschung für Bürgermeister

Wasserburgs Stadtwald im Wandel: Warum die Fichte auf dem Rückzug ist

Förster Tobias Büchner erklärt den Wasserburger Stadtratsmitgliedern und Verwaltungsmitarbeitern, wie es dem Stadtwald am Friedlsee geht.
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Förster Tobias Büchner erklärt den Wasserburger Stadtratsmitgliedern und Verwaltungsmitarbeitern, wie es dem Stadtwald am Friedlsee geht.

Der Stadtwald in Wasserburg muss sich anpassen. Auf einem Rundgang erklärt Förster Tobias Büchner, warum es die Fichte schwer hat und sich Rotahorn stark vermehrt. So viel Hackschnitzel sind für die Wärmeversorgung verfügbar und diese Überraschung gab es für Bürgmeister Michael Kölbl.

Wasserburg am Inn – Gelegenheit, den neu gebildeten Stadtwalddistrikt zu besichtigen, hatten am Montag die Mitglieder des Stadtrates und zuständigen Verwaltungsmitglieder. Leider verkürzte ein Platzregen die Waldbegehung mit Förster Tobias Büchner und dem Bereichsleiter Forsten im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Rosenheim Marius Benner etwas, sodass nicht alle Flächen genauer begutachtet werden konnten. Am Ende gab es aber auch noch eine Überraschung für Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl.

Stadtwald am Friedlsee auf Ameranger Gebiet

Drei Waldgrundstücke konnten bisher aus Mitteln der Stadler-Stiftung 2017 und 2024 erworben werden. Diese grenzen direkt an den 1974 von der Stiftung geerbten Friedlsee auf Ameranger Gemeindegebiet. Dazu gehört nun auch der Weg zur Fischerhütte des Kreisfischereivereins Wasserburg, der seit Jahrzehnten bereits Pächter des Sees ist und damit für die Pflege des Gewässers und der Hütte zuständig ist.

Büchner gab vor Ort Auskunft über den Zustand des Waldes, der sich klimabedingt im Umbau befinde. Die Fichte sei hier auf dem Rückzug, zwangsläufig auch vermehrt unfreiwillig eingeschlagen worden. Borkenkäfer, Sturmschäden und Schneebruch hätten die letzten Jahre zu erhöhter Nutzung des Holzbestandes mit 15 Festmetern pro Hektar geführt. Der Fokus läge aber nicht auf Einschlag oder Gewinnmaximierung. Man arbeite derzeit nur der Natur hinterher. Regional stünden so aber derzeit und künftig zum Beispiel genügend Hackschnitzel unter anderem für die Nahwärmeversorgung zur Verfügung.

Bergahorn vermehrt sich stark

Den nötigen Waldumbau unterstütze eine gezielte Holzentnahme, so Büchner, da alte Bestände weniger neues CO2 speicherten und zudem bessere Lichtverhältnisse für den Aufwuchs geschaffen würden. Derzeit vermehre sich allerdings der Bergahorn sehr stark, da könnte im besichtigten Gebiet vom Wild gar nicht so viel wie nötig verbissen werden. Als Indikator für erfolgreichen Aufwuchs diene hier allerdings der Verbiss der Tanne.

Man sorge zielgerichtet für Vielfalt bei den Baumarten. Klimaangepasstes Waldmanagement stehe im Vordergrund, denn insgesamt müssten heutzutage Bäume mehr Wind oder Schneedruck aushalten. Man übertreffe hier mit fünf Habitat-Bäumen pro Hektar sogar die Vorgaben des bayerischen Waldgesetzes. Wichtige Bäume erkenne man am aufgesprühten grünen Specht, informierte Büchner.

Gute Zusammenarbeit

Zur effektiven Bearbeitung nutze man das digitale Waldförderportal, mit dem man schneller Fördermittel beantragen könne. Hier lobte Büchner auch die gute Zusammenarbeit mit den Vertretern der Stadtverwaltung.

Die „Kölbl-Eiche“ gepflanzt von Bürgermeister Michael Kölbl, Bereichsleiter Forsten Marius Benner und Förster Tobias Büchner.

Lob von Marius Brenner gab es auch für die vorbildliche Waldgesinnung der Stadt und insbesondere der von Bürgermeister Michael Kölbl, für den das die letzte Waldbegehung im Amt war. Auf ihn wartete am Ende der Besichtigung eine kleine Überraschung. Förster und Bereichsleiter hatten in Form einer jungen Roteiche ein lebendiges Denkmal vorbereitet, das gemeinsam gepflanzt wurde. Die „Kölbl-Eiche 2025“ soll so künftig davon zeugen, dass der gesamten Stadt, ihren Vertretern und dem Bürgermeister der Wald am Herzen liegt und auch weiter wichtig sein wird.

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