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Polizeichef Steinmaßl zu Jugendkriminalität

Wenn Jugendliche zu Tätern werden: Überfall in Wasserburg – Trend oder Einzelfall?

Nimmt die Jugendkriminalität in Wasserburg zu? Polizeichef Markus Steinmaßl gibt seine Einschätzung zur Lage ab.
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Nimmt die Jugendkriminalität in Wasserburg zu? Polizeichef Markus Steinmaßl gibt seine Einschätzung zur Lage ab.

Ein Überfall in Wasserburg sorgt für Aufsehen. Jugendliche sollen diesen verübt haben. Wie Polizeichef Markus Steinmaßl die Lage der Jugendkriminalität im Raum Wasserburg einschätzt.

Wasserburg – Ein gewaltsamer Überfall in der Wasserburger Altstadt sorgt in diesen Tagen für Aufsehen. Wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mitteilt, soll in Wasserburg am Montag (20. Oktober) gegen 22.10 Uhr nahe der Friedhofsgasse eine vierköpfige Gruppe mehrere Personen körperlich bedrängt und anschließend Bargeld, sowie Sachgegenstände entwenden haben. Drei Tatverdächtige, davon zwei Minderjährige und ein Heranwachsender, wurden als Tatverdächtige festgenommen.

Nimmt nun auch in Wasserburg die Jugendkriminalität zu? Schließlich steigt diese laut Medienberichten in ganz Deutschland, insbesondere Gewaltdelikte wie im vorliegenden Fall nehmen bei Menschen unter 21 Jahren zu. So wurden laut Statista im Jahr 2024 in Deutschland rund 65.100 junge Menschen unter 21 Jahren von der Polizei als Tatverdächtige bei Gewalttaten ermittelt. Die Zahl der jungen Gewalttäter ist um circa fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen und ist auf den höchsten Stand seit 2011.

Wasserburgs Polizei-Chef Markus Steinmaßl mit dem Sicherheitsbericht 2024.

Markus Steinmaßl, Polizeichef in Wasserburg, winkt jedoch ab. Bei dem vorliegen Fall handle es sich zum Glück um eine Einzeltat. Auch sonst könne er keine Häufung von Jugendkriminalität im Raum Wasserburg wahrnehmen. Bei 765 ermittelten Tatverdächtigen im Raum Wasserburg im Jahr 2024, handle es sich in 31 Fällen um Kinder (vier Prozent), in 64 um Jugendliche (8,4 Prozent) und bei 46 Tatverdächtigen um Heranwachsende zwischen 18 und 21 Jahren (sechs Prozent). „Der Großteil mit 81,6 Prozent sind also Erwachsene“, betont Steinmaßl und stellt zudem fest, dass sich diese Statistik im Vergleich zum vergangenen Jahr kaum verändert habe.

Keine Veränderung bei verübten Delikten

Auch bei den von Jugendlichen verübten Delikten habe es im Einzugsgebiet der Wasserburger Polizei keine wesentliche Veränderung gegeben. Meist handle es sich bei jugendspezifischen Straftaten um Straßenkriminalität, etwa Sachbeschädigung oder Vandalismus. Gewaltdelikte würden eher selten vorkommen. „Ich spreche allerdings nur für das Gebiet rund um Wasserburg“, betont Steinmaßl. Auf weitere Statistiken habe er keinen Einblick, verweist aber auch darauf, dass die Zahlenauswertung immer auch eine Sache der Wahrnehmung sei. Und tatsächlich: Wer die Zahlen zur Jugendkriminalität weiter betrachtet, kann auch feststellen, dass insgesamt die Anzahl der Tatverdächtigen im Alter von unter 21 Jahren in Deutschland auch im Jahr 2024 rückläufig war. Laut Statista wurden 452.000 junge Menschen unter 21 Jahren von der Polizei als Tatverdächtige ermittelt. Ein Rückgang von circa sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

So hat sich die Anzahl der Strafverdächtigen im Bereich Jugendkriminalität in Deutschland verändert.

Verletzt wurde bei dem Vorfall am Montagabend (20. Oktober) übrigens niemand. Der Beuteschaden wird auf einen niedrigen dreistelligen Eurobetrag geschätzt. Die Kriminalpolizei Rosenheim bittet dennoch um Hinweise aus der Bevölkerung zu dem Vorfall. Wer am Montag (20. Oktober) zwischen 22.00 Uhr und 22.30 Uhr in Wasserburg im Bereich der Friedhofgasse Beobachtungen gemacht hat, die mit der Tat in Verbindung stehen könnten beziehungsweise in der Nacht zum Dienstag (21. Oktober) verdächtige Wahrnehmungen im Stadtgebiet gemacht hat, wird gebeten, sich bei der an die Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim unter der Telefonnummer 08031/2000 oder jede andere Polizeidienststelle  zu wenden.

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