Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Papst Franziskus am Ostermontag verstorben

Hochzeitssegen und ein Bankerl: Menschen aus der Region erinnern sich an Begegnung mit dem Papst

Eine Audienz beim verstorbenen Papst Franziskus haben Alois und Cosima Loferer während ihrer Hochzeitsreise erhalten. Der Heilige Vater spendete dem frisch vermählten Brautpaar seinen Segen. Auch Herbert Reiter traf das Kirchenoberhaupt bei einer Audienz in Rom und überreichte ihm ein Bankerl aus Aschau im Chiemgau.
+
Eine Audienz beim verstorbenen Papst Franziskus haben Alois und Cosima Loferer während ihrer Hochzeitsreise erhalten. Der Heilige Vater spendete dem frisch vermählten Brautpaar seinen Segen. Auch Herbert Reiter traf das Kirchenoberhaupt bei einer Audienz in Rom und überreichte ihm ein Bankerl aus Aschau im Chiemgau.

Papst Franziskus ist tot. Der 88-Jährige starb am Ostermontag, 21. April, im Vatikan. Bad Endorfs Bürgermeister Alois Loferer und Aschau im Chiemgaus Tourismus-Chef Herbert Reiter haben Franziskus persönlich getroffen. Das sind ihre Erinnerungen an das Kirchenoberhaupt.

Bad Endorf/Aschau im Chiemgau – Christen auf der ganzen Welt trauern um das Oberhaupt der Katholischen Kirche. Papst Franziskus (88) starb in den Morgenstunden des Ostermontags, 21. April, im Vatikan. Noch am Tag zuvor hatte er vom Balkon des Petersdoms den Segen Urbi et Orbi gesprochen – sichtlich von Krankheit gezeichnet. Medienberichten zufolge soll es aber sein Wunsch gewesen sein, sich den Gläubigen zu zeigen.

Eine Audienz beim verstorbenen Papst Franziskus haben Alois und Cosima Loferer während ihrer Hochzeitsreise erhalten. Der Heilige Vater spendete dem frisch vermählten Brautpaar seinen Segen.

Besondere Hochzeitsreise nach Rom

Auch in der Region ist die Anteilnahme groß. Besonders jene, die das Kirchenoberhaupt persönlich kennengelernt hatten, erinnern sich an den Moment, als sie dem Heiligen Vater gegenüberstanden. So auch Alois Loferer, Bürgermeister der Marktgemeinde Bad Endorf. Kurz nach der kirchlichen Trauung am 18. Mai 2013 reisten Alois und Cosima Loferer nach Rom. Es war ihre Hochzeitsreise. „Es war wirklich sehr besonders“, erinnert er sich.

Das Brautpaar hatte sich bereits Monate zuvor für eine Mittwochsaudienz angemeldet. Damals sei noch Benedikt XVI. Papst gewesen. „Wir haben dann von einer Besonderheit für Brautpaare gelesen und uns dafür angemeldet.“ Denn: Frisch vermählte Paare können sich den sogenannten Sposi Novelli-Segen von dem Heiligen Vater geben lassen und dafür in einem besonderen Bereich sitzen. Dafür müssen die Paare allerdings in voller Montur, also mit Hochzeitskleid und -anzug, erscheinen. Was die Loferers zum Zeitpunkt der Anmeldung noch nicht wussten: Es wird nicht Benedikt XVI. sein, der ihnen den Segen spendet, sondern Franziskus.

Segen vom Pontifex

Am 22. Mai 2013 war es dann so weit. Das Paar warf sich in Schale und machte sich auf den Weg zum Petersdom – mit der U-Bahn. „Wo wir hinkamen, wurden wir mir Jubelrufen und Glückwünschen begrüßt“, erinnert sich Loferer. Im Vatikan angekommen, erhielten sie mit etwa 40 anderen Brautpaaren eine Privataudienz bei Papst Franziskus. Sie wechselten ein paar Worte auf Deutsch mit dem Kirchenoberhaupt und erhielten seinen Segen. „Das war ein einzigartiges Erlebnis, das uns zusammenschweißt.“

Die Nachricht über das Ableben von Franziskus habe das Paar überrascht und traurig gestimmt. Das Besondere an Franziskus sei für sie, dass er als Papst einerseits eine Autoritätsperson gewesen war. Andererseits jedoch sehr nahbar auftrat. „Er hat eine wohltuende Frische in den Vatikan gebracht“, findet Alois Lorferer.

In Hohenaschauer Tracht zum Heiligen Vater

Auch Herbert Reiter, Tourismus-Chef in Aschau im Chiemgau, erinnert sich gerne an das Treffen mit Papst Franziskus. Zusammen mit seinem Bruder Claus waren die Aschauer am 8. Mai 2019 bei der Generalaudienz mit dem Heiligen Vater auf dem Petersplatz in Rom – und hatten dafür Ehrenkarten. Für Reiter eine unvergessliche und einzigartige Erfahrung. „Wir trugen unsere Hohenaschauer Tracht, und während der Audienz schenkte uns der Heilige Vater schon einen Gruß und winkte zu uns her.“ Nachdem er Franziskus die Hand geschüttelt hatte, überreichte Reiter ihm ein kleines Geschenk aus seiner Heimat: ein Miniatur-Bankerl aus Aschau im Chiemgau.

Herbert Reiter aus Aschau im Chiemgau traf Papst Franziskus bei einer Audienz in Rom und überreichte ihm ein Bankerl aus Aschau im Chiemgau.

Für Reiter ist 2019 ein Traum in Erfüllung gegangen. Für ihn war es das erste Mal, dass er den Pontifex getroffen hat. „Und es wird sicherlich auch das einzige Mal im Leben bleiben, einem Papst persönlich zu begegnen. Wann hat man schon die Möglichkeit, dem Bischof von Rom und Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche die Hand zu schütteln?“

Franziskus war für Reiter „ein großer Papst“ – ein Vorbild an Bescheidenheit, ein Mahner gegen Dekadenz und Verschwendung, ein Fürsprecher der Armen und der Schöpfung, so sagt er. „Für all das schätzte ich ihn sehr.“ Als ihn die Nachricht von Franziskus' Tod erreichte, wurden die Erinnerungen wach. „Ich bin erfüllt von Dankbarkeit, dass ich diesem außergewöhnlichen Menschen persönlich begegnen durfte und ihm die Hand schütteln konnte.

Wer wird Franziskus' Nachfolger?

Voller Spannung blicken nun die Katholiken nach Rom: Wen werden die Kardinäle als Franziskus Nachfolger wählen? „Ich würde mir einen Papst wünschen, der nicht nur Hirte, sondern auch Brückenbauer ist. Ein Sympathieträger, der mit offenen Armen die Welt mitnimmt. Möge er die Menschen im Dialog erreichen, mit Empathie, einer nahbaren, menschlichen Haltung und dem festen Willen, Frieden zu fördern“, so Herbert Reiter.

Auch die Loferers sind gespannt, wer vom bevorstehenden Konklave gewählt wird. Denn die Familie plant auch in diesem Jahr wieder eine Reise nach Rom – diesmal mit den Kindern. In den Pfingstferien soll es losgehen. Inklusive Besuch im Vatikan. „Wer weiß, vielleicht gibt es bis dahin einen neuen Papst. Auch diesmal wieder ein anderer, als wir angenommen hatten“, sagt Alois Loferer.

Kommentare