„Es war echt cool“
Einen Blick auf den Papst erhaschen: Wenn 50.000 „Minis“ die Stadt Rom unsicher machen
„Es war echt cool“, sagt Anna Dirnberger und meint ein Erlebnis, das sie auf dem Petersplatz in Rom ziemlich beeindruckt hat. Zusammen mit 292 Ministranten war sie in der Ewigen Stadt. Etwas, was sich alle vier Jahre wiederholt aber nichts mit Olympia zu tun hat.
Neumarkt-St. Veit – „Es war echt cool“. „Das hat für allen Stress und alle Mühen entlohnt“. So schwärmen Oberministrantin Anna Dirnberger aus Niederbergkirchen und Pfarrer Franz Eisenmann von der Papstaudienz auf dem Petersplatz. Die beiden waren Teil der 292 Ministranten aus dem Landkreis Mühldorf, die bei der 13. Ministrantenwallfahrt in Rom dabei waren. Eine Woche lang hatten sie die Möglichkeit, die Stadt zu erkunden und sich mit anderen Ministrantengruppen auszutauschen. Was nicht weiter schwer war, schließlich bevölkerten rund 50.000 Ministranten aus ganz Europa die Ewige Stadt und „irgendwen traf man eigentlich überall, wo wir waren“, beschreibt es Anna Dirnberger.
Abendgebet mit dem Papst auf dem Petersplatz
Der Großteil der rund 50.000 Teilnehmer war aus dem deutschen Sprachraum angereist, und das spiegelte sich auch in der Gestaltung des Abendgebets mit Papst Franziskus auf dem Petersplatz wider: Viele Gebete wurden auf Deutsch gesprochen, was auch für die musikalische Begleitung galt; und auch die italienische Katechese des Papstes wurde – wie oft bei Papstreisen ins Ausland üblich – auf dem Petersplatz ins Deutsche übersetzt. Sogar Papst Franziskus selbst kam das ein oder andere deutsche Wort über die Lippen.
Dieses Treffen mit dem Papst war der Höhepunkt der Romreise der Ministranten, da sind sich Pfarrer Eisenmann und Anna Dirnberger einig. Beide waren angetan von der Stimmung, die auf dem Petersplatz herrschte. „Das war schon sehr beeindruckend“, so die Oberministrantin, die beobachtet hatte, dass gar nicht alle Ministranten auf dem Petersplatz Platz gehabt haben. Doch Papst Franziskus sei sehr geduldig durch die Reihen gefahren und sogar zu den Ministranten außerhalb des Petersplatzes gefahren. „Wir waren relativ nah dabei“, ergänzt Pfarrer Eisenmann. Als alle dem Papst zugejubelt und beim Gottesdienst mitgesungen hatten, war das „überwältigend“, erinnert sich Anna Dirnberger an diesen Gänsehautmoment.
Der Pontifex betonte beim anschließenden Abendgebet immer wieder, dass Ministranten nicht nur einen wertvollen Dienst in der Liturgie verrichten, sondern auch Vorbilder für andere seien und stolz sein könnten auf das, was sie tun. Papst Franziskus ging auch auf das Motto der Ministrantenwallfahrt „Mit dir“ ein. Er sagte unter anderem: „Auch du kannst – dank Jesus, immer und nur dank ihm – zu deinem Nächsten sagen: ‚Ich bin mit dir‘, nicht mit Worten, sondern mit Taten, mit Zeichen, mit dem Herzen, mit konkreter Nähe: mit jemandem weinen, der weint, sich mit jemandem freuen, die sich freut, ohne Urteile und Vorurteile, ohne Verschlossenheit, ohne Ausgrenzung“.
Ministranten erkundeten die Ewige Stadt
Doch die Ministranten – es waren alleine 4700 aus der Diözese München – hatten auch noch ausreichend Zeit, die Ewige Stadt zu erkunden. So waren sie unter anderem im Kolosseum, in der Engelsburg oder in der Kuppel des Petersdoms.
Fast ein bisschen unheimlich war der Besuch in den Katakomben Roms. Angesichts der hohen Temperaturen während der Woche war ein Nachmittag am Meer eine willkommene Erfrischung, erzählt Anna Dirnberger.
Was die Ministrantenwallfahrt, die normalerweise alle vier Jahre stattfindet, coronabedingt aber zum ersten Mal seit sechs Jahren wieder organisiert wurde, so besonders macht, ist die Möglichkeit zum gegenseitigen Austausch, die, so Anna Dirnberger, an allen Ecken und Enden möglich war. „Es wurde viel gemeinsam gesungen und gefeiert, das war eine ganz besondere Stimmung“, hat Pfarrer Eisenmann beobachtet, der sich auch freut, dass er die Ministranten wie eine große Familie wahrnahm.
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