Nachruf
Söchtenau trauert um seinen „Lehrer Kaspar“
Unter großer Anteilnahme hat die Gemeinde von ihrem einmaligen Lehrer und Schulleiter Franz Kaspar Abschied genommen. Er hat Söchtenau als Pädagoge, aber auch durch sein ehrenamtliches Engagement geprägt.
von Dr. Peter Graf
Söchtenau – Unter großer Anteilnahme hat die Gemeinde von ihrem einmaligen Lehrer und Schulleiter Franz Kaspar Abschied genommen, der am 20. März verstorben ist. Die Patres Christoph Domagalski und Bernhard Heindl feierten in einer schön gestalteten Konzelebration den Gottesdienst für die große Trauergemeinde aus Nah und Fern und würdigten dabei den Lebensweg des Verstorbenen.
Franz Kaspar, der 1933 geboren wurde, hat als junger Mensch, Lehrer und Familienvater den Wiederaufbau des Landes erlebt, ihn Jahr für Jahr zusammen mit seiner Frau Silke erfahren und erfolgreich mit gestaltet. In diesen nicht einfachen Zeiten hat er eine Familie gegründet, in Söchtenau ein Haus gebaut und zusammen mit seiner Frau als „Lehrerfamilie“ in Höslwang, Prutting und vor allem Söchtenau gewirkt. Wie seine früh verstorbene Frau Silke, ebenfalls Lehrerin, zur guten Seele der Gemeinde geworden war, ohne die in der Pfarrei nichts ging, so erlebten die Söchtenauer „Lehrer Kaspar“ über Jahrzehnte als einen Mann, der sich um alle Kinder kümmerte, sie auf Wunsch in und auch außerhalb der Schule betreute. Er entdeckte die kleinen musikalischen Begabungen, förderte so eine ganze Generation junger Menschen über das Notwendige hinaus. Durch ihn ging eine Strahlkraft von dieser Familie aus. Die beiden Töchter und zwei Söhne wirken in der Ferne bis nach Bremen hinauf wie auch in Rosenheim. So konnte Franz Kaspar auf ein erfolgreiches Leben zurückblicken, als er pensioniert wurde.
Doch er setzte sich nicht zur Ruhe. Er war immer da und bereit zu helfen. Als tief gläubiger Mann übernahm er über Jahre den Kirchenchor, gab Musikunterricht und gründete einen Singkreis, der ringsum viele Konzerte gab. Nach einem dieser Gesangsabende in einem Altenheim in Halfing sagte er zum Verfasser dieses Nachrufs: „Ist so schön, wenn man alten Leuten eine Freude bereiten kann…“ Dabei war Franz Kaspar zu diesem Zeitpunkt selbst schon über 80 Jahre alt.
So verabschiedete sich die Gemeinde Söchtenau von diesem so gütigen Mann mit einem Grundgefühl großen Dankes. Franz Kaspar hat sich selbst nie nach vorne gestellt und doch über sein langes Leben ganz persönlich Großes bewirkt.