Großes Einsparpotenzial
Mit Spannung erwartet: Erste Ergebnisse der Wärmeplanung für Bruckmühl sind da
In Bruckmühl wurde die ersten Ergebnisse der Kommunalen Wärmeplanung präsentiert. Die Analyse zeigt, dass ein großes Einsparpotenzial bei den Gebäudebeständen besteht, insbesondere bei älteren Bauten.
Bruckmühl – Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab, von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen.
Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Hiervon sollen die Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Bildungseinrichtungen und gerade Kommunen profitieren. In diesem Zusammenhang präsentierte nun Andreas Wieser dem Bruckmühler Marktgemeinderat in der jüngsten Sitzung die ersten Ergebnisse zur Kommunalen Wärmeplanung.
Auf der Suche nach den besten Wegen
Nach Darstellung des Sachbearbeiters Energie und Klimaschutz ist das Ziel der Wärmeplanung, den vor Ort besten und kosteneffizientesten Weg zu einer klimaneutralen und fortschrittlichen Wärmeversorgung zu ermitteln. Dies soll in der Marktgemeinde Bruckmühl unter Berücksichtigung der Vorgabe, dass Bayern bis 2040 klimaneutral sein möchte, geschehen.
Von der Ingenieurgesellschaft Steinbacher Consult aus Neusäß bei Augsburg stellte Martin Veh die Inhalte der kommunalen Wärmeplanung vor. Diese besteht aus einer Bestands- und Potenzialanalyse sowie der daraus resultierenden Wärmestrategie samt Maßnahmenkatalog. Die Bestandsanalyse weist unter anderem Daten zu Gebäude- und Siedlungstypen, Energieverbrauch, Beheizungsstruktur sowie zur vorhandenen Wärme-/Kälteinfrastruktur aus. Die Potenzialanalyse beleuchtet die Energiesparpotenziale, den Ausbau der Nutzung von erneuerbaren Energieträgern und unvermeidbarer Abwärme.
Zielszenarien und Entwicklungspfade
Darauf bauen Zielszenarien und Entwicklungspfade samt einer Versorgungsstruktur mit Kostenprognosen auf. Eine Umsetzungsstrategie mit Maßnahmenplan bildet die abschließenden Eckpunkte. Nachdem 69 Prozent der vorhandenen Gebäude im Gemeindebereich aus den Jahren 1949 bis 1994 datieren, liegt hier nach Bewertung der Fachplaner ein großes Einsparpotential brach.
Ein weiterer Schlüssel für die Wärmewende ist der Umstand, dass Bruckmühl überwiegend von Wohnbau und einer großen Anzahl an bedarfsstarker Industrie geprägt ist. Weiter wirft die Bestandsanalyse aus, dass zirka drei Viertel der Gebäude mit fossilen Brennstoffen mit der Dominanz von Erdgas und Heizöl betrieben werden.
In der folgenden Potentialanalyse (Gegenüberstellung von Potential und Wärmebedarf) wurde das maximale Einsparpotential für den Markt Bruckmühl auf 26 bis 38 Giga-Wattstunden (neun bis 13 Prozent des Gesamtbedarfs) bis 2040 beziffert. Diese Zielvorgabe könnte durch umfangreiche Sanierungen an den Gebäudebeständen erricht werden. Laut Veh sind oberflächennahe Geothermiepotentiale vielversprechend und sollten in Gebieten mit dezentraler Erzeugung genauer beleuchtet werden. Dies gilt auch für eine Unterstützung durch Solarthermie. Demgegenüber bieten die Themenbereiche Windkraft, Wasserkraft, Tiefen- Geothermie sowie Biomasse (Biogas und Holzartige) keine großen neu zu erschließenden Erzeugungskapazitäten.
Bürgermeister zeigt sich zufrieden
Bürgermeister Richard Richter, CSU/PW, zeigte sich am Ende der Ausführungen des Fachplaners sichtlich zufrieden, dass Bruckmühl jetzt ein fundiertes Zahlen-, Daten- und Faktenwerk zur Kommunalen Wärmeplanung als Basis für weitere Berechnungen und Planungen vorliegen hat. „Dies ist eine gute Entscheidungsgrundlage für externe Betreiber und Investoren als auch mögliche Zusammenschlüsse von privaten Nutzern einer künftigen Wärmeversorgung.“
Keine rechtlichen Verpflichtungen
Auch machte der Rathauschef klar, dass sich aus der vorliegenden Kommunalen Wärmeplanung keine rechtlichen Verpflichtungen für die Kommune sowie Hausbesitzer und Bürger ergeben. Zum Ende des Sachvortrages informierte Wieser noch über Angebote der Verbraucherzentrale Bayern, der Energieberatung des Landkreises Rosenheim sowie der Energieeffizienz-Experten der Dena und über verschiedene Förderprogramme.
Zudem steht nach seiner Aussage auch der Fachbereich Energie und Klimaschutz der Marktgemeinde jederzeit für weitere Auskünfte als Fachberater zur Verfügung. Ohne weiteren Diskussionsbedarf nahm das Kommunalplenum die Informationen zur Kommunalen Wärmeplanung zur Kenntnis.
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