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Rosenheimer Wiesn-Streiflichter

Herbstfest: Schlagerstar Lindner trifft Olympia-Heldin: Macht es Bredow-Werndl nochmal?

Die nächsten Stars auf dem Herbstfest: Patrick Lindner mit Jessica von Bredow-Werndl (Foto links oben) und Kabarettist Roland Hefter (großes Foto, dritter von rechts). Bild links unten: Miss Herbstfest im Wiesn-Express.
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Die nächsten Stars auf dem Herbstfest: Patrick Lindner mit Jessica von Bredow-Werndl (Foto links oben) und Kabarettist Roland Hefter (großes Foto, dritter von rechts). Bild links unten: Miss Herbstfest im Wiesn-Express.

Patrick Lindner, Jessica von Bredow-Werndl und Roland Hefter: Das Rosenheimer Herbstfest zieht weiter nicht nur „Bierdimpfen“ an, sondern auch die Prominenz aus Sport und Showbusiness. Für Nostalgie sorgt die Miss Herbstfest im Wiesn-Express – und der heimliche Star im „Joe“ ist die „Kalte Ente“.

Schlagerstar trifft Olympia-Heldin: Das gibt es nur auf dem Herbstfest. Mit einem Auftritt beim Rosenheimer Sommerfestival hat es zwar noch nicht geklappt, doch auf die Wiesn kommt Patrick Lindner (64), geboren und aufgewachsen in München-Sendling, immer wieder gern – ebenso wie Dressurreiterin Jessica von Bredow-Werndl (39) aus Aubenhausen (Gemeinde Tuntenhausen), die 2020 in Tokio und 2024 in Paris mit Pferd „Dalera“ je zweimal Gold holte. „Komm, mach das nochmal“ – so heißt der aktuelle Hit von Patrick Lindner, der eigentlich Friedrich Günther Raab heißt (und nein, er ist weder mit Stefan Raab noch mit Daniela Ludwig, geborene Raab, verwandt). Lindners neuen Song begreift der Wiesnigel Ignaz indessen als Aufforderung an Jessica – im Hinblick auf Olympia 2028 in Amsterdam.

Mögen das Herbstfest: Patrick Lindner und Jessica von Bredow-Werndl.

Roland Hefter ohne „Mausi“ da

Gern kommt der Münchner Schauspieler, Kabarettist, Liedermacher und SPD-Stadtrat Roland Hefter aufs Herbstfest. Hier stößt er mit Rosenheimer Sozialdemokraten um Fraktions-Chef Abuzar Erdogan und Dritte Bürgermeisterin Gabriele Leicht auf bessere SPD-Zeiten bei der Kommunalwahl im März 2026 an. Schade nur, dass Hefters Lied „Mausi“ auf der Wiesn nie gespielt wird. Denn das Zeug zum Wiesn-Hit hat die bayerisch-humorvolle Coverversion des Klassikers „YMCA“ mit dem Refrain „Heid sauf i di schee“ allemal. Das Musikvideo, gedreht beim Kramerwirt in Hemhof bei Bad Endorf, ist auf Youtube schon 450 000 Mal angeschaut worden. Ein Wert, mit dem Hefter seine Oberbayern-SPD – nur 346 000 Kreuzerl bei der Bundestagswahl im Februar 2025 – locker abhängt.

Roland Hefter (Dritter von rechts) am Tisch der Rosenheimer SPD, rechts Fraktions-Chef Abuzar Erdogan und Dritte Bürgermeisterin Gabriele Leicht.

Schon Kult: „Koide Antn“ im „Joe“

Viele kennen sie auf der Wiesn 2025 aus dem „Joe“ (Johann Auer): die „Koide Antn“ (Kalte Ente). Das prickelnde Kultgetränk – eine Bowle aus Weißwein, Sekt und Zitrusnoten – ist keine Erfindung der Neuzeit. Ihre Wurzeln reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück, wo sie als festliche Erfrischung bei besonderen Anlässen gereicht wurde. Der letzte Erzbischof und Kurfürst von Trier soll das Getränk erfunden haben, als er sich statt des üblichen Mokkas ein „kaltes Ende“ wünschte – ein Wein-Schampus-Zitronen-Gemisch. Mit der Zeit entwickelte sich das „Ende“ zur „Ente“ – und die Mischung zu einer beliebten Sommer- und Festbowle mit leicht prickelndem Charakter. Auf dem Herbstfest hat die Kalte Ente ihren festen Platz – im Barbereich des Johann Auer auf der Wiesn, als fruchtige Alternative zum süffigen Festmärzen.

Fruchtiger Hochgenuss im Johann Auer: die Kalte Ente.

Nostalgisch ins Herbstfestglück

Historisch, nostalgisch, sicher: Das ist der Wiesn-Express, der an Herbstfesttagen wie diesen Rohrdorf, Thansau und Rosenheim verbindet – auf einer ansonsten nur für den Güterverkehr offenen Strecke. Miss Herbstfest Eva Maria Bachmaier lässt sich hier von Wiesn-Express-Initiator Helmut Wiesböck am Führerstand der Diesellok V 60 (Baujahr 1959) die Handgriffe erklären, bevor es los geht. „Toll, dass so viele Besucher mitfahren und die Tradition hochhalten“, freut sie sich. „Ein Ausflug in die Vergangenheit und eine entspannte Alternative zum Auto.“ Besonders angetan ist Bachmaier vom historischen Personenwagen aus dem Jahr 1958, der seit 2010 im Auerbräu-Wiesn-Look glänzt.

In der Lok: Wiesn-Express-Initiator Helmut Wiesböck und Miss Herbstfest Eva Maria Bachmaier.

32 Starbulls-Helden in einem einzigen Traum versteckt

In den Mittwoch-Streiflichtern hatte der Wiesnigel Ignaz einen seltsam-nostalgischen Traum. Und der war etwas für echte Starbulls-Fans, denn darin waren diese 32 Rosenheimer Eishockey-Legenden versteckt: Zach, Friesen, Fischer, Starsi, Pouzar, Schiffl, Sherven, Masters, „koschei“ (Kokoschka), Trattner, Ahne, Adlmaier, Wohl, Lutz, Reindl, Mörz, Höfner, Lukac, Kummer, Maidl, Blum, Lechl, Berwanger, Franz, Klaus, Wacki (Kretschmer), Baldauf, Kammerer, Betz, Reil, Hilger, Sommer.

Zachpreller, Wacki Leaks und Reilway-Station

Hier noch einmal zum Vergleichen, Suchen und Finden der komplette Traum – von Zeiten, als Zachpreller, Friesen und Fischer noch Kölner Haie jagten, als das Team noch mit Top-Starsis gespickt war, die wahre Pouzarenritte hinlegten, jedes Schiffl schaukelten und Sherven wie Drahtseile hatten;
als die Starbulls noch einem Mastersplan folgten, der SBR im Eishockey erste Ahne war und es den Gegnern nicht ganz „koschei“ war, wenn sie in Rosenheim antrattnern mussten;
als Adlmaier sehr wohl verpflichtete und selbst im Blutzucker ein Rosenheimer Eishockey-Held steckte;
als die Burschen Braten-Reindl verspeisten, Festmörzen tranken, Lose am Glückshöfner kauften, auf den „Hau den Lukac“ hämmerten und unbekummert scharfe Maidln blumig anlechlten, bevor sie ihnen die Berwangern herbusselten;
als der Franz noch nicht am Wiesntor zu finden war, sondern auf dem Eis, als es noch Spielerverträge ohne Klauseln gab und kein Wacki-Leaks – und im Radio keine Frühaufdreher, sondern Baldaufdreher, die schon am Mikrofon saßen, wenn die letzten Spätheimkammerer mit einem Betzn Rausch zur Reilway-Station hilgerten. Ja, das waren noch Spätsommer!

Träumte von den großen Starbulls-Zeiten: der Wiesnigel Ignaz der OVB-Heimatzeitungen.

Doppelte Überraschung

Doppelte Überraschung für FW/UP-Stadträtin Christine Degenhart: Die Architektin hatte den Wiesnigel Ignaz zum Fraktionsabend ins Auerbräu eingeladen. 2016 war Degenhart in einer „Palastrevolution“ zur Präsidentin der Bayerischen Architektenkammer gewählt worden. Eine der „Strippenzieherinnen“ damals: die Münchner Architektin Gaby Musil, die Ignaz als Überraschungsgast mitbrachte. Die zweite Überraschung war ein Exemplar von J. D. Salingers Erfolgsroman „Der Fänger im Roggen“. Der Autor war nach dem Krieg als Nachrichtenoffizier im mittelfränkischen Gunzenhausen, der Geburtsstadt von Degenhart, stationiert gewesen. Aus dessen Aufzeichnungen aus dieser Zeit, in der auch der Roman entstand, wurde jetzt eine fiktive Autobiographie verfasst – mit dem Titel „Gunzenhausen“. Der Ignaz hatte Degenhart dazu eine Rezension zugeleitet.

Christine Degenhart (rechts) mit der Münchner Architektin Gaby Musil und dem „Fänger im Roggen“.

Boarisch schimpfen: Bierdimpfe und Gramfhenna

Boarisch schimpfen und granteln gehört zur Wiesn wie die Mass Bier. Damit alle „midbuifan“ (mitschimpfen) können, erklären die Wiesn-Streiflichter für „Zuagroaste“ und „Dosige“ täglich einige bajuwarische Kraftausdrücke – auf der Grundlage des Buchs „Loamsiada, Doagaff, Siasskasa“ – Bairische Schimpfnamen“ des Karikaturisten Hans Reiser, erhältlich auch in allen Geschäftsstellen der OVB-Heimatzeitungen.

bierdimpfe.jpg

Heute: Bierdimpfe = stumpfsinniger Wirtshaushocker;
Gramfhenna (Gramf = Krampf); Henna = Henne): überengagiertes, verkrampft sendungsbewusstes weibliches Wesen;
Zornbinkl (Binkl = Beule): jähzorniger Mensch, aber auch umgangssprachlich für ein schreiendes Kleinkind;
dürrer Haring (Haring = Hering): dürrer, schlaksiger Mensch.

Wie doch die Zeit vergeht: Warmherzige Jubilar-Ehrung im Flötzinger-Festzelt

Die Ehrung der engagierten Bedienungen und Musiker ist für Flötzinger-Brauereichefin Marisa Steegmüller jedes Jahr eine Herzensangelegenheit. Sie schätzt die Treue der Mitarbeiter und fand wieder für jeden und jede warme, persönliche Worte. Aus den Gesichtern der Jubilare sprach nicht nur Stolz, sondern auch Rührung – darüber, dass Fleiß und Geschick nicht unbemerkt bleiben. Darauf wurde mit einem kräftigen Schluck Wiesn-Bier angestoßen – und dann ging es an die Arbeit.

Jahrzehntelang mittendrin im Geschehen: die Jubilare der Flötzinger Brauerei.

Die Jubilare, hinten von links: Josef Niedermeier, Musiker, 45 Jahre; Bartholomäus Rieder, Musiker, 35 Jahre; Angelika Wildgruber, Personalleitung; Hubert Krabichler, Musiker, 25 Jahre; Norbert Zehrer, Musiker, 20 Jahre; Marisa Steegmüller; Wolfgang Schrank, Schankkellner, geht nach 39 Jahren in Rente; Katharina Schuster, Bedienung, 20 Jahre; Wolfgang Dichtl, Zeltleitung; vordere Reihe von links: Christine Dräxl, Chefbedienung, 25 Jahre; Marianne Gropp, Bedienung, 25 Jahre; Irmi Huber-Einsiedler, Bedienung, 40 Jahre; Lisa Taxer, Bedienung, 25 Jahre; Rosemarie Fischer, Bedienung, 25 Jahre; Alexandra Hainzl, Bedienung, 25 Jahre; Elisabeth Adlmaier, Bedienung, 20 Jahre; Elisabeth Wurmannstetter, Bedienung, 20 Jahre. Auf dem Bild fehlen: Elisabeth Wagner, Bedienung, 25 Jahre; Hans Schäfer, Schankkellner, 35 Jahre.

Ohne sie gäbe es kein OVB zum Kaffee: Ein Prosit auf unsere Zusteller

Sie sind schon auf den Beinen, wenn die letzten Wiesn-Nachtschwärmer noch fest schlafen: die sichtlich gut gelaunten Zustellerinnen und Zusteller der OVB-Heimatzeitungen, die sich auf Einladung des OVB-Medienhauses eine Brotzeit und eine Mass Bier auf der Wiesn schmecken ließen. Auch während der Herbstfestzeit stehen sie in der Nacht oder im Morgengrauen auf, schwingen sich aufs Radl, starten zu Fuß oder mit dem Auto, damit das OVB bei den Lesern im Raum Rosenheim, im Chiemgau und im Inntal druckfrisch auf dem Frühstückstisch liegt, wenn die Kaffeemaschine angeworfen wird. Eine Aufgabe, die den Zeitungsträgern große Freude macht – zumal auf menschenleeren Straßen ein winternachtklarer Sternenhimmel oder traumhafte Sonnenaufgänge die einzigen Begleiter sind.

Gute Stimmung beim Wiesnbesuch der Zustellerinnen und Zusteller der OVB-Heimatzeitungen.

So hatten sich die Zusteller viel zu erzählen und stießen mit Brigitte Jelinek, Leiterin des Kundenservices Vertrieb und Anzeigen beim OVB, Betriebsratsvorsitzendem Martin Weinzierl und Logistikleiter Andreas Wagner an – auch auf die Gemütlichkeit. Morgen in aller Herrgottsfrüh – da pressiert es ja schon wieder.

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