Stadt gibt weitere Infos bekannt
„Ziemliche Lücken“: Warum es nur 18 Biomüll-Container in Rosenheim gibt – wer nun lange Wege hat
Lange wurde diskutiert, am Ende fiel die Entscheidung in einem Bürgerentscheid. Im Rahmen dessen sprachen sich die Bürger dafür aus, dass sie ihren Biomüll in Zukunft zu den Wertstoffinseln bringen wollen. Was die Rosenheimer jetzt wissen müssen.
Rosenheim – Etwas skeptisch war Peter Weigel dann doch. „Es gibt ziemliche Lücken“, sagte der Stadtrat der Grünen während der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Energie und Klimaschutz. Nur wenige Minuten zuvor hatte Ralf Seeburger, Leiter des städtischen Umwelt- und Grünflächenamts, eine erste Liste präsentiert, wo im Stadtgebiet Container für den Biomüll aufgestellt werden sollen.
Aufstellung Anfang 2025
So können die Rosenheimer ihren Biomüll künftig an 18 Wertstoffinseln abgeben – unter anderem in der Pürstlingstraße, am Geigelsteinweg oder in der Herbststraße. Anfang 2025 sollen die dafür benötigten Bioabfallcontainer aufgestellt werden. Im Gegenzug werden die beiden Biopresscontainer an den Wertstoffinseln in der Hochfellnstraße sowie in der Traberhofstraße im Dezember abgebaut.
„Aufgrund der engen Platzverhältnisse an den Wertstoffinseln sowie der hohen Kosten kommt eine weitere Lösung mit Presscontainern nicht infrage“, teilte die Verwaltung während der Sitzung mit. Stattdessen kommen 660-Liter-Kunststoffcontainer zum Einsatz. „Größere Container kommen auch wegen der dann erhöhten Gefahr von Fehlwürfen nicht in Betracht“, sagte Seeburger.
Kurzzeitig wurde mit dem Gedanken gespielt, ob Metall-Depotcontainer nicht sinnvoller wären. Doch ein Test, der seit Oktober im Wertstoffhof lief, überzeugte die Mitarbeiter nicht. Nicht nur sei Sickerwasser ausgetreten, auch blieben immer wieder Bioabfallreste beim Entleeren hängen. „Aus diesem Grund kommt dieser Containertyp nicht infrage“, machte Seeburger deutlich.
Schwarze Container mit Deckel
Stattdessen entschied man sich für schwarze, flüssigkeitsdichte Kunststoffcontainer mit braunem Deckel – mit einer „Deckel in Deckel“-Lösung für den Einwurf. Dabei wird der eigentliche Behälterdeckel um einen zusätzlichen, kleinen Deckel ergänzt. Das hat laut Ralf Seeburger den Vorteil, dass die Größe des eingeworfenen Mülls auf die Größe des Deckels beschränkt wird. „Dadurch sollen Fremdeinwürfe verhindert werden“, sagte der Leiter des Umwelt- und Grünflächenamts.
Die Sammlung, Leerung und Reinigung des Bioabfalls übernehmen die Mitarbeiter des Baubetriebshofs. „Das Entsorgungsfahrzeug ist das gleiche wie für die Müllabfuhr“, heißt es aus dem Rathaus. Da die Müllabfuhr von Montag bis Donnerstag organisiert ist, wird die Biomüllleerung wöchentlich freitags stattfinden. Der Biomüll wird anschließend nach Warngau geliefert. Dort befindet sich eine Bioabfallvergärungsanlage. „Bis auf Weiteres ist dort eine ausreichende Entsorgungskapazität im Rahmen der geschlossenen Vereinbarung vorhanden“, teilt die Verwaltung mit.
„Das Konzept überzeugt uns“, sagte CSU-Stadtrat Dr. Wolfgang Bergmüller während der Sitzung. Astrid Schenck (Grüne) plädierte in diesem Zusammenhang dafür, dass vonseiten der Stadt eine Aufklärungskampagne gestartet wird. Nur so könne es gelingen, die Bürger darüber aufzuklären, welcher Müll in welche Tonne gehört. Geplant ist laut Ralf Seeburger, dass die Aufstellung der Sammelcontainer durch die Öffentlichkeitsarbeit der städtischen Abfallberatung begleitet wird. So sollen an den Container Folierungen angebracht werden, was in die Tonne darf – und was eben nicht.
Während der Sitzung machte er noch einmal deutlich, dass es aufgrund der begrenzten Platzverhältnisse nicht möglich gewesen sei, an allen Wertstoffinseln zusätzliche Container aufzustellen. Hinzu kommt, dass die jeweiligen Abstände zur Wohnbebauung berücksichtigt werden müssen.
Insgesamt hat die Stadt 30 Container bestellt. Dadurch könne sichergestellt, dass die Behälter auch ausgetauscht werden können, um sie entsprechend zu reinigen. „Ziel ist, als Vorgabe der Regierung von Oberbayern, eine flächendeckende Sammlung von Bioabfall für Privathaushalte im Stadtgebiet bereitzustellen“, heißt es aus dem Rathaus. Die Abgabemöglichkeit von Biomüll am Wertstoffhof für Privathaushalte bleibt weiterhin bestehen.
Die Transponder-Chips, die in der Vergangenheit für die Biopresscontainer benötigt worden, können kostenlos als Elektroschrott am Wertstoffhof entsorgt werden.
