„Ereignisse haben sich überschlagen“
Weihnachtswunder für Rosenheimer Einzelhändler: Wie „Pringal Fashion“ eine neue Heimat gefunden hat
Erst vor einigen Wochen gab Thomas Pringal bekannt, dass er sein Geschäft „Pringal Fashion“ in der Münchener Straße in Rosenheim schließen muss – nach fast 30 Jahren. Kurz vor Weihnachten hat der 54-Jährige eine Lösung gefunden, die er exklusiv im OVB verkündet.
Rosenheim – Die Freude bei Thomas Pringal ist groß. Erst im November wurde bekannt, dass der Inhaber des Geschäfts „Pringal Fashion“ seinen Laden in der Münchener Straße in Rosenheim schließen muss. Der Grund: Er befürchtete, dass sein Geschäft massiv unter den geplanten Renovierungsarbeiten und Umbaumaßnahmen des ehemaligen Karstadt-Sport-Hauses leiden wird. „Eine zweijährige Baustelle direkt vor unserem Haus würden wir nicht überleben“, sagte Pringal erst vor wenigen Wochen.
Gute Nachricht für alle Stammkunden
Seitdem läuft der Abverkauf, im Januar ist endgültig Schluss. Zumindest vorerst. Denn aus Rosenheim verschwinden, wird der Einzelhändler – zur Freude seiner Stammkunden – nicht. Das hat er jetzt bekannt gegeben. „Die Ereignisse haben sich überschlagen, nachdem ich bekannt gegeben habe, dass ich mein Geschäft schließe“, erinnert sich Pringal.
Zahlreiche Angebote
Stammkunden hätten Immobilienanzeigen aus der Zeitung ausgeschnitten und seien damit in sein Geschäft gekommen. Zudem habe sein Telefon fast ununterbrochen geklingelt. „Etliche Hauseigentümer haben mir einen Laden angeboten“, sagt der Einzelhändler. Darunter seien auch die beiden Läden gewesen, die sich schräg gegenüber von seinem jetzigen Geschäft befinden.
In einem von beiden befindet sich derzeit noch das Augenoptikergeschäft „eyes + more“, direkt daneben stellt das Möbelgeschäft „BoConcept“ einige Möbel aus. Weil der Optiker zeitnah in die Fußgängerzone zieht und der Ausstellungsraum ohnehin nur temporär war, waren die Eigentümer des Gebäudes auf der Suche nach einem Nachmieter – und fanden diesen in Thomas Pringal.
„Die Gespräche sind sehr gut verlaufen und wir konnten uns schnell einigen“, sagt der Einzelhändler. Bis Januar läuft der Abverkauf, anschließend muss er sich um den Umbau seines neuen Geschäfts kümmern. Denn aus zwei Geschäften soll ab März eins werden. Auf einer Seite soll Männermode verkauft werden, auf der anderen gibt es zahlreiche Kleidungsstücke für Frauen.
Unterstützung bei Umbauarbeiten
„Es muss relativ viel gemacht werden, wir müssen beispielsweise Wände rausreißen“, sagt Pringal. Er habe schon jetzt mit einigen Freunden Kontakt aufgenommen, die ihn bei den Umbauarbeiten unterstützen wollen. Sorge, dass es nicht rechtzeitig fertig wird, hat er nicht. Auch, weil die Freude überwiegt, dass er so schnell eine neue Bleibe gefunden hat.
Zwar ist das Geschäft etwa 70 Quadratmeter kleiner als sein jetziger Standort, dafür gebe es keine Treppen und die Schaufenster würden deutlich größer ausfallen. „Es ist auf jeden Fall die bessere Lage“, sagt er. Für ihn sei die Münchener Straße keineswegs unattraktiv. Im Gegenteil.
So gut wie kein Leerstand mehr
In den kommenden Monaten werde es – bis auf die ehemalige Rituals-Filiale – keinen Leerstand mehr geben. Geplant seien, neben einer neuen Gastronomie, auch ein Trachten- sowie ein Bekleidungsgeschäft in die Münchener Straße ziehen. Zudem soll der Salingarten nach und nach aufgewertet werden. Geplant sind neben einem Spielplatz auch ein Neubau der Toiletten sowie zusätzliche Sitzmöglichkeiten.
Einziger Wermutstropfen für Thomas Pringal: Den geplanten Urlaub im Februar muss er vorerst ausfallen lassen. „Das nehme ich jedoch gerne in Kauf“, sagt er.

