Die Schauspielerin im Exklusiv-Interview
Tränen und große Gefühle: Marie Hofer-Darstellerin Karin Thaler über Stockls Rosenheim-Cops-Ende
Seit 25 Jahren ist Karin Thaler alias Marie Hofer ein fester Bestandteil der Kultserie Rosenheim-Cops. Im exklusiven Interview mit dem OVB verrät die Schauspielerin mehr über die neue Staffel, das Aus von Marisa Burger alias Miriam Stockl und ihre geheimen Pläne fürs kommende Jahr.
Rosenheim – Karin Thaler steht seit mittlerweile 40 Jahren vor der Kamera. Mehr als die Hälfte dieser Zeit hat sie bei den Rosenheim-Cops verbracht. In der Serie spielt sie die resolute und dennoch stets herzliche Bauernhofbesitzerin und Stadträtin Marie Hofer. Im OVB-Exklusiv-Interview erzählt die Schauspielerin vom emotionalen Abschied von Kollegin Marisa Burger, ihrer absoluten Lieblingsszene und einem „Herzensprojekt“.
Wie würden Sie Maries Geschichte in der neuen Staffel beschreiben?
Karin Thaler: Viel Frühstück, wie immer. Marie ist die Beständigkeit in der Serie. Es gibt leider nicht viel Neues. Keine Liebesgeschichte, die ich mir noch wünsche. Mal schauen, was die Zukunft so bringt. Ich glaube, die Leute lieben auch eben diese Beständigkeit an der Serie. Es ist immer herzlich, harmonisch und liebevoll unter den Kollegen.
Worauf freuen Sie sich in der neuen Staffel besonders?
Thaler: Ich freue mich darauf, dass es jetzt mal losgeht. Und dass ich auch noch Marisa Burger so lange wie möglich sehen und an mein Herz drücken kann, weil sie für mich schon ein großer Verlust ist. Ich werde definitiv weinen am letzten Drehtag. Den haben wir zusammen. Es gibt natürlich auch spannende neue Geschichten. Jeder kommt mal zum Zug, was ich schön finde. Es ist eine Jubiläumsstaffel, ein Vierteljahrhundert, 600 Folgen. Es ist auch für mich mein Jubiläumsjahr, ich bin 60 geworden. Ich stehe 40 Jahre vor der Kamera. Und ich bin 33 Jahre mit meinem Mann Milos zusammen. Das ist auch ein Jubiläum.
Gibt es irgendwelche spannenden oder überraschenden Momente in der neuen Staffel?
Thaler: Ich darf nichts verraten. Die Leute sollen sich überraschen lassen. Ich glaube, unsere Fans sind so froh, wenn sie uns noch mal alle in der Ursprungsbesetzung sehen.
Was ist Ihre liebste Erinnerung vom Dreh der neuen Staffel?
Thaler: Alle Szenen mit Marisa. Seitdem wir wissen, dass sie geht, ist es einfach so schön, wenn wir zusammenkommen. Die Dreharbeiten sind schon stressig und gerade Marisa hat viel Text, aber wir versuchen wirklich, die Zeit zu genießen. Mittlerweile hängen wir auch in den Pausen zusammen.
Wie geht es jetzt ohne Marisa Burger weiter?
Thaler: Wir drehen ja jetzt noch bis Mitte/Ende Oktober und da bin ich selber auch gespannt, wie das für uns sein wird. Vom Gefühl her werden auf jeden Fall Tränen fließen, wenn wir dann die letzte Szene zusammen spielen und unser Abschlussfest feiern. Aber da kann man sich im Vorfeld auch überhaupt nicht drauf vorbereiten. Man weiß nicht, was da für Gefühle hochkommen.
Hat es Auswirkungen auf den Erfolg der Serie, wenn eine der Lieblingsfiguren der Zuschauer geht?
Thaler: Das weiß man nicht. Ich glaube, dass die Produktion die beste Lösung gefunden hat. Also, dass sie Sarah Thonig nach oben holt. Das ging ja schon durch die Presse, dass praktisch die Frau Lange gespielt von Sarah Thonig kommt. Ich freue mich sehr für sie. Es ist eine Herausforderung, aber ich bin überzeugt, dass sie es super meistern wird. Wir spielen ja jetzt auch schon ein paar Folgen, wo die Frau Stockl überraschend weg muss – warum darf ich nicht sagen – und dann springt ganz kurzfristig und heimlich die Frau Lange ein. Das sind ganz süße Sequenzen. Ich glaube, das macht es für das Publikum auch leichter, wenn man da schon mal ein bisschen reinspüren kann.
Sie waren schon von Anfang an bei den Rosenheim-Cops dabei. Wie fühlt es sich an, ein 25. Jubiläum zu feiern?
Thaler: Ich bin furchtbar stolz. Ich hätte nie gedacht, dass ich bei so einem wichtigen und erfolgreichen Projekt dabei sein darf, vor allem so lange, gerade auch als Frau. Ich bin schon sehr, sehr dankbar. Und ich glaube, ich habe das auch verdient.
Haben Sie eine persönliche Lieblingsfolge oder einen Lieblingsmoment in der Serie?
Thaler: Damals noch mit Josef Hannesschläger gab es mal eine Szene, die total echt war. Da reden wir von unseren verstorbenen Eltern und dem Hof. Josef, mein Filmbruder, sagt dann, der Papa wollte, dass wir den Hof nicht verkaufen. Wir schauen uns ganz tief in die Augen und ich sehe, dass ihm Tränen kommen und dann kamen mir auch Tränen. Das war so ein stiller Moment und wir haben beide geweint, weil seine Mama gerade gestorben ist. Meine war krank. Das hat uns total verbunden und geflasht und das ist auch so drin geblieben in der Folge. Das war halt gar nicht so geplant.
Was würden Sie gerne vom Set mitnehmen?
Thaler: Die Klappe (lacht). Eine habe ich schon von der Serie „Ein Engel für Felix“. Da habe ich die weibliche Hauptrolle gespielt und da musste ich echt betteln, dass ich die Klappe kriege. Die Klappe von der letzten Szene von diesem Jahr würde ich schon ganz gerne stibitzen. Aber ich weiß nicht, ob ich sie kriege. Ich habe es noch niemandem gesagt. Vielleicht klaue ich sie einfach (lacht).
Haben Sie und Ihre Figur Marie etwas gemeinsam?
Thaler: Marie ist ein ganz großer Teil meines Lebens. Man bringt ja sehr viel von sich selbst ein. Sie ist definitiv konsequenter. Ich kann ganz schwer nein sagen und das kann Marie schon. Sie ist ein bisschen resoluter. Aber sie hat das Herz am rechten Fleck und ist ehrlich.
Was mögen Sie an Marie am meisten?
Thaler: Ihre Schönheit (lacht). Nein, Spaß. Ihre Lebensfreude und Warmherzigkeit. Das habe ich glaube ich auch. Das mag ich schon sehr an ihr.
Mögen Sie außerhalb Ihrer Arbeit auch Krimis?
Thaler: Sehr. Ich bin aber eher auf dem amerikanischen Markt unterwegs. Ich liebe zum Beispiel Monk oder Bones. Ich mag halt nicht so diese perfekten Menschen. Das ist, glaube ich, auch ein großer Erfolg unserer Serie. Wir sind ja alle nicht perfekt. Bis auf Igor Jeftić, der Sven Hansen, der ist perfekt. Und ich lese sehr gerne Krimis.
Haben Sie einen Favoriten oder eine Empfehlung?
Thaler: Fitzek ist schon richtig, richtig toll. Ich hab aber so viel gelesen. Ich mag eigentlich alles durch die Bank. Unter den Krimiserien kann ich Blacklist empfehlen. Was mich betrifft, gibt es in Zukunft ein sehr großes Herzensprojekt, worüber ich aber noch nicht reden kann. Nächstes Jahr ist ein ganz großes Jahr für mich.

