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Kindersegen per Möbelstück

Kurioses Objekt in Rosenheimer Apotheke: Wie ein uralter Stuhl Frauen mit Kinderwunsch helfen soll

Ludmila Langthaler und Fruchtbarkeitsstuhl
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Ludmila Langthaler führt die Crystal Apotheke in der Rosenheimer Luitpold Straße. Seit etwa zwei Wochen kann dort ein „Fruchtbarkeitsstuhl“ besichtigt und benutzt werden.

Platz nehmen bei Kinderwunsch: In einer Apotheke in Rosenheim gibt es seit Kurzem einen jahrhundertealten „Fruchtbarkeitsstuhl“, der Frauen gesunde Nachkommen schenken soll. Wie das seltene Objekt nach Rosenheim kam und wie es funktionieren soll.

Rosenheim – Eine kleine Statue aus Holz „bewacht“ das neueste Objekt in der Rosenheimer Crystal Apotheke. Hier gibt es seit Kurzem einen „Fruchtbarkeitsstuhl“. Er stammt aus Afrika, wurde im 17. oder 18. Jahrhundert angefertigt und soll Frauen viele gesunde Nachkommen schenken, wie Apotheken-Inhaberin Ludmila Langthaler erklärt.

„Der Stuhl wurde für eine Prinzessin in Sansibar angefertigt, die ihn zur Hochzeit geschenkt bekommen hat“, erzählt Langthaler. Seit mittlerweile fünf Jahren führt sie die Crystal Apotheke in der Rosenheimer Luitpoldstraße. Angeblich habe der Stuhl damals seine Wirkung gezeigt: „Die Prinzessin hat der Sage nach 17 Kinder bekommen.“

Stuhl soll die Frau stärken

Auch in der Apotheke soll der Stuhl nun Frauen helfen. „Er soll sie einfach stärken“, betont Langthaler. Ob er wirklich etwas bewirke, könne man natürlich nicht nachweisen. „Allerdings hat mir eine Bekannte, die sich vor ein paar Wochen draufgesetzt hat, jetzt ein Foto von einem positiven Schwangerschaftstest geschickt“, sagt die Inhaberin. Ob es Zufall oder der Glaube daran sei, dass es funktioniert, kann sie aber nicht sagen.

Ludmila Langthaler leitet die Crystal Apotheke seit fünf Jahren.

Den „Fruchtbarkeitsstuhl“ entdeckte Langthaler in einer Ausstellung. „Da habe ich mir gedacht, das passt gut zu einer Apotheke“, sagt sie. Die Inhaberin interessiert sich für Gesundheitsaspekte in der Kunst und hat deswegen ihr Projekt „Heilkunst trifft Weltkunst“ ins Leben gerufen. Der Stuhl wird nicht das einzige historische Relikt bleiben, das in ihrer Apotheke besichtigt werden kann: Als Nächstes will sie dort eine alte Opiumpfeife ausstellen.

Frauen mit Kinderwunsch verzweifeln an Nichterfüllung

„Laut Überlieferungen wurde der Fruchtbarkeitsstuhl mit schamanischen Ritualen gesegnet, um die Fruchtbarkeit zu stärken“, erklärt Langthaler. Sie erzählt, dass viele Frauen mit Kinderwunsch oft an der Nichterfüllung verzweifeln. Manche würden es über Jahre hinweg versuchen – ohne Erfolg. „Da geht sehr viel seelische Substanz kaputt“, betont Langthaler. Der „Fruchtbarkeitsstuhl“ soll vor allem diese Frauen unterstützen und auch den Glauben daran, dass der Kinderwunsch noch in Erfüllung gehen kann.

Der „Fruchtbarkeitsstuhl“ stammt aus Afrika und wurde wohl im 17. oder 18. Jahrhundert angefertigt.

„Wenn es nur einer Person hilft, ist es schon toll“, betont Langthaler. Bislang hätten sich schon etwa zehn Frauen auf den Holzstuhl gesetzt. „Ich denke schon, dass das etwas bewirken kann“, sagt die Apotheken-Inhaberin. Schließlich würden beispielsweise auch viele schwer kranke Menschen zu heiligen Stätten reisen. „Wenn sie zurückkommen, sind sie mental gestärkt“, so Langthaler. Und diese seelische Verfassung spiele bei der Überwindung von Erkrankungen eine wichtige Rolle.

Naturheilkunde in der Crystal Apotheke

Zudem stehe die Crystal Apotheke für Naturheilkunde. „Ein Kind hat mal gesagt: ‚Sie machen ja Medizin mit Kräutern, so wie früher‘“, erzählt Langthaler und lacht. In ihrer Apotheke gebe es viele solche Produkte und homöopathische Mittel. „Es wird nicht überall mit Tabletten behandelt“, so die Inhaberin. Viele andere Kulturen würden noch mit Heilkräutern und selbst hergestellten Salben arbeiten.

Allerdings gebe es viele Menschen, die genau das für Schwachsinn halten und das auch deutlich machen. Das erlebt Langthaler häufiger. „Dann muss man einfach einen Schritt zurückgehen. Ich kann niemandem meinen Glauben aufdrängen“, betont sie. Sie ist allerdings überzeugt: Selbst wenn es nur der Placebo-Effekt ist, der eine positive Wirkung hat, sei es dennoch gut.

Objekt wird versteigert

Langthaler selbst findet es faszinierend, wie Menschen früher versuchten, sich und andere zu heilen. „Solche Objekte jetzt in der Apotheke ausstellen zu dürfen, ist schon etwas Besonderes“, betont die Inhaberin. Den „Fruchtbarkeitsstuhl“ habe sie dafür extra von einem Aktionshaus ausgeliehen. Einige Wochen noch wird er in der Crystal Apotheke zu sehen sein. Jede Frau, die möchte, kann ihn nach Absprache mit dem Personal benutzen. „Danach wird der Stuhl versteigert“, so Langthaler.

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