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Überblick in der Region um Rosenheim

Gewerbesteuer so hoch wie nie zuvor: Wo Firmen am meisten bezahlen und wo es noch günstig ist

„Negativrekord“ in der Region: Die Hebesätze für die Gewerbesteuern in den Gemeinden haben laut Andreas Bensegger, Vorsitzender der IHK Rosenheim, angezogen.
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„Negativrekord“ in der Region: Die Hebesätze für die Gewerbesteuern in den Gemeinden haben laut Andreas Bensegger, Vorsitzender der IHK Rosenheim, angezogen.

Die Gewerbesteuer ist für viele Unternehmen ein entscheidender Faktor bei der Standortwahl. Doch wo gibt es in der Region Rosenheim, Mühldorf und Traunstein noch die billigsten Plätze und wo wird es für die Firmen besonders teuer? Ein Überblick.

Rosenheim/Traunstein/Mühldorf – Als „Negativrekord“ bezeichnet die Industrie- und Handelskammer (IHK) die Entwicklung der Gewerbesteuer. Demnach haben noch nie so viele Gemeinden wie im Jahr 2025 ihre Hebesätze nach oben geschraubt. Alleine in der Region Rosenheim, Traunstein und Mühldorf haben zwölf Gemeinden ihre Steuern für die Unternehmen erhöht. 

Höchstwerte bei 400 Prozent

Laut dem Bayerischen Landesamt für Statistik haben im Rosenheimer Landkreis vor allem Bad Aibling, Kolbermoor und Neubeuern „nachgezogen“ und den Hebesatz auf jeweils 400 Prozent angepasst. Damit sind die Gemeinden nun genauso teuer wie die Stadt Rosenheim, wo die Quote bereits bei 400 Prozent lag. Keine allzu gute Entwicklung aus Sicht von Andreas Bensegger, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Rosenheim: „Jegliche Steuererhöhung kommt zur Unzeit. Denn unsere heimische Wirtschaft steckt noch immer in der Dauerstagnation fest, die Investitionsbereitschaft liegt nahe dem Nullpunkt”, meint er. 

Was bedeutet der Hebesatz für ein Unternehmen?

Der Gewerbesteuerhebesatz einer Gemeinde legt den Betrag fest, der von den Firmen an die jeweilige Kommune abgegeben werden muss. Der Hebesatz wird dabei auf den Steuermessbetrag angerechnet, der sich wiederum aus dem erwirtschafteten Gewinn der Firma ergibt. Ein Beispiel: Bei einem Gewinn eines Einzelunternehmers von 90.000 Euro ergibt sich ein Steuermessbetrag von 2.292 Euro. Hat die Firma ihren Sitz in Rosenheim, bedeutet das einen Hebesatz von 400 Prozent und somit eine Gewerbesteuer von 2.292 x 4 also 9168 Euro. In Rohrdorf (300 Prozent) wären es bei diesem Beispiel lediglich 6.876 Euro.

Doch nicht überall liegt der Hebesatz so hoch. So haben Amerang, Rohrdorf und Tuntenhausen mit 300 Prozent den geringsten Gewerbesteuerhebesatz im Landkreis. Gründe für die unterschiedlichen Beiträge sind nicht nur die Lage und Infrastruktur, sondern auch die steigende Kreisumlage. Manche Kommunen versuchen laut IHK, ihre „Haushaltslöcher auf dem Rücken der heimischen Unternehmen zu stopfen.”

Die Hebesätze in den Gemeinden 2024: Alle Landkreise legen zu.


So ist beispielsweise auch in Mühldorf der Durchschnitt der Hebesätze um vier Prozentpunkte gestiegen. Egglkofen hob den Hebesatz um 50 Prozentpunkte auf 350 Prozent an, in Neumarkt-Sankt Veit stieg der Hebesatz auf 360 Prozent (plus 40 Prozentpunkte) und Waldkraiburg erhöhte um 30 Prozentpunkte auf 390 Prozent.  Die Gemeinden Lohkirchen, Oberbergkirchen und Schönberg haben hier den Höchstwert von aktuell 400 Prozent. Nur 300 Prozent sind es in Aschau am Inn, Kirchdorf und Niedertaufkirchen. 


In Traunstein zog vor allem Schleching den Hebesatz mit 50 Prozentpunkten auf 400 Prozent an und ist somit „Spitzenreiter“ im Landkreis.  Mit jeweils 310 Prozent gab es die niedrigsten Hebesätze in Palling und Kirchanschöring. Ungewöhnlich ist hier die Entwicklung in Siegsdorf. Als einzige Gemeinde in der gesamten Region fielen die Steuerhebesätze hier von 360 auf 340 Prozent

Insgesamt zeigt die Tendenz jedoch nach oben. Insgesamt 537 Millionen Euro gingen im Jahr 2024 an alle Kommunen in Rosenheim, Traunstein und Mühldorf. Laut den Statistiken liegen damit alle drei Gemeinden bei einem ähnlichen Durchschnitt zwischen 342 und 352 Prozent. Zum Vergleich: Den höchsten Hebesatz in ganz Bayern hat die Hauptstadt München mit 490 Prozent. 

 

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