Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Kreuzungsvereinbarung unterschrieben

Lebensgefahr im Tunnel: So schnell könnte Rohrdorfs Nadelöhr unter der A8 verschwinden

Der Rohrdorfer Gemeinderat lässt sich von Experten den Autobahndurchstich für Radfahrer und Fußgänger erklären. Eine Grafik des Vorhabens ist an die Wand projeziert.
+
Wie schon in der ersten Sondersitzung (Foto) erläuterten die Fachleute – hier Alexander Eisner vom Staatlichen Bauamt Rosenheim – auch in der zweiten den Gemeinderäten die Durchführung der A8 Untertunnelung in allen Details erläutert.

Sie kämpfen seit Jahrzehnten. Das Nadelöhr soll weg. Die Unterführung der Staatsstraße Rohrdorf-Thansau unter der Autobahn ist für Radfahrer und Fußgänger lebensgefährlich. Nun scheint Licht am Ende des Tunnels. So ist der Stand der Dinge.

Rohrdorf – Die Gemeinde ist der Entschärfung des Nadelöhrs bei der A8-Unterführung einen großen Schritt näher gekommen. Der Gemeinderat beschloss in seiner zweiten Sondersitzung zu diesem Thema mit 16 zu drei Stimmen die sogenannte Kreuzungsvereinbarung zu unterschreiben. Etwa 70 Bürger folgten der Sitzung.

Damit ist der ganze vorbereitende Papierkrieg unter Dach und Fach. Ein letztes Stadium, die Vorlage der Vereinbarung beim Fernstraßenbundesamt, ist offenbar nur noch Formsache. So jedenfalls die Einschätzung von Alexander Eisner, Abteilungsleiter beim Straßenbauamt Rosenheim, wie auch von Sebastian Hock von der Autobahn-GmbH. Es war der Verwaltung gelungen, diese beiden zusammen mit Vertretern des Ingenieurbüros Gebauer zu der weiteren Sondersitzung noch einmal einzuladen. 

Wie realistisch sind die Baukosten?

Der Gemeinderat nutzte diese Chance, um bei dieser Sitzung nun über alle Fraktionen hinweg gezielte Nachfragen stellen zu können. Ein Hauptpunkt war hierbei die Erörterung, wie verlässlich die Kostenhochrechnung der Planer sei. Die liegt derzeit bei drei Millionen Euro. Sebastian Hauser (CSU) befürchtete aber, dass es dabei am Ende nicht bleiben werde. Er meinte, es sei wohl realistisch eher von fünf Millionen auszugehen. Von den Planern war diesbezüglich zu hören, dass die drei Millionen Euro tatsächlich die gesamten Baukosten von der Baustelleneinrichtung bis zur Einweihung enthielten. Überraschungen im Baugrund, die Mehrkosten verursachen könnten, seien wegen der gründlichen Untersuchungen, die vorweg gegangen seien, nicht zu erwarten. Auch seien Schäden an der Fahrbahndecke der A8 durch den gewählten Bauablauf nach allem Ingenieurwissen und aller Planungserfahrung auszuschließen.

Ein weiterer Punkt, der von einigen Gemeinderäten kritisch gesehen wurde, war die Tatsache, dass die neue Untertunnelung nur ein Bauwerk auf Zeit ist. Zwar versicherte Sebastian Hock von der Autobahn GmbH auch bei dieser Sitzung noch einmal, dass für die Abwicklung des vorhergehenden Abschnittes, den zwischen Bernau und Achenmühle, ein Zeitraum von zehn Jahren veranschlagt sei. Die Befürchtung, die Gemeinde müsse erhaltende Fördergelder zurückzahlen, weil die Untertunnelung weniger als zehn Jahre Bestand habe, sei deshalb unbegründet. Dennoch verblieb bei einigen Gemeinderäten wegen der Kürze der Bestandszeit offenbar ein gewisses Unbehagen.

Gemeinde zahlt nur mögliche Mehrkosten

Nachgefragt wurde auch, welche Folgekosten durch den irgendwann nötigen Abbruch entstehen werden. Weder das Ingenieurbüro Gebauer noch Hock konnten hier konkrete Zahlen nennen. Sie betonten aber, dass der Abriss zusammen mit dem sonstigen Rückbau der A8-Trasse erfolgen werde. Dieser sei nötig, weil die neue Streckenführung der Autobahn nicht exakt auf der bestehenden Trasse erfolge. Von der Gemeinde zu zahlen sei also nicht der Abriss des Tunnels als solcher, sondern nur etwaige Mehrkosten, die wegen des für die Untertunnelung eingebrachten Betons entstünden.

Förderung mit 70 Prozent realistisch

Der nächste entscheidende Schritt für den Gemeinderat wird anstehen, sobald der Freistaat der Gemeinde die tatsächliche Höhe der Fördermittel mitteilen wird.  In Vorabgesprächen war von einer Größenordnung von etwa 70 Prozent die Rede gewesen. Eisner begründete diesen relativ hohen Prozentsatz mit der Tatsache, dass es sich bei der Entschärfung der Unterführung eigentlich um eine Aufgabe des Freistaates handele. Dem aber seien diesbezüglich die Hände gebunden, weil der A8-Ausbau bereits die Planfeststellungsverfahren durchlaufen habe, rein rechtlich deshalb „zeitnah“ bevorstehe. Deshalb habe sich der Freistaat für das Ausweichmittel einer sogenannten Sonderbaurechtsvereinbarung entschieden: Der Freistaat überträgt eine Baulast, für die eigentlich er zuständig wäre, an eine Gemeinde, unterstützt diese aber dafür mit einer entsprechend hohen Förderung.

Steht die Höhe der Fördermittel fest, womit im Frühherbst zu rechnen ist, wird der Gemeinderat zu entscheiden haben, ob das Bauvorhaben für die Gemeinde zu stemmen ist oder nicht. Sollte er sich positiv entscheiden, könnte noch im kommenden Frühjahr mit dem Bau begonnen werden, eine Fertigstellung zum Dezember nächsten Jahres wäre dann realistisch.

Kommentare