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Sanierung eines Wohn- und Geschäftshauses

„Wir wollen keinen Mobilfunkladen“: Das soll aus dem ehemaligen Priener Hutgeschäft werden

Wartet auf die Sanierung: Das leerstehende Gebäude Seestraße 2 in Prien am Chiemsee.
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Wartet auf die Sanierung: Das leerstehende Gebäude Seestraße 2.

Der 160 Jahre alte Hutladen steht seit einem Vierteljahr verlassen. Das gesamte Gebäude mitten in Prien schaut mit leeren Augen in die Welt. Ein Zustand, der sich bald ändern soll.

Prien am Chiemsee – Seit dem 22. Mai hat der neue Eigentümer, die Aurigia GmbH&Co.KG aus der Unternehmensgruppe der Familie Meltl, die Baugenehmigung für die Seestraße 2 vorliegen. „Wir wollen das Gebäude so gestalten, dass es mindestens zwei Generationen hält“, sagt Curt Wiebel, bei Aurigia auch für diese Immobilie als Projektleiter zuständig. Der 60er-Jahre-Charme jedenfalls, der soll bald Geschichte sein.

Das gilt auch für die Schaufenster im Erdgeschoss. „Da stellen wir uns eine pfiffige Tür/Fenster-Kombination vor, die man weit öffnen kann“, erklärt Wiebel. Denn am liebsten wäre den Eigentümern, zöge dort einmal ein Genuss-Laden ein, eine Tagesbar zum Beispiel oder ein Feinkostladen mit kleiner Bewirtung. Auch mit einem Bekleidungsgeschäft könne er gut leben, sagt Wiebel. „Wir wollen dort weder einen Mobilfunkladen noch eine Praxis.“

Das Brunhuber Haus vor gut 100 Jahren – damals noch neben Stallungen des Unterwirts.

Das ist aber noch Zukunftsmusik. Denn jetzt geht es ersteinmal an die Fachplanung, ans Ausräumen und Einreißen. Die Grundmauern bleiben stehen, dahinter wird vieles neu. Aurigia setzt nach eigener Darstellung auf der Firmenseite auf nachhaltige Energiekonzepte, ebenso wie zeitgemäßen und bezahlbarem Wohnraum. Die Arbeiten werden wohl nicht vor dem Spätsommer oder frühen Herbst beginnen, schätzt Wiebel. „Und die Baustelleneinrichtung wird tricky.“ Platz ist am Anfang der Seestraße ein rares Gut.

Das Wohn- und Geschäftshaus Seestraße 2 hat eine Grundfläche von etwa 130 Quadratmetern. Da bleibt neben dem Laden im Erdgeschoss, der im Hinterhof etwas erweitert wird, neben einem Büro im ersten Stock, vier Wohnungen und einem Treppenhaus kein Platz mehr für einen Aufzug. „Barrierefreiheit schaffen wir bei der Sanierung nicht“, bedauert Wiebel.

Wie Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) jüngst bei der Beratung des Vorhabens im Bauausschuss der Marktgemeinde sagte, liegt das Vorhaben im Innenbereich und fügt sich in die umgebende Bebauung ein. Zudem befinde es sich im Bereich der Gestaltungs- und Einfriedungssatzung, deren Festsetzungen es aber nicht entgegenstehe. Die finale Gestaltung der Fassade werden die Bauherren noch mit der Marktgemeinde und dem Landratsamt abstimmen.

Gemeinde investiert in breiteren Gehweg

Gut so, denn vor der Haustür will die Marktgemeinde 40.000 Euro aus der Städtebauförderung investieren. Wie der Bürgermeister auf Nachfrage der Redaktion erklärt, soll zwischen Marktplatz und Mini-Kreisel der Parkstreifen aufgelöst, die Straße etwas verschwenkt und der Gehweg verbreitert werden.

Im Innenort immer ein Thema: Stellplätze. Die sind laut Gemeindeverwaltung nachgewiesen. Auf Nachfrage von Marion Hengstebeck (Bürger für Prien, BfP), sagte Friedrich im Ausschuss, diese seien teilweise bereits für die vormalige Nutzung abgelöst worden. Das Gremium erteilte sein gemeindliches Einvernehmen daher einhellig.

Wiebel rechnet mit ungefähr einem Jahr Bauzeit. Im Herbst 2026, spätestens aber zum Jahresende, soll die neue Seestraße 2 fertig sein. Im späten Frühjahr 2026 will Wiebel die Suche nach einem Mieter des Erdgeschosses forcieren. Dass diese scheitern könnte, davon geht er nicht aus. „Ich bin seit 30 Jahren mit Gewerbeimmobilien befasst und lasse mich nicht in den Strudel ‚Leerstand‘ hineinziehen. Irgendwas geht immer.“

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