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Rosenheimer Wiesn-Streiflichter

Oiß Chicago? Auf rätselhaftem Herbstfest mit Promi-Wissen Biermarkerl gewinnen

wiesn25
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Wissen wird belohnt: Wer erkennt die Promis und Wahrzeichen auf der Wiesn?

„Oiß Chicago“, würde da wohl der legendäre Tscharlie aus den Münchner Geschichten sagen: Mit Promi-Wissen, Günther Maria Halmer, Hugo von Hofmannsthals „Jedermann“ im Wiesn-Bierhimmel, einer Rauschkugel und schlagfertigen Dirndln geht es auf dem Rosenheimer Herbstfest in die zweite Woche.

Die Wiesn – so schön bunt und rätselhaft: Promi- und Bayernkenner können hier Biermarkerl gewinnen

Schön, bunt und rätselhaft – so kommt sie auch diesmal daher, die Wiesn. Leibhaftige Promis wurden schon einige gesichtet auf dem Rosenheimer Herbstfest. Thomas Müller, Bastian Schweinsteiger, Felix Neureuther, Wincent Weiss, Hubert Aiwanger, Ilse Aigner, Kevin Volland, Florian Niederlechner und so fort – alle schon wieder weg.

Doch die Schauspieler, Komiker, Musiker, Spitzensportler und Schönheiten, die auf den Kulissen der Fahrgeschäfte und Buden abgebildet sind, unter anderem beim Pyramiden-Büchsenwerfen am „Promi-Treff“ – sie sind ständig präsent. Hier sind elf Promis und drei bayerische Wahrzeichen zu sehen. Wer sie erkennt, schickt bis Dienstagmorgen, 9 Uhr, eine E-Mail mit den Antworten und Telefonnummer an gewinnspiel@ovb.net. Unter den Einsendungen verlosen die OVB-Heimatzeitungen 3x2 Biermarkerl für die Wiesn. Viel Spaß beim Rätselraten.

Elf Promis, drei Wahrzeichen, drei mal zwei Biermarkerl: Hier gibt es etwas zu gewinnen.

Rauschkugel und Breznsoiza

Boarisch schimpfen gehört zur Wiesn wie die Mass Bier. Damit alle mitreden können, erklären die Wiesn-Streiflichter täglich einige bajuwarische Kraftausdrücke – auf der Grundlage des Buchs „Loamsiada, Doagaff, Siasskasa“ – Bairische Schimpfnamen“ des Karikaturisten Hans Reiser, erhältlich auch in allen Geschäftsstellen der OVB-Heimatzeitungen. Heute:
Rauchschkugel: Gewohnheitstrinker, ein Betrunkener – jemand, der regelmäßig zu tief ins Glas schaut;
Breznsoiza (soizn = salzen): einfältiger Mensch, den man nicht mit großen Aufgaben betrauen kann;
Loamsiada (Loam = Lehm; siadn = sieden): langsamer Langweiler, der nichts richtig auf die Reihe kriegt;
Ratschkatl (Ratsche = Holzrassel): geschwätziges Weibsbild.

Runde Sache: eine Rauschkugel, gezeichnet von Hans Reiser.

Oiß Chicago: Halmers Leben mit dem Tscharlie

In über 180 Film- und Fernsehproduktionen hat Günther Maria Halmer schon mitgewirkt, aber den „Tscharlie“ ist der gebürtige Rosenheimer sein ganzes Leben nicht mehr los geworden. Noch heute wird der Schauspieler (82) auf der Wiesn gern als Tscharlie angesprochen – als „Anwalt Abel“ eher weniger.

Der „Tscharlie“ lässt ihn nicht mehr los: Schauspieler Günther Maria Halmer mit Ehefrau Claudia auf dem Herbstfest.

Kein Wunder, denn für viele ist Helmut Dietls Regie-Premiere mit der Fernsehserie „Münchner Geschichten“ (1974) mindestens genauso Kult wie der „Monaco Franze“. Halmer, der mit Ehefrau Claudia im Chiemgau lebt und mir ihr immer wieder gern aufs Herbstfest kommt, verkörpert darin den Lebenskünstler Karl „Tscharlie“ Häusler im Münchner Lehel-Viertel, in dem sich in den 70ern die Schickeria breit macht. Unvergesslich: der Ritt von Zapata, Zorro und Gringo über die Ludwigstraße – auf dem langen Weg nach Sacramento. Bis heute gehalten hat sich im „Bayernsprech“ auch Tscharlies Wortschöpfung „Ois Chicago“ – was etwa „Ois klar“ oder „Bassd“ bedeutet. Der Wiesnigel empfiehlt jüngeren Wiesnbesuchern, die vom Tscharlie noch nix gehört haben: dringend anschauen!

„Jedermann“ findet Begleiter für den Wiesn-Zelthimmel

Na oiso, da hat Hofmannsthals „Jedermann“ doch noch reichlich Begleiter gefunden, bevor er im Flötzinger-Festzelt-Himmel ankam. Selbst den „Zeitgeist“ und die „Teufelin“ brachte Bernd Eutermoser, Hauptfigur des bayerischen Jedermann der Theatergemeinschaft Neubeuern, auf die Wiesn mit. Brauerei-Chefin Marisa Steegmüller (stehend) hatte die Darsteller schon bei den Aufführungen am Marktplatz Neubeuern nicht im Trockenen spielen lassen – und sorgte nun auch in der Box für zügigen Bier-Nachschub.

„Jedermann“ Bernd Eutermoser (Zweiter von links) mit Brauerei-Chefin Marisa Steegmüller (stehend) und zahlreichen Begleitern im Flötzinger-Festzelt.

Das kam gut an, denn am mittleren Wiesn-Samstag war es so eng und heiß auf der Wiesn wie selten – und der Durst groß. Die fast leeren Krüge zeigen, dass die Vergänglichkeit alles Irdischen nicht nur den Menschen trifft, sondern auch eine frisch gezapfte Mass Bier – nur dass ein Festmärzen in deutlich weniger als einer Stunde weg ist. Darauf ein Prost!

Im Stück bleibt dem sterbenden Jedermann nur eine Gnadenfrist von einer Stunde, um Begleiter fürs Jenseits zu finden. Sitzend von links: die Neubeurer Darsteller Tanja Ziemba, Bernd Eutermoser (Jedermann), Anton Kathrein, Susanne Schörghuber, Rudi Binder (Zeitgeist), Andreas Lagler, Johanna Krinninger (Teufelin), Stephan Bauer und Johanna Fischbacher.

Manchmal hilfreich: der siebte Buchstabe im Alphabet

Fesche Burschn auf der Wiesn halten sich manchmal schon nach der dritten Mass in Bezug auf das weibliche Geschlecht für unwiderstehlich. Die Dirndln von heute sind aber im Zuge der fortschreitenden Emanzipation nicht auf den Mund gefallen. „Ey, Madl, Du gfoist ma – magst mit mir geh?“ machte in der Auerbräu-Festhalle ein leicht angestochener Jungmann in Hörweite des Wiesnigels Ignaz eine junge Dirndlträgerin an. Diese schaute den blinzelnden Hilfsgalan kurz an und äußerte knapp: „Siebter Buchstabe im Alphabet!“ Der Lederbehoste schaute überrascht, legte kurz den Kopf schief, damit das Hirn zusammenlaufen konnte, gab sich alsbald einen Ruck und zog weiter.

Gut unterwegs: der Wiesnigel Ignaz der Redaktion der OVB-Heimatzeitungen.

Früher Vogel fängt die Weißwurst

Für jede Rosenheimer Traditionsmetzgerei, die schließt, eröffnen fünf neue Nagelstudios. So kommt es einem vor. Ein bedauerlicher Trend, den sich der Wiesnigel Ignaz gern andersherum wünschen würde. Umso schöner, dass Hubert und Angelika Lohberger von der gleichnamigen Metzgerei den Brauch aufrecht erhalten, heimischen Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Handwerk am zweiten Wiesn-Sonntag schon früh am Morgen mit frischen Weißwürsten auf den Erntedank einzustimmen. Um 7.30 Uhr kommen die ersten Weißen auf den Tisch – sehr zur Freude von Landrat Otto Lederer und Oberbürgermeister Andreas März.

Weißwurstfrühstück vorm Erntedank: Hubert und Angelika Lohberger (Mitte) mit Landrat Otto Lederer und Oberbürgermeister Andreas März.

Dem Erntedank die Krone aufgesetzt

Dankbarkeit und Vorfreude: Diese Madln schauen durch die Erntekrone einer hoffentlich ebenso tollen zweiten Wiesnwoche entgegen.

Ohne Erntekrone kein Rosenheimer Herbstfest und kein Erntedankfest. Sie hat eine tiefe Symbolik und erinnert daran, dass sich hinter jeder Wiesn-Brezn und jeder Mass Bier der Kreislauf der Natur und viel menschliche Arbeit verbirgt. Weiter steht das kunstvolle Gebinde, das auch diesmal von der Landjugend Prutting gebunden wurde, für Demut, Dankbarkeit und Gemeinschaft. Von links blicken durch die Arme der Erntekrone hoffnungsfroh einer hoffentlich prächtigen zweiten Wiesn-Woche entgegen: Viviana Taucher, Christina Strobl, Anna Gratz, Helena Strobl, Sophia Gratz, Sarah Bergbauer und Helena Gratz.

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