Oberaudorferin hat Angst vor dem Notfall
„Musste gefühlt ewig warten“: Wie schnell kommt der Krankenwagen im Inntal?
Wenn der Notruf gewählt wird, muss es schnell gehen. Eine Oberaudorferin hat jedoch das Gefühl, dass es zu lange dauert, bis der Krankenwagen vor der Tür steht. Wie gut ist das Inntal im Notfall wirklich versorgt? Ein Überblick.
Oberaudorf – Egal ob schwerer Unfall, Schlaganfall oder Herzinfarkt. Wer die Notrufnummer 112 wählt, bekommt in der Regel sehr schnell Hilfe. Dennoch kann sich die Wartezeit manchmal wie eine Ewigkeit anfühlen. So wie bei einer Frau aus Oberaudorf, die anonym bleiben möchte, aber das Gefühl hat, dass es speziell im Inntal zu lange dauert, bis der Krankenwagen kommt. „Ich habe mitbekommen, dass es für das gesamte Inntal nur zwei Sankas gibt und man dadurch gefühlt ewig warten muss. Das kann im schlimmsten Fall lebensbedrohlich werden“, befürchtet sie.
Vier Krankenwagen vor allem im Inntal unterwegs
Doch eine Nachfrage beim Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) zeigt: Die Region ist deutlich besser aufgestellt. „In den Gemeinden Oberaudorf, Flintsbach, Bad Feilnbach und Rohrdorf sind Rettungswagen stationiert, die schwerpunktmäßig in den Inntal-Gemeinden zum Einsatz kommen”, berichtet ein Sprecher des ZRF. Der Ablauf ist dabei klar strukturiert.
Wenn ein Notruf aus dem Inntal gewählt wird, landet er bei der Integrierten Leitstelle (ILS) Rosenheim. Dort werden sämtliche Einsätze koordiniert und der nächste verfügbare Rettungswagen losgeschickt. „Spätestens zwei Minuten nach einem Alarm müssen die Rettungsmittel unterwegs zum Notfallort sein”, erklärt der ZRF-Sprecher. Demnach rückten im Mittelwert sämtliche Krankenwagen im Jahr 2024 innerhalb von einer Minute und 14 Sekunden aus. „Dazu kommt dann noch die Wegstrecke zum Notfallort.”
Im Fall von Oberaudorf hätte es nach dieser Rechnung im besten Fall rund vier Minuten gedauert, bis der in der Gemeinde stationierte Wagen bei der besorgten Anwohnerin ankommt. Doch selbst wenn der Oberaudorfer Krankenwagen schon anderweitig im Einsatz ist, würde es „nur“ circa zehn Minuten dauern, bis der Wagen aus der nächsten Station in Flintsbach eintreffen würde.
Doch ganz ungerechtfertigt sind die Befürchtungen aus Oberaudorf nicht. So kann es vor allem im Grenzbereich zu Tirol vorkommen, dass man mit dem Handy im österreichischen Netz landet und der Notruf über die Zentrale in Wien entgegengenommen wird. In diesem Fall wird laut der Landesleitzentrale der Polizei Tirol zwar auch die Partnerzentrale in Bayern alarmiert. Doch wie zwei Fälle rund um Kiefersfelden zeigen, kann es dabei zu Kommunikationsschwierigkeiten und somit einer Zeitverzögerung kommen.
Das seien jedoch Einzelfälle, wie sowohl die Rosenheimer als auch die Tiroler Zentrale betonen. Um solche und andere „Unregelmäßigkeiten“ zu klären, bietet der ZRF an, sich bei ihnen zu melden „Es ist jederzeit eine Kontaktaufnahme mit unserem Ärztlichen Leiter Rettungsdienst möglich”, versichert der Sprecher des Zweckverbands. Die Nachfragen werden demnach „transparent aufgearbeitet“, damit unter anderem die Anwohner im Inntal keine Angst haben müssen, dass der Krankenwagen gar nicht oder viel zu spät zu ihnen kommt.

