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Riederingerin spricht über Wiesn-Wahnsinn

Überfüllung, Gedränge, Ohnmacht - Wie Lea Jell das Chaos am Oktoberfest erlebte

Wiesn-Kollaps am Wochenende: Wegen Überfüllung musste das Oktoberfest am Samstag, 27. September, kurzzeitig gesperrt werden. Influencerin Lea Jell aus Riedering war mitten drin.
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Wiesn-Kollaps am Wochenende: Wegen Überfüllung musste das Oktoberfest am Samstag, 27. September, kurzzeitig gesperrt werden. Influencerin Lea Jell aus Riedering war mitten drin.

Am Samstag (27. September) musste die Theresienwiese wegen Überfüllung gesperrt werden. Auch am Mittwoch (1. Oktober) bleibt das Gelände dicht. Der Grund: eine Sprengstoffdrohung. Wie Wiesn-Besucher aus Rosenheim das Chaos am Wochenende erlebt haben – und was die Stadt München jetzt unternimmt.

Riedering/München – Große Menschenansammlungen sind nicht nur unangenehm – sie können auch zur Gefahr werden. Besonders, wenn sich Panik breitmacht. Aber auch die Angst vor Anschlägen begleitet vor allem die Veranstalter. Erst am Samstag, 27. September, musste die Theresienwiese wegen Überfüllung zwischenzeitlich gesperrt werden. Auch am, 1. Oktober, bleibt das Oktoberfest Medienberichten zufolge wegen einer „verifizierten Sprengstoffdrohung“ bis voraussichtlich 17 Uhr gesperrt.

Reservierungswechsel endet im Chaos

Im Gedränge des vergangenen Wochenendes fanden sich auch Besucher aus der Region wieder. So schildert ein OVB-Leser, dass die Situation in seinen Augen „schon grenzwertig“ gewesen sei. Besonders schlimm sei es zum Reservierungswechsel in den Zelten gewesen, etwa gegen 17.30 Uhr. „Auf den Straßen kam man kaum noch vorwärts und an den Zelten hatten sich vor jedem Eingang große Menschentrauben gebildet, sodass man trotz Reservierung gar nicht mehr bis zur Security vorgekommen ist. Man musste sich also schon fast gewaltsam durch die Menschentrauben quetschen“, berichtet er gegenüber dem OVB. Zum Glück sei ein Großteil der Wiesnbesucher entspannt geblieben. „Möchte nicht wissen, wie es ausgegangen wäre, wenn Menschen Panik bekommen hätten – das hätte wahrlich böse enden können.“

Bei großen Menschenansammlungen und beengten Verhältnissen wird die Erinnerung an die „Loveparade“ 2010 in Duisburg geweckt. 21 Menschen verloren ihr Leben, mindestens 652 wurden teils schwer verletzt. Erdrückt oder zertrampelt von der Masse. Influencerin Lea Jell, die am Samstagnachmittag ebenfalls auf der Wiesn unterwegs war, empfand die Situation alles andere als entspannt.

Bereits in der U-Bahn hätte sie gemerkt, dass es voll werden könnte. Als sie gegen 15.30 Uhr auf der Theresienwiese ankam, sei es noch „recht luftig“ gewesen. Da es ihr zweiter Besuch überhaupt auf dem Oktoberfest war, „hatte ich keinen Vergleich“, schildert Jell gegenüber dem OVB. Je näher sie und ihre Begleitung in Richtung Weinzelt kamen, umso voller wurde es. „Wir haben uns da so durchgeschlängelt und gemerkt, dass die Stimmung immer komischer wird.“

Dass auf dem Oktoberfest viel los ist, ist nicht ungewöhnlich. Am Samstag, 27. September, musste die Theresienwiese wegen Überfüllung zeitweise gesperrt werden.

Schutz neben Lebkuchenhütte gesucht

Die Freundinnen hätten dann am Rand Schutz bei einer Lebkuchen-Hütte gesucht. „Dann haben auch tatsächlich einige zum Schreien angefangen. Viele haben geweint“, sagt die Influencerin. Sie hätten auch beobachtet, wie eine Frau ohnmächtig geworden ist. „Zum Glück ist das aber am Rand passiert. In der Masse kann es echt schnell gefährlich werden.“

Dort hätten die Freundinnen ausgeharrt und versucht, ruhig zu bleiben. Jell erinnert sich an die Trillerpfeifen der Polizisten, die in der Menschenmasse eine Kette bildeten, sodass nicht noch mehr Menschen tiefer auf das Gelände strömen konnten. Als gegen 18 Uhr die Lautsprecherdurchsagen kamen und die Menschen zum Gehen aufforderten, hätten viele Touristen das Gelände verlassen. Etwa eine Stunde später Entwarnung: Die Zugänge waren wieder frei. „Als die Zelte dann wieder freigegeben wurden, haben wir es auch noch einmal gewagt. Aber es war kein lustiges Unterfangen“, berichtet die Riederingerin.

Medienberichten zufolge sei der Vorfall am vergangenen Wochenende (27. September) kein Einzelfall. So habe die Stadt München mitgeteilt, dass es schon öfter zu temporären Sperrungen wegen Überfüllung gekommen sei. Kritik an den Veranstaltern habe es auch bezüglich der Kommunikation gegeben: So sei den Menschen der Grund für das Verlassen des Geländes nicht genannt worden, sodass einige von einem Anschlag ausgingen. Das Referat für Arbeit und Wirtschaft, das für die Stadt München das Oktoberfest verantwortet, hat heute (30. September) neue Maßnahmen bekannt gegeben, wie man künftig derartige Menschenansammlungen vermeiden möchte.

Lea Jell hatte jahrelang kein Dirndl: jetzt hat sie gleich mehrere.

2026: Echtzeitmessung der Besucherzahlen

So soll an besucherstarken Tagen mittels „Crowd-Spotting“ die Menschenmenge gezielt beobachtet werden. Auch die Schausteller und Marktleute sollen besser in die Kommunikation mit den Veranstalter eingebunden werden. Zudem sollen die Lautsprecherdurchsagen nicht mehr von der Polizei, sondern von der Stadt München selbst durchgeführt und ausführlicher werden. Ab dem kommenden Jahr wollen die Veranstalter zudem eine Echtzeitmessung der Besucherzahlen einführen.

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