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Bayernweit fehlen rund 4400 Fachkräfte

Dramatischer Engpass bei den Hort-Plätzen? So ist die Situation in den Mangfalltal-Kommunen

Eine Hort-Betreuerin hilft einem Kind bei den Hausaufgaben (Symbolfoto). In Bayern fehlen nach Angaben eines Forschungsinstitut rund 4400 Hort-Fachkräfte.
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Eine Hort-Betreuerin hilft einem Kind bei den Hausaufgaben (Symbolfoto). In Bayern fehlen nach Angaben eines Forschungsinstituts rund 4400 Hort-Fachkräfte.

4400 fehlende Fachkräfte – so groß ist nach Angaben eines Forschungsinstituts die Personallücke in den bayerischen Horten. Was dazu führt, dass in manchen Kommunen Eltern fürs kommende Schuljahr keinen Betreuungsplatz für ihre Kinder bekommen. Doch wie sieht es im Mangfalltal aus?

Mangfalltal – Bayerische Kommunen schlagen Alarm: In einigen Städten und Gemeinden gibt es viel zu wenig Hort-Plätze fürs kommende Schuljahr 2025/2026. Beispiel Krailling im Landkreis Starnberg: Wie der Bayerische Rundfunk (BR) jüngst berichtete, haben in der 7850-Seelen-Gemeinde elf Eltern, die ihre Grundschulkinder für eine Hort-Betreuung nach der Schule angemeldet hatten, eine Absage fürs kommende Schuljahr bekommen.

Dabei sind nicht fehlende Räumlichkeiten das Problem, sondern in der Regel der Fachkräftemangel. So hatte das Staatsinstitut für Frühpädagogik und Medienkompetenz (IFP) 2023 in einer Analyse aufgedeckt, dass rund 4400 Fachkräfte für die Betreuung von Grundschulkindern in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe fehlen. Ein Problem, mit dem auch das Mangfalltal zu kämpfen hat? Scheinbar nicht, wie eine Nachfrage bei den Kommunen zeigt.

So präsentiert sich die Lage bei den Hort-Plätzen in der Kurstadt Bad Aibling in Hinblick auf das neue Schuljahr aktuell absolut entspannt, wie ein Blick auf die Zahlen zeigt. Nach Angaben von Stadtsprecherin Franziska Vogl liegen für die 202 Hort-Plätze, die im Stadtgebiet bestehen, derzeit 191 Anmeldungen vor. Auch im bald endenden Schuljahr mussten nach Angaben von Vogl keine Kinder außen vor bleiben. Die Preise für die Gebühren sind dabei gestaffelt. So werden beispielsweise bei einer Betreuung von ein bis zwei Stunden am Tag monatlich 125 Euro fällig, für zwei bis drei Stunden 140 Euro, für drei bis vier Stunden 155 Euro. Ab dem zweiten Kind können Eltern zudem eine Ermäßigung in Anspruch nehmen.

In Kolbermoor geht‘s in puncto Plätze recht eng zu

In der Nachbarstadt Kolbermoor geht es in puncto Platzangebot schon etwas enger zu: Hier werden nach Angaben von Christian Poitsch, Leiter des Stadtmarketings und Sprecher der Kommune, im Hort-Bereich 45 Plätze angeboten, wovon nach derzeitigem Stand in Hinblick auf die Anmeldungen bereits 44 Plätze fürs kommende Schuljahr vergeben sind. Doch auch in Kolbermoor gab‘s im auslaufenden Schuljahr keinen Engpass, so dass alle Eltern, die einen Hortplatz für ihre Kinder angemeldet hatten, diesen auch bekommen haben. Die Kosten, die die Eltern tragen müssen, sind auch hier nach Betreuungsstunden gestaffelt und beginnen bei 120 Euro für eine Betreuung von ein bis zwei Stunden am Tag. Ab dem Schuljahr 2026/2027 werden die Gebühren dann nochmals angehoben.

Für die Betreuung während der Ferien wird ein zusätzlicher Beitrag fällig

Gleich 240 Hort-Plätze bietet die Gemeinde Feldkirchen-Westerham fürs kommende Schuljahr 2025/2026 an. Ob es hier zu Engpässen kommen wird, dazu kann die Kommune aber keine Auskunft geben, „da wir keinen direkten Einblick in die Anmeldezahlen haben, wenn nicht die Gemeinde der Träger ist“, erklärt Karolin Lohwasser, Sprecherin der Kommune. Im laufenden Betreuungsjahr habe es aber jedenfalls keinen Engpass gegeben. Die Kosten, die die Eltern für die Betreuung ihres Nachwuchses aufbringen müssen, sind nach Betreuungszeiten gestaffelt: Eltern, die ihre Kinder im Hort ein bis zwei Stunden täglich betreuen lassen, zahlen monatlich 36,50 Euro. Bei einer Betreuung von zwei bis drei Stunden werden 59 Euro fällig, bei drei bis vier Stunden 76 Euro. Und wer sein Grundschulkind während der Ferien betreuen lassen will, muss eine Extra-Gebühr zahlen.

Hort, Mittagsbetreuung, Offene Ganztagsschule: Das sind die Unterschiede

Wenn beide Elternteile arbeiten, stellt sich meist die Frage, wo der Nachwuchs nach dem Unterricht an der Grundschule am besten aufgehoben ist. Hier kommen die diversen Betreuungsangebote ins Spiel, die vom Hort über die Mittagsbetreuung bis zur Offenen Ganztagsschule (OGTS) reichen.

Der Hort, der zumeist an Kindergärten angesiedelt ist, sich aber an Grundschüler richtet, zählt laut Sozialgesetzbuch (SGB) zu den familienunterstützenden und familienergänzenden Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. Sie sollen nach Angaben des Bundesfamilienministeriumsdie Entwicklung des Kindes zu einer selbstbestimmten, eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit fördern“. In der Regel wird dort durch ausgebildetes Fachpersonal neben der Hausaufgabenbetreuung auch ein breites Bildungs- und Freizeitangebot ermöglicht.

Bei der Mittagsbetreuung handelt es sich dagegen in der Regel um ein kürzeres Angebot als beim Hort. Dort werden oftmals neben einem Mittagessen sowie der Hausaufgabenbetreuung noch einfachere Freizeitbeschäftigungen angeboten.

Offene Ganztagsschulen bieten hingegen an mindestens vier der fünf Wochentagen ab Unterrichtsende bis grundsätzlich 16 Uhr Bildungs- und Betreuungsangebote. Das Angebot der OGTS, das wie der normale Klassenunterricht als „schulische Veranstaltung“ gilt, besteht aus einer Mittagsverpflegung, der Hausaufgabenbetreuung mit Fördermaßnahmen sowie einem Freizeitangebot mit sportlichen, musischen und gestalterischen Aktivitäten, wie das Bayerische Kultusministerium auf seiner Homepage mitteilt.

Wobei die Angst vieler Eltern, vielleicht keinen Betreuungsplatz fürs Grundschulkind zu bekommen, ab 1. August 2026 langsam ein Ende finden müsste. Denn ab diesem Stichtag gilt zunächst für alle Erstklässler ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung, der dann Jahr für Jahr bis zum Schuljahr 2029/2030 auf alle Grundschulklassen erweitert wird.

In der Gemeinde Tuntenhausen gibt es hingegen überhaupt keine Hort-Plätze mehr. Was aber nicht heißt, dass dort die Kinder nach dem Unterricht nicht betreut werden. Denn die bisherigen Hortplätze wurden nach Angaben der Gemeinde „stufenweise in das Angebot der Offenen Ganztagsschule (OGTS) umgewandelt“. „Zusätzlich gibt es ein zentrales Angebot der Ferienbetreuung in den Schulferien an der Grundschule Schönau für alle Grundschüler der Gemeinde Tuntenhausen“, sagt Christine Schindlbeck, Mitarbeiterin der Gemeindeverwaltung.

Derzeit werden nach Angaben der Kommune an den beiden Schulen – Grund- und Mittelschule Ostermünchen und Grundschule Schönau – 292 Kinder unterrichtet, wovon 114 im Anschluss an die regulären Unterrichtsstunden im Rahmen der OGTS betreut werden. „Für das kommende Schuljahr wird mit einem Bedarf von 135 OGTS-Schülern gerechnet“, so Schindlbeck weiter. Fehlende Plätze habe es im laufenden Jahr nicht gegeben. Die Teilnahme an der OGTS, deren Angebot von Montag bis Donnerstag geht, ist „grundsätzlich kostenfrei“, ebenso die Schulbusbeförderung an diesen Tagen. Gebühren kommen nach Angaben der Kommune auf Eltern nur zu, wenn sie ihr Kind im Rahmen des Ferienangebots oder freitags betreuen lassen.

Alternative Angebote in Bruckmühl und Bad Feilnbach

Keine Hortplätze – dafür aber andere Betreuungsangebote wie Mittagsbetreuung: So stellt sich die Lage in der Marktgemeinde Bruckmühl dar, die daher rund ums Thema Hort keine Angaben machen kann. Ebenso in Bad Feilnbach. Hier wird nach Angaben der Kommune stattdessen vom Träger „Pflege und Betreuung Bad Feilnbach“ eine Mittagsbetreuung angeboten, wie die Gemeinde mitteilt.

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