Schwieriger Vergleich der Gemeinden
Tausende Euro im Jahr: Was Kita-Plätze im Landkreis Rosenheim kosten – und die „günstigsten“ Orte
Kostenfresser Kita: Wer eine gute Kinderbetreuung möchte, muss auch mal tiefer in Tasche greifen. Im Landkreis Rosenheim gibt es teils große Unterschiede bei den Gebühren. In welchen Gemeinden Eltern am meisten bezahlen, wo es am günstigsten ist und ob es in der Krippe oder Kindergarten mehr kostet.
Landkreis Rosenheim – Die Suche nach einem passenden Kita-Platz kann für Eltern schon mal zu einem Nerven- und Geduldsspiel werden. Und selbst wenn die richtige Stelle gefunden ist, folgt gleich die nächste Hürde: die Kosten. Vor allem für sozial schwächere Familien oder auch Alleinerziehende. Wer im Landkreis Rosenheim wie viel für die Betreuung seines Kindes – sowohl in der Krippe als auch im Kindergarten – bezahlen muss, hängt auch davon ab, wo man wohnt.
Vergleich der Gemeinden untereinander schwierig
Allerdings muss man auch wissen: Ein Vergleich der Gemeinden untereinander ist schwierig. Zu groß sind die Unterschiede bei den Formen der Kinderbetreuung. Zudem gibt es unterschiedliche Mindestbetreuungszeiten in den Kommunen. In einigen Gemeinden müssen mindestens zwei Stunden gewählt werden, in anderen sind drei oder vier Stunden Pflicht. Zusätzlich kommen in manchen Einrichtungen noch Spiel- und Essensgeld zu den Gebühren dazu. Und: Bei den Kindergartengebühren gibt es einen 100 Euro-Zuschuss vom Freistaat.
Ein Blick auf die reinen Zahlen zeigt, dass ein Krippenplatz in der Stadt Rosenheim am teuersten ist. Dort werden für eine Betreuung für acht bis neun Stunden 554 Euro monatlich fällig, für vier bis fünf Stunden am Tag sind es 406 Euro. Die Preise gelten für Einrichtungen in Trägerschaft der Stadt. „Die Betreuungsgebühren legt jeder Träger der Kita selbst fest, erfolgt aber meist in Anlehnung an die Gebühren der Stadt“, teilt Pressesprecher Christian Baab mit. Hinzu kommen knapp 100 Euro für das Mittagsessen. Ein Platz im Kindergarten kostet Eltern in der Stadt für den ganzen Tag 224 Euro, der halbe Tag liegt bei 164 Euro.
Teurer Krippenplatz in Großkarolinenfeld
Ein wenig tiefer in Tasche greifen müssen Eltern für einen Kindergartenplatz in Großkarolinenfeld. 192 Euro fallen für vier bis fünf Stunden an. Wenn das Kind über acht Stunden dort ist, müssen 282 Euro bezahlt werden. Allerdings ist es in der Gemeinde – wie in vielen anderen Kommunen auch – möglich, eine Stundenanzahl zwischen vier und neun Stunden zu wählen. Das verringert die Gebühren genauso, wie wenn mehrere Kinder einer Familie einen Platz in Anspruch nehmen.
Auch bei den Kosten für einen Krippenplatz liegt Großkaro an der Spitze der Landkreisgemeinden. Wer eine Betreuung für ein Kind unter drei Jahren braucht, zahlt für drei bis vier Stunden in der Krippe 325 Euro, für den ganzen Tag 524 Euro. Nicht viel weniger müssen Eltern in Aschau im Chiemgau für die Betreuung ihres Nachwuchses zahlen. Ein Krippenplatz kostet dort 296 Euro (drei bis vier Stunden) und 446 Euro (acht bis neun Stunden). Die Besonderheit: In Aschau können die Kinder – wie zum Beispiel auch in Prutting (179 Euro) und Brannenburg (180) – nur für eine bis zwei Stunden in der Krippe bleiben. Dann werden 236 Euro fällig.
Unterschiedliche Staffelung der Gebühren
Günstiger ist in Aschau die Betreuung der über Dreijährigen. Für ein Kind, das nur den halben Tag im Kindergarten bleibt, zahlen Eltern 156 Euro. Bei acht bis neun Stunden sind es 236 Euro. Auch dort ist es möglich, die Stundenanzahl individuell zu gestalten. Sogar eine Betreuung von über zehn Stunden wird angeboten, die kostet in der Krippe 506 Euro, im Kindergaren 268 Euro.
Während Eltern in Schechen ab September nochmal mehr bezahlen als in Aschau – 305 Euro (drei bis vier Stunden) und 462 Euro (acht bis neun Stunden) für die Krippe, 174 und 273 Euro für denselben Zeitraum im Kindergarten –, werden die Eltern im Inntal etwas weniger belastet. Besonders in Raubling. So kostet eine vier- bis fünfstündige Betreuung in der Krippe dort 195 Euro, im Kindergarten sind es 113 Euro. Ein ganzer Tag (sieben bis acht Stunden) kostet 261 und 152 Euro, teilt die Gemeinde auf OVB-Anfrage mit.
Ähnliche Kosten in den Gemeinden im Inntal
In Oberaudorf und Kiefersfelden kostet die Kinderbetreuung ähnlich viel – allerdings ein wenig mehr als in Raubling. Der ganze Tag (neun bis zehn Stunden) in der Krippe kostet etwas mehr als 350 Euro. Wer nur für ein paar Stunden einen Platz braucht, ist mit etwas mehr als 200 Euro dabei. Das Gleiche müssen Eltern ungefähr für einen Kindergartenplatz mit acht bis zehn Stunden Betreuung zahlen. In Flintsbach, Brannenburg und Nußdorf am Inn bewegen sich die Gebühren auf einem ähnlichen Niveau.
Im östlichen Teil des Rosenheimer Landkreises gibt es teils größere Unterschiede. So kostet ein Krippenplatz in Stephanskirchen am halben Tag 260 Euro, der ganze Tag liegt bei 390 Euro. Für den Platz im Kindergarten werden 130 und 195 Euro fällig. Fast genau so viel kostet die Betreuung der über Dreijährigen am Samerberg. Bei den Krippenplätzen werden dort 215 Euro (drei bis vier Stunden) und 359 Euro (sieben bis acht Stunden) fällig.
Achenmühle sticht hevor
Während sich Riedering und Prutting im Großen und Ganzen in diese Größenordnung einreihen, sind nur ein paar Kilometer weiter wohl mit die günstigsten Krippenplätze zu finden. In Achenmühle kosten drei bis vier Stunden 149 Euro, bei über neun Stunden sind es rund 237 Euro. Heißt umgekehrt: Eltern, die ihr Kind dort ganztags in der Krippe haben, zahlen im Jahr für den gleichen Platz fast 3500 Euro weniger als Eltern in Großkarolinenfeld und 2500 Euro weniger als in Aschau. Auch bei den Kindergartengebühren liegt Achenmühle (134 und 196,50 Euro) unter dem Schnitt.
