Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies.
Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen
Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.
Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für
. Danach können Sie gratis weiterlesen.
Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
Daumen hoch: Franz Stettner junior (rechts) und Transportleiter René Venn freuen sich darüber, dass nicht nur der Transport, sondern auch der riesige Bürokratieaufwand für die Überführung der Freya bewältigt werden konnte.
Das Wikingerschiff Freya, seit wenigen Tagen im neuen „Heimathafen Kolbermoor“, ist schon ein beliebtes Fotomotiv geworden. Warum der neue Freya-Besitzer Franz Stettner junior den Anblick noch „befremdlich“ findet. Und wieso er keine Angst vor Vandalen hat.
Kolbermoor – Erst vor wenigen Tagen in der neuen Heimat angekommen, ist das Wikingerschiff Freya bereits zum beliebten Fotomotiv geworden: „Am Samstagvormittag war gut was los“, erzählt Franz Stettner junior, Juniorchef der Franz Stettner Beverage Group, der den Wikinger-Coup eingefädelt hatte. „Viele Begeisterte kamen auf das Firmengelände, um ein Selfie zu machen und das Schiff aus der Nähe anzusehen.“
Bereits vor Jahren hatte Franz Stettner junior ein Auge auf das aus dem Kinofilm „Wickie auf großer Fahrt“ bekannte Wikingerschiff Freya geworfen. Nun hat der 34-Jährige Nägel mit Köpfen gemacht und das Filmrequisit quasi vor der Zerstörung gerettet. Denn nachdem das Boot, das seit 2017 Chiemsee-Besucher über das Bayerische Meer schipperte,im Herbst 2024 gesunken war, standen teure Reparaturen an, die nach Angaben des damaligen Besitzers Manfred Eckerl, Geschäftsführer der Schraml GmbH in Prien, so „unwirtschaftlich“ waren, dass er sich letztlich dagegen entschieden hatte.
Transport des Schiffs kostete mittleren fünfstelligen Betrag
Ein Umzug, der reibungslos geklappt hat. „Ich bin sehr zufrieden“, sagt Stettner auf OVB-Anfrage. „Alle Beteiligten haben Hand in Hand zusammengearbeitet.“ Er selbst habe damit „kaum Arbeit“ gehabt, denn: „Alles wurde seitens der Spedition organisiert und durchgeführt.“ So sei auch die Zimmerei Baumann, die ein passendes Podest zum Transport des 14 Tonnen schweren Schiffs gebaut hatte, „sehr zufrieden gewesen“, die Kommunikation sei „super“ abgelaufen.
Wikinger-Schiffsreise von Prien nach Kolbermoor: Der spektakuläre Freya-Transport in Bildern
Auf dem Stettner-Firmengelände soll das Schiff ab kommenden Frühjahr von Mitarbeitern des Unternehmens restauriert, in den Bauch der Freya zudem eine Bar gebaut werden. Für Pfingsten ist dann eine große Einweihungsfeier für das neue Wahrzeichen der Edelobstbrennerei geplant, ehe an der Bar Tastings durchgeführt werden sollen oder Stettner-Mitarbeiter dort ihre Mittagspause verbringen können.
Und wie ist die Arbeit mit Blick auf das monströse Wikingerschiff? „Anfangs noch befremdlich“, sagt der Junirochef des Kolbermoorer Unternehmens. „Aber man gewöhnt sich an alles.“ Am schönsten sei es am Sonntagvormittag gewesen, da sich an diesem Tag das Wetter von seiner schönsten Seite präsentiert habe und die Berge „direkt vor der Nase“ zu sehen gewesen seien. Stettner: „Man hatte das Gefühl, in Skandinavien zu sein, da die Alpen im Hintergrund der Freya zu sehen waren.“
Freya-Inhaber denkt über Schilde mit „sozialem Aspekt“ nach
Der neue Freya-Inhaber Franz Stettner junior kann sich durchaus vorstellen, dass das Wikingerschiff im Zuge der Renovierung an den Seiten mit Schilden ausgestattet wird. Diese hatten während der Wikinger-Zeit dazu gedient, die Mannschaft beim Rudern vor feindlichen Angriffen zu schützen.
„Ich könnte mir beispielsweise vorstellen, dass die Schilde von sozialen Einrichtungen wie beispielsweise Behindertenwerkstätten bemalt werden“, sagt der 34-Jährige. „So hätte jedes Schild einen sozialen Aspekt.“ Doch bevor derartige Überlegungen in die Realität umgesetzt werden, gilt es zunächst, das Grundgerüst der Freya zu renovieren und auf Hochglanz zu bringen.
Christian Poitsch, Marketingchef der Stadt Kolbermoor, findet den Freya-Coup „eine super Marketingidee“. „Hier verbindet sich die Aufmerksamkeit für die Firma mit einem zusätzlichen augenzwinkernden Schmunzeln“, findet der Stadtvertreter. „Und natürlich auch dem konkreten späteren Einsatz vor Ort im ,Hafen Kolbermoor‘.“
Dass das Schiff zukünftig ein Besuchermagnet für die Stadt Kolbermoor wird, hält Poitsch aber „für zu hoch gehängt“. „Es wird sicher ein Hingucker auf dem Betriebsgelände“, glaubt der Stadtmarketingchef, „und als Bar oder Eventlocation auch von Interesse und gut verwertbar sein.“
Was schützt die Freya vor Vandalen und Randalierern?
Doch könnte das hölzerne Filmrequisit mit einer Länge von rund 17 Metern und einer Höhe von rund 6,5 Metern neben Schaulustigen und Wickie-Fans auch Randalierer und Vandalen anlocken, die sich am Wikingerschiff austoben wollen? Diese Angst hat Franz Stöttner junior nicht, schließlich sei „unser Firmengelände gut von allen Seiten einsehbar“, weshalb Vandalismus „sofort auffallen“ würde. Und auch ein weiteres Argument hat der 34-Jährige, wenn auch augenzwinkernd, parat: „Auch die Götter werden Freya schützen.“