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Störche und Turmfalken sorgen für Aufsehen

Mehrere Comebacks und ein tierisches Stundenhotel: Kolbermoor wird immer mehr zum Vogelparadies

Freuen sich über den tierischen Flugverkehr über der Stadt Kolbermoor: Petra Oschmann (oben) und Cindy Kock.
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Freuen sich über den tierischen Flugverkehr über der Stadt Kolbermoor: Petra Oschmann (oben) und Cindy Kock.

Vogelparadies Kolbermoor: Nach der großen Freude von Anwohnerin Petra Oschmann über die Rückkehr des Turmfalkenpaares in die Heubergstraße geht es auch rund um das Storchennest derzeit heiß her. Und zwar so heiß, dass Initiatorin Cindy Koch schon vom „Stundenhotel von Kolbermoor“ spricht.

Kolbermoor – Die Stadt Kolbermoor scheint immer mehr zum Vogelparadies zu werden: Nicht nur, dass sich aktuell die Störche um Cindy Kocks (43) bekanntes Storchennest reißen. Auch die Turmfalken, die vergangenes Jahr noch durch den Baulärm während der Sanierung eines Mehrfamilienhauses vertrieben worden waren, sind wieder zurück. Was Anwohnerin Petra Oschmann (60), die die Turmfalken von ihrer Wohnung aus bestens beobachten kann, glücklich macht: „Ich freue mich so sehr, dass sie wiedergekommen sind.“

Erst große Freude, dann großer Ärger für das Ehepaar Oschmann aus der Heubergstraße in Kolbermoor: Im Frühjahr 2025 war unter dem Dach des Mehrfamilienhauses, das gegenüber deren Wohnung liegt, ein Turmfalken-Pärchen „eingezogen“. Für die Tier- und Umweltliebhaberin eine große Freude. Immer wieder hatte sie das Vogelpaar beobachtet und fotografiert, sich an den Flugshows der beiden Raubvögel erfreut.

Doch nur wenige Wochen später dann der Schock: Sanierungsarbeiten an dem Mehrfamilienhaus setzten dem Vogelpaar so zu, dass die Turmfalken letztlich den Abflug machten. Zwar hatte das Landratsamt Rosenheim auf Intervention des Kolbermoorer Ehepaars den Baufirmen „in einem bestimmten Bereich um den Brutplatz des Turmfalken“ bis Mai 2025 „störende Arbeiten“ untersagt, woran sich die Unternehmen auch hielten. Den Vögeln scheint es dennoch zu viel gewesen zu sein. Sie tauchten an der Heubergstraße nicht mehr auf.

Das Turmfalkenpaar ist zurück an der Heubergstraße in Kolbermoor.

Doch jetzt sind die Turmfalken zurück, wie Petra Oschmann (60) gegenüber dem OVB berichtet. „Die kommen dort fleißig vorbei, ich sehe sie mindestens zwei-, dreimal am Tag“, erzählt die 60-Jährige, die sich besonders darüber freut, dass im Zuge der Bauarbeiten dort ein richtiges Vogelparadies geschaffen wurde. Inklusive „Eingangstür“ und kleiner Stange, auf der die Vögel landen oder sich aufhalten können. „Mein Mann hat daraufhin sogar im Landratsamt und bei den beteiligten Firmen angerufen und sich bedankt, dass sie Wort gehalten haben.“

Petra und Michael Oschmann freuen sich darüber, dass sie nun von ihrem Balkon aus wieder ein Turmfalken-Paar beobachten können.

Petra Oschmann verbringt nun wieder viel Zeit auf ihrem Balkon, um das Falkenpaar zu beobachten und im Bild festzuhalten. „Ich habe mir sogar ein Stativ gekauft, damit die Aufnahmen nicht verwackeln“, sagt die Kolbermoorerin und lacht. Ihr größter Wunsch in Hinblick auf ihre gefiederten Nachbarn: Dass sie in Zukunft nicht nur das eine Paar, sondern auch deren Nachwuchs beobachten kann. „Ich hoffe natürlich, dass da demnächst ein paar Junge kommen werden.“

Insgesamt hat das Ehepaar heuer bislang ein reges Vogeltreiben am Himmel über der Stadt Kolbermoor wahrgenommen. „Dieses Jahr ist in puncto Vögel sehr viel los“, sagt Petra Oschmann, die nicht nur die Turmfalken, sondern beispielsweise auch viele Amseln beobachten konnte. Und noch deutlich größere Vögel: „Sogar Störche habe ich heuer über der Stadt schon mehrmals gesehen.“

Nach „Erstbezug“ 2025 ist Kolbermoorer Storchennest „sehr attraktiv“

Dabei könnte es sich um Exemplare handeln, die derzeit um Cindy Kocks Storechennest wetteifern. Das Nest hatte im vergangenen Jahr sozusagen Erstbezug gefeiert und bot dem Storchenpaar Kaira und Alexander ein Zuhause, das zwei Jungstörche großziehen konnte. „Die Hoffnung ist natürlich groß, dass es auch heuer dort wieder Nachwuchs gibt“, sagt Cindy Kock, die das Storchennest einst als Projekt für Hortkinder gestartet hatte. „Derzeit kann ich auf jeden Fall sagen, dass es sich um ein sehr attraktives Nest für Störche handelt.“

Was unter anderem der massive Flugverkehr rund um das Nest, das Anfang des Jahres sogar ins Visier des „ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservices“ geraten war, belegt. „Da geht‘s manchmal zu wie am Stachus in München. Kein Wunder, dass es hin und wieder schon als ,Stundenhotel von Kolbermoor‘ bezeichnet wird“, sagt Cindy Kock und lacht. Denn bislang hat sich Storch Felix das Nest gesichert, der dort allerdings bereits mehrere Storchendamen empfangen hat.

Kurzzeit-Bekanntschaft: Das Storchenpaar Felix und Mara ist schon wieder Geschichte. Es scheint aber so, dass Storch Felix sich das Kolbermoorer Nest gesichert hat.

Dabei sah es zunächst so aus, als ob sich bereits ein festes Paar den Platz gesichert hätte. Am 27. Februar hatten sich zwei Störche dort niedergelassen. Doch nach wenigen Tagen war klar: Es sollte keine Beziehung auf Dauer sein. Während der männliche Storch, den Cindy Kock letztlich auf den Namen Felix taufte, sich dort häuslich einrichtete, war die Storchen-Dame, die den Namen Mara bekam, bald verschwunden. Dafür tauchte wenig später eine neue Störchin auf, mit der Felix anbandelte, die mittlerweile aber auch schon wieder verschwunden ist.

Cindy Kock aus Kolbermoor ist überzeugt davon, dass es auch heuer wieder Storchennachwuchs in ihrem Nest geben wird.

Wie die Nestbelegung letztlich aussehen wird, werden nun die kommenden Tage und Wochen zeigen. Spannung ist jedenfalls garantiert, nachdem auch der letztjährige Storchen-Papa Alexander vorbeigeschaut und wohl auf das Nest gespechtet hatte, von Felix aber vertrieben worden war. „Ich habe Alexander sofort an seinem besonderen Gefieder erkannt“, berichtet Cindy Kock, die am Sonntag, 22. März, dann aufgrund einer neuen Entwicklung „Tränen der Freude“ empfunden hatte. Denn plötzlich war auch Kaira, die Storchenmama aus dem vergangenen Jahr, wieder da. Doch ob die Konstellation Felix und Kaira passt? Das kann wohl nur die Zeit zeigen.

Gehen auf Tuchfühlung: Felix und Kaira, die Storchenmama, die bereits 2025 im Kolbermoorer Nest gebrütet hatte.

Cindy Kock glaubt auf jeden Fall fest daran, dass es auch heuer in Kolbermoor neue Jungstörche aus ihrem Nest geben wird. Dass das erste Ei noch auf sich warten lässt, findet die Storchen-Expertin hingegen recht gut. Denn dann könnte die Aufzucht des möglichen Storchennachwuchses vermutlich unter stabilerer Witterung stattfinden, was dem Storchenpaar die Arbeit deutlich erleichtern würde. Kock: „Ich bin auf jeden Fall sehr zuversichtlich, dass es auch heuer wieder mit dem Nachwuchs klappen wird.“

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