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Mehrfamilienhaus mit 22 Einheiten geplant

Mangel an bezahlbarem Wohnraum: Dieser städtische Bau in Kolbermoor soll soziales Signal senden

Auf dieser Fläche an der Unteren Mangfallstraße in Kolbermoor soll ein Mehrfamilienhaus entstehen. Die Planungen dazu stoßen unter anderem bei (oben) Stefan Reischl (Parteifreie Kolbermoor) und Dr. Berthold Suldinger (SPD) auf großen Zuspruch.
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Auf dieser Fläche an der Unteren Mangfallstraße in Kolbermoor soll ein Mehrfamilienhaus entstehen. Die Planungen dazu stoßen unter anderem bei (oben) Stefan Reischl (Parteifreie Kolbermoor) und Dr. Berthold Suldinger (SPD) auf großen Zuspruch.

Mit dem Bau eines Mehrfamilienhauses an der Unteren Mangfallstraße will die Stadt Kolbermoor dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum entgegentreten. Was genau geplant ist – und wieso das Projekt der Kommune recht günstig kommen könnte.

Kolbermoor – Dieses Bauvorhaben wird den Mangel an bezahlbarem Wohnraum zwar nicht beenden, soll aber laut Stadtrat Dieter Kannengießer (Parteifreie Kolbermoor) zumindest ein „Signal“ senden: Die Stadt plant an der Unteren Mangfallstraße 11a und 11b den Bau eines Mehrfamilienhauses mit insgesamt 22 Wohneinheiten. Ein Vorhaben, das fraktionsübergreifend für großen Zuspruch sorgt. Und der Kommune aufgrund möglicher Zuschüsse in Hinblick auf die Kosten vergleichsweise günstig kommen könnte, was sich dann wiederum in der Höhe der Miete für die Bewohner widerspiegeln würde.

Auf dem Gelände des einstigen sogenannten Invalidenbaus an der Unteren Mangfallstraße, der mittlerweile abgerissen worden ist, soll ein dreigeschossiges Mehrfamilienhaus in Holzbauweise entstehen, das nach Angaben der Kolbermoorer Stadtverwaltung „kostengünstigen Wohnraum mit geringen Betriebskosten“ schaffen soll. Insgesamt 22 Wohnungen sollen sich nach Angaben von Ulf Rössler vom seitens der Stadt beauftragten Architekturbüro „Dressler Mayerhofer Rössler“ unter dem gemeinsamen Dach wiederfinden, aufgeteilt in vier Einzimmer-, vier Zweizimmer-, acht Dreizimmer- und sechs Vierzimmer-Wohnungen. Zwei der Wohneinheiten sollen besonders barrierefrei realisiert werden.

Doch der Weg zu diesem Entwurf war laut Rössler „unglaublich lang“. Was zum einen daran gelegen habe, eine besonders „wirtschaftliche Bauweise“ zu erreichen, zum anderen daran, mögliche staatliche Fördermittel nicht aufs Spiel zu setzen. Ein Beispiel: In einer früheren Version hatten die Planer die Kinderzimmer in Richtung Mangfall geplant, was die Regierung von Oberbayern aber bemängelt hatte und gar das Ende der Förderfähigkeit ins Spiel brachte.

„Geringer Materialverbrauch“ durch Holzskelettkonstruktion

Herausgekommen ist letztlich ein Mehrfamilienhaus in Form eines Holzskelettbaus, der laut Rössler einen „geringen Materialverbrauch“ ermögliche. Um Baukosten zu senken, sind beispielsweise die Bäder der Wohneinheiten direkt übereinander angeordnet, damit „alle Kabelstränge durchlaufen und es so kostengünstig wird“. Damit die untersten Wohnungen keine ungewollten Einblicke bieten, soll das Erdgeschoss zudem als Hochparterre errichtet werden.

Weitere Details der Wohnanlage: Im Keller sind neben großzügigen Abteilen für die Mieter auch zwei größere Räume zum Abstellen von Fahrrädern und Kinderwagen geplant, alle Wohnungen bekommen zudem einen Balkon, auf denen Balkonkraftwerke Energie liefern sollen, um die Stromkosten der Bewohner ein bisschen abzusenken. Im nördlichen Außenbereich sind elf Kfz-Stellplätze sowie 22 Stellplätze für Fahrräder geplant, im südlichen Bereich eine Freifläche, die als Gemeinschaftsgarten genutzt werden kann, sowie ein Spielplatz und sogar eine Fläche, die als Nutzgarten dienen könnte, in dem sich die Bewohner gärtnerisch verwirklichen können.

Kostenschätzung beläuft sich derzeit auf sechs Millionen Euro

Was die Kosten anbelangt, deutet alles auf eine Punktlandung in Hinblick auf den bisherigen Budgetrahmen hin. Denn damals waren inklusive einer Tiefgarage, die nun nicht mehr benötigt wird, Kosten von rund 6,9 Millionen Euro anvisiert worden. Aktuell rechnet Rössler mit Kosten in Höhe von sechs Millionen Euro, wobei die Tiefgarage einst mit rund 900.000 Euro veranschlagt war. „Damit sind wir eigentlich fast da, wo wir beim Entwurfsstadium waren“, so Rössler, der allerdings betonte, dass die Holzbaukosten „der größte Unsicherheitsfaktor“ seien.

Doch das eigentliche Zuckerl der Maßnahme: Aufgrund des KW40-Standards, den der Bau, der per Fernwärme versorgt werden soll, laut Rössler „leicht erreichen wird“, rechnen die Planer alleine für den Bau mit einem staatlichen Zuschuss von rund 2,4 Millionen Euro. Hinzu kommen weitere Zuschüsse, sodass die Stadt voraussichtlich nur rund die Hälfte des angesetzten Betrags aus eigener Tasche bezahlen muss. Weshalb Bürgermeister Peter Kloo (SPD) auch „keine Zeit verlieren“ will.

Da das Projekt fraktionsübergreifend viel Zuspruch erfährt, könnte der Wunsch nach schnellen Fortschritten durchaus Wirklichkeit werden. So gefällt CSU-Fraktionssprecher Leonhard Sedlbauer das Planvorhaben „sehr gut – vor allem auch die kleinen Details wie Nutzgarten oder Balkonkraftwerke“. Auch Dieter Kannegießer bezeichnete die Vorentwurfsplanung als „sehr gut und wirtschaftlich dargestellt“. Fraktionskollege Stefan Reischl findet sogar, dass dieses Mehrfamilienhaus ein „so schönes Gebäude ist, wie wir es schon lange nicht mehr in Kolbermoor gebaut haben“.

Ebenso begeistert zeigte sich Dr. Berthold Suldinger. „Unsere Fraktion gefällt der Entwurf ausnehmend gut“, sagte der SPD-Vertreter. „Die Stadt kommt damit ihrer sozialen Verantwortung sehr stark nach.“ Auch die Grünen-Fraktion sei „sehr angetan von dieser Lösung“, wie Caroline Schwägerl betonte. „Es ist schön, dass man in puncto Holzbauweise in Kolbermoor etwas voranbringt.“

Wieso wird nicht gleich noch ein Geschoss draufgesetzt?

Zweifel habe sie allerdings noch daran, dass die geplanten kleinen Sickerflächen, die das Wasser vom Dach aufnehmen sollen, bei Starkregen groß genug sind. Christian Demmel (AfD) hingegen wollte wissen, wieso man nicht noch ein weiteres Geschoss auf den Bau setze. Was Architekt Rössler einerseits mit wirtschaftlichen Berechnungen, andererseits mit dem direkt benachbarten Denkmalschutz-Gebäude erklärte: „Da wäre ein Geschoss mehr schwer vermittelbar.“

Letztlich stimmte der Stadtrat einstimmig den Grundzügen der vorgestellten Planung zu. Außerdem wurde das Architekturbüro damit beauftragt, aus dem Vorentwurf nun eine Entwurfsplanung mit Kostenberechnung zu erarbeiten. Geht es nach Bürgermeister Kloo, soll diese bereits in der Januar-Sitzung 2026 vom Stadtrat beraten werden.

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