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Kommunalwahl am 8. März

Mit den aktuellen Wahlprogrammen „gefüttert“: So könnte Kolbermoors Zukunft laut KI aussehen

Künstliche Intelligenz (KI) findet mittlerweile in vielen Bereichen des Lebens Anwendung. Die OVB-Redaktion hat die KI jetzt dazu benutzt, um aus den Wahlprogrammen der Stadtratskandidaten in Kolbermoor Bilder erzeugen zu lassen, wie die Stadt zukünftig aussehen könnte.
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Künstliche Intelligenz (KI) findet mittlerweile in vielen Bereichen des Lebens Anwendung. Die OVB-Redaktion hat die KI jetzt dazu benutzt, um aus den Wahlprogrammen der Stadtratskandidaten in Kolbermoor Bilder erzeugen zu lassen, wie die Stadt zukünftig aussehen könnte.

Wie könnte sich die Stadt Kolbermoor anhand der Wahlprogramme, mit denen die Parteien und politischen Gruppierungen für Stimmen zur Stadtratswahl werben, verändern? Das OVB hat dazu die Künstliche Intelligenz (KI) befragt – und die bunten Bilder politischen Vertretern zur Bewertung vorgelegt.

Kolbermoor – Auf den Internetseiten der Parteien und politischen Organisationen, die am 8. März zur Stadtratswahl in Kolbermoor antreten, können sich potenzielle Wähler anhand der Wahlprogramme ein Bild darüber machen, in welche Zukunft die Bewerber die Stadt führen wollen. Die bildliche Vorstellung, was das jeweils für die Stadt Kolbermoor bedeuten könnte, ist allerdings nicht immer so leicht. Das OVB hat sich daher an einer Visualisierung der Wahlprogramme versucht – mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI).

Um das Ergebnis nicht zu verfälschen, wurde die Anweisung an die KI – in diesem Falle ChatGPT – einheitlich formuliert. Zentraler Befehl: „Erstelle mir bitte aus dem hochgeladenen Wahlprogramm und dem Foto des Kolbermoorer Rathauses ein fotoähnliches Bild, wie die Stadt Kolbermoor anhand des Wahlprogrammes zukünftig aussehen könnte.“ Herausgekommen sind „Stadtbilder“, die auf den ersten Blick durchaus ähnlich erscheinen, beispielsweise viel Grün zeigen, auf den zweiten Blick aber auch Unterschiede offenbaren. Und typische KI-Fehler zeigen, die seitens der Redaktion aber absichtlich nicht verändert worden sind, um bei allen Parteien und politischen Organisationen ein unverfälschtes Ergebnis zu bekommen.

Dieses Bild hat die KI anhand des Wahlprogramms der Parteifreien Kolbermoor erstellt.

Die typischen KI-Fehler sind es auch, die Christian Sedlmayer, Vorsitzender der Parteifreien Kolbermoor, scheinbar als erstes ins Auge stechen. „Bei dem Bild ist offensichtlich, dass es sich um eine KI-Generierung handelt“, stellt Sedlmayr, der auf Listenplatz 16 für den Stadtrat kandidiert, fest. Er verweist auf „deutliche Fehler“ wie den „Fahrradfahrer auf dem Gewässer“, die Windräder, „die für unsere Stadt sicher nicht machbar und sinnvoll sind“, sowie den zusätzlichen Gehweg zur Fahrradstraße, der keinen Sinn mache. „Ich denke nicht, dass wir in unseren Wahlzielen so verworrene Umsetzungsmaßnahmen sehen“, so Sedlmayr weiter, der allerdings auch positive Aspekte findet: „Was dennoch gut passt, ist die Darstellung eines lebendigen Zusammenlebens, wobei hier noch die Vielfalt einzubringen wäre.“

Dieses Bild hat die KI anhand des Wahlprogramms der SPD Kolbermoor erstellt.

Wenig mit dem seitens KI erzeugten Bild über Kolbermoors mögliche Zukunft kann Stefan Derk, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins und auf Platz 9 der SPD-Liste, anfangen. „Es fällt mir schwer, das Bild in irgendeiner Weise mit Kolbermoor in Verbindung zu bringen, da lediglich das Rathaus als Teil der Stadt zu erkennen ist“, so der Sozialdemokrat. „Inwieweit das Bild eine Umsetzung unseres Wahlprogrammes darstellen soll, erschließt sich mir kaum.“ Sicherlich seien „Infrastruktur und Mobilität“ für die SPD ein zentrales Thema, „aber auch Autos haben weiterhin ihren Platz in der Stadt“. Kernthema sei zudem bezahlbarer Wohnraum, wobei „die Darstellung der Bauten“ sich aber „überhaupt nicht“ mit den SPD-Vorstellungen decke. Derk: „Insgesamt sehe ich die Darstellung eines kompletten Wahlprogramms in Form eines einzigen Bildes als problematisch an.“

Blickpunkt KI: Dort sehen politische Vertreter einen möglichen Einsatz in der Kommune

Dass die KI nicht nur Spielerei ist, sondern im Alltag hilfreich sein kann, daran glauben auch politische Vertreter in Kolbermoor. So sieht CSU-Vorsitzender Fabian Artmann „klare KI-Anwendungsmöglichkeiten“ in der Stadtverwaltung, beispielsweise „um Abläufe zu digitalisieren und zu beschleunigen und damit mehr Zeit für persönliche Beratung zu schaffen“. Artmann: „Konkret denke ich beispielsweise an einen KI-gestützen Bürgerservice, beispielsweise für Standardfragen, Termin- und Formularhilfe.“

Auch Else Huber, Sprecherin der Grünen, kann sich den Einsatz von KI im Bürgerservice und beim Antragsmanagement vorstellen, beispielsweise in Form eines KI-Chatbots auf der städtischen Homepage, der häufige Fragen zu Ausweisen, Kita oder Müllterminen beantwortet. Des Weiteren sehen die Grünen Einsatzbereiche bei der internen Prozessautomatisierung, der Termin- und Ressourcenplanung sowie beim Thema Bürgerbeteiligung, um beispielsweise frühzeitig mögliche Konfliktfelder erkennen zu können.

Die SPD hat das Thema KI ebenfalls im Wahlprogramm aufgelistet. „Die Möglichkeiten zur Erleichterung von Verwaltung durch KI sind vielfältig und reichen zum Beispiel von Planungsaufgaben bis hin zu Möglichkeiten der Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern“, sagt der SPD-Vorsitzende Stefan Derk, der aber auch betont: „Im Mittelpunkt steht für uns jedoch immer der Mensch. Die KI hat daher nur eine dienende Funktion.“

Auch die Parteienfreien Kolbermoor gehen davon aus, dass KI – wie bereits in vielen Branchen üblich – auch in der Stadtverwaltung Eingang finden wird. „Zug um Zug werden die Erreichbarkeit und der Abruf von Dienstleistungen verbessert“, glaubt Vorsitzender Christian Sedlmayer und verweist beispielsweise auf die Ab- beziehungsweise Ummeldung des Wohnsitzes. „Entscheidend und unverzichtbar wird dabei sicherlich die Wahrung von Sorgfalt und Transparenz sein.“

AfD-Vorsitzender Christian Demmel sieht hingegen großes KI-Potenzial beim Thema Planung. „KI bietet große Chancen als sachbezogenes Werkzeug, um etwa durch die Analyse von Verkehrsströmen oder Bauverordnungen effizient und ideologiefrei Entscheidungsgrundlagen in der Verwaltung zu schaffen“, so der AfD-Vertreter. Zudem könne sie „als moderner Bürgerservice die Mitarbeiter entlasten“, dürfe aber „niemals den persönlichen menschlichen Kontakt ersetzen“.

„Prognosemodelle für Steuer- und Ausgabenentwicklung“ inklusive der „Möglichkeit zur Simulation verschiedener Szenarien“ sieht die Co-Kreisvorsitzende der Linken, Maria Boberschmidt, als mögliches Einsatzgebiet von KI in der Stadtverwaltung. Zudem könne sie sich eine „Smart City ähnlich wie Smart Home“ vorstellen: „Intelligente Steuerung von Straßenbeleuchtung, Müllentsorgung, Energieverteilung und viele weitere Dinge.“ Auch die Einführung eines „transparenten Ratsinformationssystems“ sei dadurch denkbar.

Dieses Bild hat die KI anhand des Wahlprogrammes der Linken in Kolbermoor erstellt.

Ganz anders die Linke: „Das von der KI gezeichnete Bild finde ich durchaus gelungen“, sagt Maria Boberschmidt, Co-Kreisvorsitzende und Listenanführerin für die Stadtratswahl in Kolbermoor. „Denn die Stadt ist grün, belebt und Menschen verschiedenen Alters kommen zusammen.“ Dass Forderungen wie „bezahlbarer Wohnraum und kostenlose Kinderbetreuung in Kita und Schule auf so einem Bild schwer abbildbar seien, liege auf der Hand. Zudem sollten laut Boberschmid „vielleicht nicht überall Parteiflaggen hängen“, aber: „Kolbermoor nennt sich ja jetzt schon ,Stadt voller Leben‘ – und diesem Claim wird das Bild auf jeden Fall gerecht.“

Dieses Bild hat die KI anhand des Wahlprogramms der Grünen in Kolbermoor erstellt.

Auch die Grünen können sich durchaus für das anhand ihres Wahlprogramms erzeugte KI-Bild erwärmen. „Warum fühlen wir uns an manchen Orten sofort wohl?, fragt Else Huber, Sprecherin des Grünen-Ortsverbandes, die selbst nicht für den Stadtrat kandidiert. „Genau hier knüpft die KI-Visualisierung an.“ Denn sie zeige „eindrucksvoll“, wie ein grüner Platz die Aufenthaltsqualität spürbar steigern könne – „durch Flächenentsiegelung, Bäume, kleine Flussläufe, Wildblumen, Trinkbrunnen, auch im Rahmen eines Hitzekonzepts“. Ob allerdings die abgebildeten Windräder oder „andere erneuerbare Energien zum Einsatz kommen“, ermögliche Raum für Diskussionen. Huber: „Der Entwurf liefert einen starken Anstoß und lädt dazu ein, das Potenzial einer modernen, zukunftsfähigen Stadtplanung mutig zu nutzen.“

Dieses Bild hat die KI anhand des Wahlprogramms der AfD in Kolbermoor erstellt.

Christian Demmel, Vorsitzender der Kolbermoorer AfD, Listenanführer auf der AfD-Liste und Bürgermeisterkandidat, bezeichnet das auf dem AfD-Wahlprogramm basierende KI-Bild als „treffend für unsere Ziele einer resilienten Stadtentwicklung mit hoher Aufenthaltsqualität und einer Flaniermeile, Begegnungsorten an der Mangfall sowie einer modernen Infrastruktur, die alle Verkehrsteilnehmer und einen optimierten ÖPNV gleichberechtigt berücksichtigt“. Allerdings wirke aus seiner Sicht die Darstellung durch „übermäßige Parteisymbolik überladen“. Wichtig sei seiner Partei „das gezielte Miteinander, das durch die sichtbare Präsenz der Polizei in einem sicheren und geordneten Rahmen stattfindet“.

Dieses Bild hat die KI anhand des Wahlprogramms der CSU in Kolbermoor erstellt.

Für Fabian Artmann, Vorsitzender der CSU und auf Platz 3 des CSU-Wahlvorschlags, wirkt die KI-Visualisierung des Wahlprogramms nur „auf den ersten Blick gelungen“. Artmann, der nach eigenen Angaben berufsbedingt viel mit KI zu tun hat, vermutet, dass das Bild „mit einem ungeeigneten Modell“ erzeugt worden sei und dadurch „mit Kolbermoor nur wenig zu tun“ habe. So sehe das Rathaus in Wirklichkeit anders aus. „Zudem wird Kolbermoor weder eine Straßenbahn bekommen noch Windkraftanlagen betreiben – das findet sich auch nicht in unserem Wahlprogramm.“ Dennoch kann der Christsoziale der Darstellung auch etwas Positives abgewinnen: „Als Visualisierung ist das KI-Bild durchaus ansprechend und trifft in Teilen genau die Richtung, die wir wollen“, so Artmann. „Eine belebte Innenstadt, mehr Begrünung, Photovoltaik und Räume, in denen Menschen gerne zusammenkommen und sich begegnen.“

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