„Riesige Summe“
Millionen-Projekt Kläranlage: Wie die Wasserburger trotzdem günstig davonkommen sollen
Die Kläranlage in Wasserburg muss dringend erweitert werden. Strengere Grenzwerte und eine wachsende Bevölkerung machen den millionenschweren Umbau nötig. Wie können die Abwasser-Gebühren für die Bürger niedrig gehalten werden? Stadtrat Christian Stadler hat einen Vorschlag.
Wasserburg am Inn – Die Wasserburger Kläranlage stößt an ihre Kapazitätsgrenzen und muss ertüchtigt werden. „Die Vorschriften haben sich geändert und die Grenzwerte sind strenger geworden“, erklärte Alexander Huber, Mitarbeiter im Bauamt der Stadt Wasserburg, im Gespräch mit der Redaktion. Stadtbaumeisterin Mechthild Herrmann ergänzte, dass die wasserrechtliche Erlaubnis Ende 2026 auslaufe. Bis dahin muss die Kläranlage erneuert werden.
Kläranlage Wasserburg kostet Millionen
Nun war das Millionen-Projekt Kläranlage Thema im Stadtrat. Anton Mader vom Ingenieurbüro Dippold und Gerold aus Prien erklärte in der jüngsten Sitzung, dass vor allem die zulässigen Stickstoff-Werte nicht mehr ausreichend eingehalten werden könnten. Der Stickstoff wird in einer Kläranlage im sogenannten Belebungsbecken abgebaut. Das Abwasser wird dort mit Sauerstoff und Bakterien angereichert. Letztere verarbeiten den gelösten Stickstoff und setzen ihn frei. Erst nach diesem Schritt und nach der Nachklärung kann das Abwasser in den Inn geleitet werden.
In Hinblick auf strengere Vorgaben und eine wachsende Bevölkerung soll nun ein zweites Belebungsbecken gebaut werden, erklärte Herrmann. Die Kläranlage in der Odelshamer Au filtert das Abwasser von Wasserburg, sowie von Teilen aus Eiselfing und Edling sowie das der Firma Bauer.
Das bisherige Becken sei „relativ eng“, erläuterte Herrmann. Mit der Vergrößerung bestehe mehr Platz und die Bakterien könnten so effizienter arbeiten und genug Stickstoff abbauen. Seit rund zwölf Jahren befasse sich das Bauamt immer wieder mit den Planungen dazu, erklärte wiederum Huber. „Der Aufwand ist groß, da die Kläranlage bei laufendem Betrieb umgebaut werden muss“, betonte er.
Auch Kosten für Edling und Eiselfing
Dementsprechend hoch sind auch die Kosten für den Umbau. Gut zehn Millionen Euro soll der Neubau plus Erneuerung einiger Geräte kosten. Auf Edling kommen laut dem Bauamt Kosten in Höhe von 818.000 Euro zu und auf Eiselfing 654.000 Euro. Für eine staatliche Förderung kommt das Projekt laut Verwaltung nicht infrage.
Stadtrat Christian Stadler (Grüne) schlug vor, im Beschluss über die Baumaßnahme auch die Energieversorgung zu berücksichtigen. „Die Kläranlage ist der größte Stromverbraucher unter den städtischen Einrichtungen“, erklärte er. Mader ergänzte, dass mit der Erweiterung etwa fünf bis zehn Prozent mehr Strom verbraucht werden. Auch wenn sich der Verbrauch nur um wenige Prozent erhöhe, „sollten wir das Thema gleich angehen“, fand Stadler. „Immerhin werden diese Kosten auf die Abwassergebühren umgelegt“, sagt er.
Markus Bauer (CSU) stimmte dem zu und appellierte zusätzlich dafür, dass sich die Verwaltung nochmal um Fördergelder bemühe. Immerhin spreche der Stadtrat hier von einer „riesigen Summe“, sagte er. Das Gremium sprach sich einstimmig für die Ertüchtigung der Kläranlage aus. Zudem soll in diesem Zuge auch der Ausbau der Photovoltaik-Anlage ins Auge gefasst werden.

