Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Radleihe in Österreich erfolgreich

Die Pläne lagen schon bereit: Warum Kiefersfelden nun doch keine neuen Räder bekommt

Das Regiorad wird in Kiefersfelden abgeschafft.
+
Das „Regiorad“ kommt doch nicht nach Kiefersfelden.

Das Radleihsystem „Regiorad“ ist ein großer Erfolg in Österreich. Nun war das System knapp davor, auch in Kiefersfelden etabliert zu werden. Doch kurz vor dem Beschluss kam alles ganz anders. Was hinter den Rädern steckt und woran es scheiterte.

Kiefersfelden – „Die Reduzierung des Verkehrs ist und bleibt ein Schwerpunktthema in unserem Ort. Mit „Regiorad“ kommen wir dem ein Stück näher.“ Das war zumindest der Standpunkt, von dem der Kiefersfeldener Bürgermeister Hajo Gruber (UW) bei der vergangenen Gemeinderatssitzung überzeugt war.

90.000 Mal in Kufstein genutzt

Das System der kostengünstigen Kurzleihe von Rädern, die an bestimmten Örtlichkeiten an allen neuralgischen Punkten bereitstehen, wird im Nachbarort Kufstein schon seit zwei Jahren erfolgreich genutzt. Dort gibt es 22 Stationen mit insgesamt 110 Rädern. In dieser Zeit wurden über 90.000 Mal Räder geliehen, um kurz mal von A nach B zu kommen.

Im Kern handelt es sich um ein öffentliches stationsbasiertes Fahrradverleihsystem, das den ersten und letzten Kilometer bei der Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln abdecken soll. Gruber: „Deshalb wird angedacht, in Kiefersfelden an bis zu zehn zentralen Stationen 30 Räder bereitzustellen. Das Unternehmen stellt die Logistik samt robusten Rädern, ein Serviceunternehmen sorgt für den reibungslosen Ablauf und die Instandhaltung“, erklärte Gruber.

780 Euro im Monat laufende Kosten

Bei der Vorstellung des Systems im Jahr 2024 zeigten sich alle Gemeinderäte beeindruckt und votierten einstimmig dafür, das System im Detail ausarbeiten zu lassen. Dies wurde von der beauftragten Firma „Nextbike“ umgesetzt. So kam es bei der jüngsten Gemeinderatssitzung zu folgendem Beschlussvorschlag der Gemeindeführung: „Kiefersfelden beschließt die Teilnahme am Bikesharing-System..... unter der Voraussetzung, dass auch die anderen Gemeinden (Oberaudorf,Niederndorf, Ebbs) die Teilnahme beschließen. .... Die laufenden Kosten betragen monatlich 780 Euro brutto.“ Hinzu kämen noch monatliche Wartungskosten von derzeit 1260 Euro für den Radpool.

Dies war dann einigen Gemeinderäten doch zu teuer, zumal eine mehrjährige Bindung die unsichere zukünftige Finanzsituation belastet hätte. Auch kam nach anfänglicher Euphorie des Gremiums so manche Skepsis auf, ob das System in Kiefersfelden in gleicherweise wie in Kufstein Sinn macht. Die Abstimmung brachte dann auch eine herbe Überraschung für Bürgermeister Hajo Gruber. Denkbar knapp votierte das Gremium fraktionsübergreifend mit 9:9 Stimmen. Das Projekt wurde damit abgewählt, da Stimmengleichstand gemäß Gemeindeordnung eine Ablehnung bedeutet. Gruber zeigte sich als guter „Verlierer“: „So ist Demokratie. Das habe ich zu akzeptieren.“

Kommentare