Kein Smartphone bis zur achten Klasse
„Das sollte es hier auch geben”: Wie gut funktioniert das Handyverbot an Schulen in Österreich?
Kein Handy mehr für Kinder bis zur achten Klasse. Diese Regel gilt seit Mai 2025 an den Schulen in Österreich. Mit betroffen ist auch eine Familie aus Kiefersfelden. Was sie von dem Verbot hält und wie es im Nachbarland funktioniert.
Kiefersfelden/Kufstein – „Das könnt ihr euch nach dem Unterricht wieder hier vorne abholen.” Jeder, der einmal mit dem Handy unter der Schulbank gespielt hat, wird diesen Spruch vom Lehrer schon mindestens einmal gehört haben. Seit Mai 2025 gilt dieser Satz allerdings nicht nur für das Daddeln während des Unterrichts, sondern für den gesamten Schultag.
Kein „Konzentrationskiller“ bis zur achten Klasse
Nach einer bundesweiten Vorgabe des Bildungsministers Christoph Wiederkehr hat der „Konzentrationskiller“ bis zur achten Jahrgangsstufe nichts mehr in der Schule zu suchen. Laut Wiederkehr wolle man damit den „Rücken der Lehrkräfte und Schuldirektoren stärken” sowie das „soziale Verhalten auf dem Pausenhof verbessern”.
Dementsprechend dürfen auch in der Mittelschule in Kufstein die Smartphones nur noch im Notfall ausgepackt werden. „Jeder Schüler hat bei uns seinen Spind, in dem das Handy verstaut werden muss“, erklärt der Schulleiter Rudolf Ritzer. Nur wenn es von den Lehrern, zum Beispiel für „Rechercheaufgaben“, ausdrücklich erlaubt ist, dürfen die Kinder ihr Smartphone holen. Ritzers Überzeugung: „Jede freie Minute ohne Handy schadet nicht. Vor allem hier, wo die Schüler zwischen zehn und 14 Jahre alt sind.”
Da es diese Regel an der Kufsteiner Mittelschule sogar schon vor dem bundesweiten Verbot gab, klappt das laut Ritzer auch ohne Probleme. „Das funktioniert tadellos und war für uns kein großer Schritt”, meint der Schulleiter.
Handyverbot teilweise auch für Kiefersfeldener
Doch auch an der Grenze zur Region Rosenheim kommt das Verbot an. „Unsere Kinder gehen seit kurzem in Kufstein zur Schule und haben somit auch ein Handyverbot, während sie dort sind“, berichtet die Mutter einer Kiefersfeldener Familie, die anonym bleiben möchte. Sie akzeptiert die neue Regel nicht nur, sondern sieht darin einige Vorteile. „Ich bin überzeugt, dass speziell die jüngeren Altersstufen nicht immer am Smartphone hängen müssen. Ich finde, das sollte es auch hier in der Region Rosenheim geben”, meint sie.
Demnach funktioniert die Vorgabe im Nachbarland gut. „Klar war das eine Umstellung”, berichtet die Kiefersfeldenerin, deren Kinder zehn und zwölf Jahre alt sind. Doch schon in der zweiten Woche an der Kufsteiner Schule hätten die Schüler ihr Handy kaum noch vermisst. Und auch zu Hause gibt es ein Limit. „Ein, zwei Stunden jeden Tag sind völlig ausreichend”, sagt die Mutter. Dann wird auch in Kiefersfelden das Handy weggelegt.