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Finanzielle Durststrecke überwunden

Kiefersfelden erstmal seit drei Jahrzehnten schuldenfrei: So klappte das Wunder

Die Ansiedelung von leistungsstarken Gewerbegebieten sorgte in Kiefersfelden für Steuereinnahmen, wie sie seit vielen Jahren nicht mehr möglich waren.
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Die Ansiedelung von leistungsstarken Gewerbegebieten sorgte in Kiefersfelden für Steuereinnahmen, wie sie seit vielen Jahren nicht mehr möglich waren.

In Kiefersfelden hat Bürgermeister Hajo Gruber (UW) bei der jüngsten Gemeinderatssitzung verkündet, dass die Gemeinde zum Jahresende schuldenfrei ist. Dies ist das erste Mal seit drei Jahrzehnten, dass die Pro-Kopf-Verschuldung bei null Euro liegt.

Kiefersfelden – „Die Pro-Kopf-Verschuldung in unserer Gemeinde betrug zum Jahresende 0,00 Euro“ , verkündete Bürgermeister Hajo Gruber (UW) bei der jüngsten Gemeinderatssitzung stolz.

Das hatte es seit drei Jahrzehnten nicht mehr gegeben. Damals galt Kiefersfelden als eine der wohlhabendsten Gemeinden des Landkreises Rosenheim – dank der sprudelnden Gewerbesteuereinnahmen von den Betrieben Zementwerk und Marmorwerk, vor allem aber auch wegen des Autobahngrenzübergangs Kiefersfelden-Autobahn mit seinen Speditionseinnahmen.

1000 Arbeitsplätze gingen verloren

Dann verdüsterte sich der wirtschaftliche Himmel über der Inntalgemeinde. Fast zeitgleich schlossen das Zement- und Marmorwerk endgültig ihre Werkstore. Die Landesgrenze wurde im Zug des EU-Beitritts Österreichs 1995 geöffnet. Die Speditionseinnahmen brachen weg. Binnen kurzer Zeit verlor der Grenzort rund 1000 Arbeitsplätze.

Lange Zeit konnte die jeweilige Gemeindeführung kaum mehr ihre Pflichtaufgaben finanzieren. Das jährliche Defizit des Innsola wurde zur enormen Belastung. Schließungsgedanken gingen um. Alle drei Bürgermeister – Erich Ellmerer (SPD), Erwin Rinner (CSU) und Hajo Gruber (UW) – kämpften um die Wiederansiedelung von Gewerbe im Ort. Ein langwieriges Vorhaben, das mit den Gewerbegebieten, beispielsweise dem Medipark und Kaiserreich, nun zum Erfolg führte. Die Gewerbeeinnahmen sprudeln wieder.

Letzte Kreditesind nun getilgt

So konnte die Gemeindeführung 2024 die letzten Schulden in Höhe von 1, 64 Millionen Euro tilgen. Überhaupt lief es 2024 finanziell für die Gemeinde deutlich besser als geplant. Kalkuliert hatte die Kämmerei für den letztjährigen Haushalt noch Gesamtausgaben von über 30 Millionen Euro. Tatsächlich kam man mit rund 25,7 Millionen aus. Die Rücklagen reduzierten sich allerdings von rund elf Millionen auf gut sieben Millionen Euro. Die genauen Zahlen und Hintergründe zum Haushaltsjahr 2024 werden dem Gemeinderat erst in der April-Sitzung vorgelegt.

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