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Rotter Ortsgruppe des Bund Naturschutz

Biber und Amphibien im Fokus der Jahresversammlung

Experte Gerhard Schwab gibt Einblicke in die Welt der Biber.
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Experte Gerhard Schwab gibt Einblicke in die Welt der Biber.

Bei der Jahresversammlung der Rotter Ortsgruppe des Bund Naturschutz standen der Schutz von Bibern und der Rückgang von Amphibien im Mittelpunkt. Wolfgang Matschke, Vorsitzender der Ortsgruppe, äußerte seine Sorge über den dramatischen Rückgang von Kröten, Fröschen und Molchen in der Region.

Rott – Im voll besetzten Nebenzimmer des Landgasthofs Stechl freute sich der Vorsitzende der Rotter Ortsgruppe des Bund Naturschutz, Wolfgang Matschke, die Mitglieder und die Gäste zur Jahresversammlung zu begrüßen. Er hieß Matthias Eggerl willkommen, der Kreis- und Gemeinderat, Referent für Umwelt und Nachhaltigkeit ist und den Arbeitskreis Umwelt vertritt.

Naturschutz geht nur mit den Landwirten

Er freute sich, dass etliche Vertreter der Nachbarortsgruppen Wasserburg und Tuntenhausen-Schönau anwesend waren. Ganz besonders freute er sich über die anwesenden Landwirte. Matschke betonte die gute Zusammenarbeit. Naturschutz gehe nur mit den Landwirten. Erfreulich fand er auch den Besuch des CSU-Vorsitzenden Alexander von Hagmann. Dann begrüßte er den südbayerischen Bibermanager Gerhard Schwab. Gerhard Schwab berichtete über alles Wissenswerte über den Biber. Was die wenigsten wissen, dass alle Aktivitäten des Bibers in den von ihnen besiedelten Bereichen ein reichhaltiges, dynamisches Lebensraummosaik entstehen lassen, von dem viele Tier- und Pflanzenarten profitieren können.

1867 waren die Biber wegen des Fells, des Fleisches in der Fastenzeit und des Drüsensekrets Bibergeil nahezu ausgerottet. 1966 begann der Bund Naturschutz Bayern mit der Wiederansiedelung. Anfang der 1980er-Jahre wurden die ersten 120 Nager freigesetzt. Seitdem haben sie sich gut entwickelt. Biber sind wieder flächendeckend verbreitet. Der Bestand im Jahr 2024 wird auf etwa 25 000 in rund 7500 Revieren geschätzt.

Biber sind nach Bundesnaturschutzgesetz, das entsprechendes EU-Recht umsetzt, besonders und streng geschützt. Dieser Schutz ist aber nicht absolut.

Zur Abwehr von ernsten Schäden sind Ausnahmen möglich, die entweder in der Artenschutzrechtlichen Ausnahmeverordnung geregelt sind, oder im Einzelfall von der Unteren Naturschutzbehörde genehmigt werden. Für den Ausgleich von Schäden steht seit 1. August 2008 ein freiwilliger Schadensfonds des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit zur Verfügung. Die Abwicklung erfolgt durch die für Biber zuständigen Unteren Naturschutzbehörden. Den Wert der Baumschäden setzt die bayerische Forstverwaltung fest.

Wolfgang Matschke merkte an, dass seit 2010 Biber im Rotter Forst zu Hause sind. Die entstandenen Schäden an den Bäumen seien immer zu gering entschädigt worden. Es werde allein der Holz- beziehungsweise Brennwert vergütet, nicht der Wert des Baumes. Zum Beispiel sei es die Eiche, die am meisten Sauerstoff schafft und die meisten Insekten beheimatet.

Wolfgang Matschke beklagt einen erschreckenden Rückgang der Kröten, Frösche und Molche. Die Rotter Ortsgruppe betreut bei Großhöhenrain zwei Amphibienzäune. Konnten 2018 noch 587 Kröten gezählt werden, waren es 2024 nur noch 53 Stück. Die Grasfrösche gingen im gleichen Zeitraum von 44 auf ganze vier zurück, die Zahl der Molche von 265 auf nur 15. Die Amphibienzäune in Knogl wurden aufgegeben. Es konnten nur noch zwei Kröten gezählt werden. Auch die Amphibienzäune durch den Rotter Forst wurden aufgegeben. Dabei gilt der Rotter Forst mit seinen vielen Feuchtgebieten als ideales Gebiet.

Speicherfähigkeit wieder herstellen

Wolfgang Matschke beschäftigte sich mit der Ursache des Amphibiensterbens. Sicherlich sei die Erwärmung auch daran schuld. Es werde im Sommer immer heißer und es gebe immer wieder Starkregen. Das Wasser laufe zu schnell ab, der Boden werde trockenhart. Wolfgang Matschke sieht die einzige Lösung darin, wieder grüne Inseln zu schaffen und die Speicherfähigkeit der Böden wiederherzustellen.

Dann klopfte Matschke der Ortsgruppe Rott auf die Schulter. Seit elf Jahren sorge sie für Hecken und Biotope. Zudem beteilige sich die Gruppe an der Müllsammelaktion in Rott und dem Rotter Forst. Er hob die Arbeit des Gartenbauvereins hervor, die Wildblumenwiesen pflanzen.

Wenig Verständnis zeigte Wolfgang Matschke bei Fischotter und Kormoran. Sie räumten in kürzester Zeit ganze Weiher leer, die die letzten Rückzugsgebiete für bedrängte Kleintiere seien.

Zum Schluss zeigte Wolfgang Matschke die Finanzübersicht mit Einnahmen und Ausgaben, es blieb ein bescheidenes Plus übrig. Die Mitglieder sprachen die Entlastung aus. Im nächsten Jahr gibt es eine Hauptversammlung mit Neuwahlen. Nach drei Amtsperioden als Vorsitzender wünscht sich Wolfgang Matschke von den 70 Mitgliedern der Ortsgruppe Entlastung.

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