Schauspieler, Politiker und Unternehmer
Wie übersteht man 16 Tage Wiesn-Wahnsinn am besten? Die Tipps der „Herbstfest-Prominenz“
Ob Klassiker – wie genug Wasser zwischendurch – oder etwas ausgefallenere Tipps wie „Nicht mit Radler starten“: Beim Rundgang über das Rosenheimer Herbstfest hat die „Wiesn-Prominenz“ aus der Region einige Ratschläge für 16 Tage Wiesn-Wahnsinn parat.
Rosenheim – 16 Tage, viel Bier, wenig Schlaf. Wie übersteht man den „Wiesn-Wahnsinn“ auf dem Rosenheimer Herbstfest am besten? Bei einem Rundgang am Donnerstag (4. September) haben wir bei der „Prominenz“ aus der Region nachgehakt. Denn wer wüsste all das besser, als die, die teils sogar beruflich im Bierzelt sitzen? Einer von ihnen ist Karl Kiesl, Geschäftsführer beim Tatzlwurm. Sein Geheimtipp neben dem Klassiker, viel Wasser zu trinken: „Jeden Morgen eine kalte Dusche nehmen. Das hilft immer – egal, wie wenig man geschlafen hat“, sagt er und lacht.
Wiesn-Tipp: Ein Nickerchen am Nachmittag
Dass das Herbstfest nicht immer nur Privatvergnügen ist, sondern man sich auch gerne zum Netzwerken und Austauschen trifft, weiß auch Iko-Geschäftsführerin Tessa Irlbacher. Sie war zwar schon einige Male vor Ort – allerdings nur einmal privat. Den Besuchstage-Rekord hält an diesem Tag aber wohl Michaela Döser, Leiterin der Marketingagentur „Ideenreich“ und Ehefrau von OVB-Geschäftsführer Oliver Döser. Sie war an diesem Donnerstagabend – dem sechsten Herbstfest-Abend – schon zum zehnten Mal da. An den meisten Tagen also mittags und abends. Ihr Tipp, wie man das schafft: „Am Nachmittag schlafen.“
Aber auch Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März war, wie es sich gehört, täglich bei „seiner“ Wiesn. „Das hält man aus, indem man mit einer Begeisterung und einer positiven Grundstimmung hier rausgeht“, verrät er. Dabei geht es bei ihm am Tisch bei weitem nicht immer um Politik. Dennoch: „Man redet viel darüber, was die Rosenheimer beschäftigt.“
Nicht ganz so oft da war hingegen Georg Huber. Kein Wunder, der Samerberger Bürgermeister hat ja auch eine deutlich weitere Anreise als März. Viermal hat er dem Herbstfest bisher einen Besuch abgestattet. Als Überlebenstipp für den Wiesn-Wahnsinn gibt er mit auf den Weg: „Der Wahnsinn ist kein Wahnsinn, wenn ma ned so viel trinkt.“ Ja sogar ein alkoholfreies Bier, komme ihm ab und an in die Mass.
Der Promi-Rundgang am ersten Herbstfest-Donnerstag (4. September)




Bier nun in Massen oder in Maßen? Kirmaier noch uneinig
In Massen – oder doch Maßen genießen? Da ist sich der Auerbräu-Starkbier-Fastenprediger Peter Kirmair noch nicht. „Man muss alles in Mass/ßen machen“, sagt er und lacht. Eine weitere Regel – unabhängig davon, ob man nun nur Massen oder auch mal Halbe im Biergarten trinkt: Genug essen und immer mal wieder eine Pause einlegen.
Ähnlich sieht es Norbert Haimerl, Geschäftsleiter beim Regionalfernsehen Oberbayern. „Die Grundregel lautet: Immer um 23 Uhr heimgehen.“ Dass es doch mal länger wird und man ihn auch mal auf einer After-Wiesn-Party sieht, kann er trotzdem nicht ausschließen. „Das kann passieren, aber am nächsten Tag bereut man es und zahlt die Zeche“, sagt er und lacht. Klingt fast, als würde er da aus Erfahrung sprechen.
Günther Maria Halmer: Die schleichende Bier-Reduktion
Der Schauspieler und gebürtige Rosenheimer Günther Maria Halmer geht schon seit seiner Jugend auf das Rosenheimer Herbstfest. Einen Tipp hat er aber dennoch nicht parat. Vermutlich gilt auch für routinierte Wiesn-Gänger: Übung macht den Meister. Sein Tischnachbar verrät allerdings, wie sich der Herbstfest-Besuch über die Jahrzehnte verändert hat – und darin ist wohl doch ein Tipp versteckt. „In der Jugend waren es drei Mass, dann irgendwann zwei, dann eine – und heute nur noch ein Radler“, sagt er und lacht.
Gastronom Giuseppe Tedesco hingegen hält vom Radler gar nichts, wie er schnell deutlich macht. „Mein Tipp: Gleich mit einer richtigen Mass anfangen. Nicht mit einer Radler-Mass“, sagt er und grinst. Von den Damen am Tisch, die bekanntlich auch gerne mal auf ein leichteres Radler setzen, erntet er dafür einen leicht zweifelnden Blick.
In den Zelten und Gängen an diesem Donnerstagabend munkelte man auch, dass sich Sänger Wincent Weiss schon wieder auf dem Rosenheimer Herbstfest herumtreibt. Lange mussten wir ihn suchen – und entdeckten ihn dann doch noch abends im Tatzlwurm. Einen Tipp hat er uns nicht verraten. Dabei hätte er wahrscheinlich erklären können, wie man sich möglichst lange auf der Wiesn vor der Regionalpresse versteckt.
Miss Herbstfest mit Tipps gegen den Pegel
Während die einen also zum klassischen „Zwischen-Wasser“ oder zu genügend Essen raten, hat die amtierende Miss Herbstfest, Eva Maria Bachmaier, einen ganz anderen Rat in Petto. Oder besser gesagt: eine Mitbring-Empfehlung für alle Hardcore-Wiesn-Gänger. „Blasenpflaster und Gelorevoice“. Beim Thema Blasenpflaster dürften sich besonders die Damen nun denken „Ja, natürlich. Die sind Pflicht, wenn die schicken Dirndl-Schuhe mal wieder drücken.“ Wer sich bei Letzterem fragt, was es damit auf sich hat: Halstabletten, die die Stimme wieder zurückbringen sollen. „Die braucht man unbedingt, hier herrscht immer so ein Pegel“, erklärt sie, während sie in der Auerbräu Festhalle sitzt.
Während der Miss Herbstfest also der Lärmpegel zusetzt, dürfte es bei anderen wohl ein anderer Pegel sein. Dennoch: Die Rosenheimer „Wiesn-Prominenz“ ist bestens gewappnet für die fünfte Jahreszeit. Und nach den ersten sechs Tagen sehen immer noch alle aus, wie aus dem Ei gepellt. Die Ratschläge scheinen also zu wirken.



