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Tragische Szenen haben sich auf der A8 bei Bernau abgespielt. Eine 55-Jährige Geisterfahrerin prallt mit einem Porsche zusammen. Die Falschfahrerin kommt ums Leben.
Gleich drei schreckliche Unfälle haben sich am Sonntag (15. Dezember) in der Region ereignet. Bei Bernau kam eine 55-jährige Geisterfahrerin ums Leben. Was über den tragischen Unfall bekannt ist und wie Polizei und Feuerwehr mit solchen Situationen umgehen.
Gegen 00.28 Uhr wurde die Polizei darüber informiert, dass ein Auto im Bereich der Anschlussstelle Übersee auf die Autobahn nach Salzburg auffuhr. Jedoch in die falsche Richtung nach München. Wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mitteilt, hat die Insassin, eine 55-jährige Bernauerin dann ihre Fahrt als Geisterfahrerin mit hoher Geschwindigkeit fortgesetzt.
Polizei und Feuerwehr für solche Situationen geschult
Bis zur Anschlussstelle Bernau. Dort waren zwei Chieminger (49 und 45 Jahre alt) mit ihrem Porsche in Richtung Salzburg unterwegs. Auf der Überholspur kam ihnen plötzlich die Bernauerin entgegen. Ein Frontalzusammenstoß ließ sich nicht mehr verhindern. Die beiden Chieminger erlitten schwere Verletzungen. Die Geisterfahrerin verstarb trotz sofortiger Rettungsmaßnahmen und der schnellen Reaktion von Notärzten und Feuerwehr noch an der Unfallstelle. Durch umherfliegende Trümmerteile wurden zudem andere Autos und ein Flixbus beschädigt.
Dramatischer Unfall auf A8 bei Bernau: 55-jährige Frau stirbt
Dass es sich um einen Unfall mit Geisterfahrerin handelt, wird der Feuerwehr in der Alarmierung nicht bekanntgegeben. Dort heißt es Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person, teilt ein Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Bernau mit, die – sowie auch die Feuerwehr Frasdorf – im Einsatz waren.
Wie gehen sie dann aber mit solchen Situationen, mit den Unfallbildern oder auch Todesopfern um? „Die Feuerwehrler werden geschult durch Lehrgänge, damit sie auf solche Einsätze vorbereitet sind“, erklärt der Sprecher weiter. Ebenso finden nach den Einsätzen Nachbesprechungen im Team statt. Wenn jemand mehr Hilfe benötigt, gibt es auch das Angebot der Psychosozialen Notfallversorgung für Einsatzkräfte der Feuerwehren von Stadt und Landkreis Rosenheim. Die Mitarbeiter sind in erster Linie Angehörige der Feuerwehr, heißt es auf der Homepage des Feuerwehrkreisverbands Rosenheim: „Männer und Frauen, die den Dienst aus der täglichen Praxis kennen.“
Die Polizei sei bei der Alarmierung bereits darüber informiert worden, dass es sich um einen Unfall mit einer Geisterfahrerin handelt, sagt Polizeioberrat Holger Siegemund, Dienststellenleiter der Verkehrspolizei Rosenheim. Das sei aber nicht immer der Fall. Auch er betont, dass der Umgang mit dem Tod nicht untypisch bei der Arbeit der Polizei sei. Auch hier werden die Beamten geschult, damit sie wissen, wie sie mit solchen Situationen umgehen sollen.
Ursachen für Falschfahren nicht bekannt
Außerdem erklärt Siegemund, dass erfahrene Kollegen vor Ort waren. Dennoch „haben wir in den nächsten Tagen natürlich ein Auge drauf, wie es den Polizisten geht“. Auch bei der Polizei werde dann das Gespräch untereinander gesucht, zudem gebe es Hilfe bei der Verarbeitung durch die Polizeiseelsorge oder auch die interne psychologische Betreuung. „Die Polizisten können aber auch mit mir sprechen“, sagt Siegemund.
Die genauen Ursachen für das falsche Fahren der Bernauerin sind derzeit noch unklar. Weitere Details kann der Dienststellenleiter auch am Montagnachmittag (16. Dezember) nicht nennen. Der Fall wurde an die Staatsanwaltschaft Traunstein, Zweigstelle Rosenheim weitergegeben. Die nun für die weitere Bearbeitung, zum Beispiel der Gutachten, zuständig ist.
Aiblinger prallt kurz vor Rosenheim mit Auto frontal gegen Baum – Bilder vom Unfallort
Nur wenige Stunden später dann ein schreckliches Drama auf der Kreisstraße TS42 bei St. Georgen bei Traunreut. Laut Polizeipräsidium Oberbayern Süd, war ein 21-Jähriger in Richtung Traunreut unterwegs. In einer Rechtskurve sei er aus bislang ungeklärter Ursache in den Gegenverkehr geraten. Dort prallte er mit dem Auto eines 47-Jährigen zusammen. Auch für ihn kam jede Hilfe zu spät. Sein 46 Jahre alter Beifahrer sowie der 21-jährige Fahrer des zweiten beteiligten Autos wurden jeweils schwer verletzt.