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Schließung sorgt weiter für Wirbel

„Skandal“ auf der Fraueninsel? Wann das Traditions-Gasthaus Linde wieder öffnen könnte

Die Mitte der Fraueninsel im Chiemsee mit Kloster, frühmittelalterlicher Torhalle, tausendjähriger Linde und Gasthaus
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Zwischen tausendjährigem Baum und Kloster, neben der Torhalle aus dem 8. Jahrhundert, am höchsten Punkt der Insel – das 600 Jahre alte Gasthaus „Zur Linde“ ist nicht nur wegen seiner Lage eines der wichtigsten Gebäude auf der Fraueninsel.

Die Schließung des 600 Jahre alten Traditions-Gasthauses „Zur Linde“ auf der Fraueninsel schlägt weiter hohe Wellen. Ein Münchner Tourist stand frustriert vor verschlossenen Türen. Jetzt erklärt die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung, wie es weitergehen soll und wann einer der berühmtesten Wirtschaften der Region wieder öffnen könnte.

Fraueninsel – Rudi Seibt war in der Weihnachtszeit auf der Fraueninsel im Chiemsee und wollte im berühmten Traditions-Gasthaus „Zur Linde“ einkehren. Doch die Tür der sechs Jahrhunderte alten Wirtschaft mit der Hausnummer 1 auf dem Eiland im Chiemsee blieb für ihn – und alle anderen Gäste – verschlossen. Nachdem der Pächter überraschend aufgegeben hatte, ist der im Besitz der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung befindliche Touristenmagnet derzeit geschlossen. Rudi Seibt hatte von der in der Region heiß diskutierten Nachricht nichts mitbekommen und war so frustriert, dass er einen Leserbrief an das OVB formulierte.

„Selbstherrlichkeit bayrischer Staatsbeamter“?

„Als Münchner Tourist habe ich erst auf der Insel davon erfahren. Die vorher besuchte Webseite der Insel schaut aktiv aus und nennt weder Schließung noch Abschied des Pächters.  Zeigt dies eine völlige Gleichgültigkeit des Eigentümers Freistaat? Lässt der Amtsschimmel, die Selbstherrlichkeit bayerischer Staatsbeamter, grüßen? Wo bleibt die Skandalisierung dieses von den Touristen auf der Fraueninsel empfundenen Skandals?“, fragt sich Seibt.

Wenn es denn dieses Informationsdefizit um die Schließung der „Linde“ in der Zeit um den Jahreswechsel tatsächlich gegeben haben sollte, ist es inzwischen behoben. Die Website des Traditions-Gasthauses ist der derzeit nicht zu finden, im Facebook-Account ist die Wirtschaft genau wie bei der Google-Suche eindeutig als geschlossen gekennzeichnet. Es gibt also keinen Skandal. Aber sehr wohl vor allem bei Touristen Unverständnis, wie ein renommiertes Gasthaus auf der von jährlich Hunderttausenden Ausflüglern besuchten Fraueninsel in Probleme geraten kann. Zumal die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung das Kleinod vor sieben Jahren vor der Übergabe an den jetzt gescheiterten Pächter gründlich renoviert hatte.

Gasthof „Zur Linde“: So geht es weiter

Nun liegt das wertvolle Eigentum des Freistaats Bayern brach – und wird in den nächsten Monaten sogar (Steuer-)Geld kosten. „Das Gasthaus „Zur Linde“ auf der Fraueninsel ist zum Jahresende 2025 an die Schloss- und Gartenverwaltung Herrenchiemsee zurückgegeben worden. Derzeit laufen die Vorbereitungen für das Interessenbekundungsverfahren zur Pächtergewinnung. Dazu zählen die Räumung der Räumlichkeiten und die sich anschließende bauliche sowie technische Überprüfung und gegebenenfalls Ertüchtigung der Räume für die künftige Verpachtung“, erklärt Angelika Urbach von der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung auf Anfrage des OVB.

Der Traditions-Gasthof Zur Linde auf der Fraueninsel.

Voraussichtlich im März soll das Interessenbekundungsverfahren dann starten. An Interesse von Gastronomen dürfte es bei solche einem Restaurant- und Hotel-Filetstück auf der Frauninsel nicht mangeln. Inselbürgermeister Armin Krämmer hat nach eigener Aussage bereits mehrere Bewerbungen weitergereicht. Wenn das Verfahren dann in ein paar Wochen offiziell startet, wird das Pachtangebot für die „Linde“ in lokalen, regionalen sowie Fachmedien veröffentlicht.

Die Geschichte des Gasthauses „Zur Linde“

Die Historie führt weit in die Geschichte der Insel zurück, war durch die Einheirat des Chiemsee-Malers Max Haushofer in die Wirtsfamilie Dumbser prägend für die Entwicklung der Insel als malerischer Inspirationsort der sich entwickelnden Künstlerkolonie am Chiemsee. Hier wurde „Künstlergeschichte“ geschrieben, gemalt, gezeichnet und gelebt. Max Haushofer hatte 1838 im Inselmünster die Wirtstochter Anna Dumbser geheiratet. 

„Daraufhin können Interessenten ein ausführliches Exposé anfordern. Die Bewerbungsfrist endet in der Regel spätestens acht Wochen nach der Veröffentlichung des Pachtangebots“, schildert Urbach das weitere Procedere und macht Fraueinsel-Touristen Hoffnung auf eine Wiedereröffnung: „Bei einem reibungslosen Verlauf des Verfahrens könnte das Gasthaus „Zur Linde“ voraussichtlich im Frühsommer 2026 wieder verpachtet werden. Die Wiedereröffnung des Betriebs liegt dann im Ermessen des neuen Pächters.“ Im Sommer könnte Rudi Seibt also noch einmal auf die Fraueninsel schippern – und dann hoffentlich seinen Frieden mit dem Traditionsgasthof „Zur Linde“ schließen.

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