Das ist seine Geschichte
„Jeder ist vorbeigeschlichen“: Falkenbaby Mäx erobert als „Mitarbeiter“ die Herzen im Rathaus Bernau
Turmfalke „Mäx“ machte am Montag (30. Juni) einen ungewollten Zwischenstopp im Rathaus Bernau. Die Begeisterung dort und auf WhatsApp war riesig. Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber erzählt, wie es dazu kam.
Bernau – Die Geschichte des neuen „Mitarbeiters“ im Rathaus Bernau begann am Montagfrüh (30. Juni) kurz vor 8 Uhr. Ein Fußgänger mit Hund entdeckte auf dem Gelände des Schulhofs der Gemeinde einen blutjungen und hilflosen Turmfalken am Boden. „Also sind wir mit drei Leuten ausgerückt und haben den Falken mit Handschuhen erstmal in ‚Gewahrsam‘ genommen. Er hat ja scharfe Krallen“, berichtet ein Sprecher der Feuerwehr Bernau dem OVB.
So kam der Falke ins Rathaus Bernau
Eine Falknerin aus Eggstätt war zu diesem Zeitpunkt bereits alarmiert, sie hatte aber einen aktuellen Termin. Wohin also mit dem schmucken Baby-Vogel in der Rettungsbox? Praktischerweise ist Bernaus Feuerwehr-Kommandant Stefan Huber im Hauptjob in der Abteilung Tiefbau im Rathaus Bernau beschäftigt. „Also haben wir beschlossen, dass der Vogel in der Wartezeit mit ins Büro im Bernauer Rathaus soll. Dort hatte er es in der Hitze auch einigermaßen kühl“, erzählt Bernaus Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber dem OVB.
Angekommen im Rathaus verfielen sofort alle Mitarbeiter dem Charme des außergewöhnlichen Gastes. „Er ist so richtig süß, wir haben ihn Mäx getauft. Und es war total lustig: Wirklich jeder ist an ihm vorbeigeschlichen“, so Biebl-Daiber mit einem Lächeln. Sie kann sich nicht erinnern, dass jemals so ein Charmeur in Tiergestalt im Bernauer Rathaus Zwischenstation gemacht hat: „Zuletzt wurde mal eine Schlange gefunden, die haben wir nicht genommen.“
Mitarbeiter Mäx wird zum WhatsApp-Star
Via WhatsApp teilte Biebl-Daiber die außergewöhnliche Geschichte mit ihren Freunden. „Unser neuer Mitarbeiter! Die Feuerwehr hat heute früh ein Turmfalkenbaby gerettet. Bis es dann einer Falknerin übergeben werden konnte, durfte der Zwerg bei uns im Rathaus in einer ruhigen Ecke sitzen. Alles Gute, kleiner Mäx!“ Gegen 11 Uhr wurde der „Mitarbeiter auf Zeit“ von der Falknerin dann abgeholt, alle im Rathaus waren ein bisschen traurig.
Aber Mäx hat so wenigstens die Chance, sich irgendwann in die Lüfte zu erheben und vielleicht auch das Rathaus Bernau von oben anzuschauen. „Die Falknerin päppelt das Tier auf und wird es dann an die Natur zurückgeben“, sagt der Sprecher der Feuerwehr Bernau. Wie der Vogel auf den Schulhof in Bernau gekommen ist, bleibt unklar. Die Falknerin habe sich vor Ort umgeschaut, aber kein Nest gefunden. Dafür hat „Mäx“ die Herzen eines ganzen Ortes erobert.
