Christkindlmarkt auf dem Chiemsee
Glücksschweine „spenden“ Christbaum für die Fraueninsel: Die abenteuerliche Geschichte einer Reise
Ein riesiger Weihnachtsbaum ist wieder das Wahrzeichen des Christkindlmarkts auf der Fraueninsel. Seine Reise war abenteuerlich: Er stammt aus einem Wald, der Heimat von Waldschweinen ist, und wurde per Lkw und Fähre über den Chiemsee gebracht. Wir waren live dabei.
Fraueninsel – Auf vielen Inseln findet man heute noch Leuchttürme. Sie dienen der Schifffahrt als Orientierungspunkt und weisen den Seefahrern bei Tag und Nacht den Weg. Zudem ist ein Leuchtturm eine symbolische Landmarke und weckt vor allem auch wegen seiner Mystik pure Faszination.
Einen Leuchtturm gibt es auf der Fraueninsel im Chiemsee nicht, aber seit Kurzem wieder einen riesigen Weihnachtsbaum, den man vom Ufer aus in seiner vollen Pracht strahlen sieht. Hat er seinen Weg vom Wald auf die Insel gefunden, sind es nur noch wenige Tage, bis der beliebte Christkindlmarkt auf der Fraueninsel eröffnet wird.
So einzigartig die vielen Geschichten sind, die hinter der Inselweihnacht stecken, ist auch der Weg des diesjährigen Weihnachtsbaumes. Sein Weg führte ihn vom Eberloher Wald über den Chiemsee auf die Fraueninsel.
Ein Baum aus dem Hutewald der Glücksschweine
Bis der „Nadelgigant“ gefällt wurde, gedieh die prächtige Fichte viele Jahre lang auf der mehr als vier Hektar großen Fläche von Dr. Rupert Stäbler. Er spendete den Baum eigens für die Inselweihnacht und leistete damit einen „saustarken Beitrag“. Schließlich ist das riesige Areal mit seinem etwa ein Hektar großen Hutewald auch das Zuhause seiner Waldschweine. Diese historische Nutzungsform geht bis in die europäische Jungsteinzeit zurück. Hutewälder leisten einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung von Flora und Fauna und fördern die Artenvielfalt. Durch die moderne Land- und Forstwirtschaft wurde dies jedoch leider fast vollständig zerstört.
Infos zum Christkindlmarkt 2025 auf der Fraueninsel
Öffnungszeiten: vom 27.11. – 30.11.2025 und 04.12. – 07.12.2025 jeweils Donnerstag 15-20 Uhr, Freitag bis Sonntag 12-20 Uhr
Webseite Christkindlmarkt: www.weihnachtsmarkt-chiemsee.de
Infos und Tickets für Kirchenkonzerte auf Christkindlmarkt Fraueninsel: www.fraueninsel-shop.de
Infos zu Waldschweinen unter: www.waldschwein.com
Für Dr. Stäbler ist es deshalb ein Herzensprojekt, den Menschen deutlich zu machen, wie enorm wichtig artgerechte Tierhaltung ist. Drei Standorte hat der Tierfreund mit seinen Waldschweinen in Bayern: jeweils in Eberloh/Halfing, in Baierbach am Simssee und in Regensburg. Seine Tierhaltung ist beispielhaft, denn hier haben die intelligenten Tiere nicht nur eine riesige Auslauffläche unter freiem Himmel, wo sie sich frei bewegen können, sondern auch Hütten, bestes Futter, jede Menge Rückzugsorte und auch Waldfläche. Ihre Futterstellen sowie das frische Gras bieten die allerbeste Nahrung für die Tiere. So bleibt ihnen viel Stress erspart.
Respekt und Wertschätzung gegenüber den Tieren ist Stäbler enorm wichtig, denn sie sind seit jeher für die Menschen überlebenswichtig. Während in den allermeisten Fällen die Jungtiere sofort nach der Geburt von ihrer Mutter getrennt werden, auf engstem Raum in viel zu engen Boxen gehalten werden, auf Betonboden liegen und bis zu ihrem Tod ein trauriges Dasein fristen, sind die Tiere des Eberloher Landwirts echte Glücksschweine. Bei ihm leben alle Tiere in einer Herde. Die Ferkel werden von ihrer Mutter aufgezogen, was man heutzutage leider kaum noch findet.
Der passionierte Landwirt studierte Agrarwissenschaften an der Technischen Universität und wechselte für seine Doktorarbeit zur Tiermedizin. Er promovierte über das Verhalten der Schweine, publizierte auch wissenschaftliche Beiträge und gilt als absolute Koryphäe auf seinem Gebiet.
Eine anspruchsvolle Reise vom Wald zur Insel
Doch nicht nur sein Herz für Tiere, Umwelt und Natur zeichnet ihn aus, sondern auch sein Engagement für die gute Sache. So spendete er dieses Jahr zwei Bäume für den Christkindlmarkt auf der Fraueninsel: eine etwa fünf Meter hohe Tanne und eine zirka zehn Meter hohe Fichte.
Mitte November wurden diese von der Firma Christian Kerstens aus Amerang mit einem großen Lkw abgeholt. Für Trucker Klaus Huber war dies eine besonders große Herausforderung, die selbst Außenstehende ins Staunen versetzte. Schließlich musste er mit dem riesigen Lkw den schmalen Waldweg entlangfahren und dann die Bäume sicher mit dem Kran auf die Ladefläche hieven.
Mit der weihnachtlichen Fracht ging es schließlich weiter zum Hafen in Gstadt. Von dort aus wurden die Bäume via Autofähre auf die Insel transportiert. Auf der Insel angekommen, kam auch schon der nächste Mammutakt: die riesige Fichte aufzustellen. Auch das war nur mit Kran und vielen helfenden Händen möglich. Nach etwa zweieinhalb Stunden stand die Fichte endlich sicher in ihrer Verankerung.
Ein Herzstück mit besonderer Geschichte
In den kommenden Tagen erhält sie ihre Lichterkette, um pünktlich zur Eröffnung am Donnerstag, 27. November, zu erstrahlen. Der Weihnachtsbaum ist auch für Veranstalter Emanuel Von Oy ein Herzstück. Er brachte nicht nur 2024 den Christkindlmarkt in neuem Glanz auf die Insel, sondern auch den Weihnachtsbaum, denn diesen gab es zuvor nicht.
Dieser hat seinen ganz besonderen Platz und auch der zweite Baum der Waldschweine wird die Besucher begeistern. Aktuell arbeiten die kleinen fleißigen Helferlein des Kindergartens St. Johannes in Gstadt an dem wunderschönen Weihnachtsbaumschmuck für die Tanne. Diesen dürfen sie in den kommenden Tagen dann selbst mit tatkräftiger Unterstützung schmücken.
Kinder und Tiere sind auch Veranstalter Emanuel Von Oy und seinem Team eine große Herzenssache. Das wird auch wieder deutlich, denn die Inselweihnacht ist für Jung und Alt garantiert etwas ganz Besonderes, so wie die Weihnachtsbäume, hinter denen schöne Geschichten stecken.





