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Unfallschwerpunkt bei Bruckmühl

Gefährliche Kreuzung an der Staatsstraße 2078: Diese drei Lösungs-Varianten wurden jetzt vorgestellt

Der dreiarmige Knotenpunkt Staatsstraße 2078 und Kreisstraße RO8 weist in der Unfallhäufungskarte signifikante Werte aus. Ursächlich hierfür sind Vorfahrts-Missachtungen und ein hoher Ausbiegedruck im Verkehr.
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Der dreiarmige Knotenpunkt Staatsstraße 2078 und Kreisstraße RO8 weist in der Unfallhäufungskarte signifikante Werte aus. Ursächlich hierfür sind Vorfahrts-Missachtungen und ein hoher Ausbiegedruck im Verkehr.

Die Kreuzung der Staatsstraße 2078 und Kreisstraße RO8 ist gefährlich. Jetzt soll der Unfallschwerpunkt bei Bruckmühl entschärft werden. Drei Lösungsvarianten wurden vorgestellt. Geht bei dem Thema jetzt endlich etwas voran?

Bruckmühl – Unter der Überschrift „Unfallschwerpunkt Staatsstraße 2078“ schrieben die OVB-Heimatzeitungen im Februar: „Das Thema erhitzt die Gemüter. Immer wieder kracht es auf der Staatsstraße 2078 bei Bruckmühl und viele Bürger wünschen sich mehr Sicherheit. Sowohl durch eine vorsichtigere Fahrweise der Verkehrsteilnehmer als auch durch weitere behördliche Maßnahmen.“

Gerade wegen der jüngsten, teils schweren Unfälle – auch mit einem tödlichen Ausgang – beim Abzweig von der Staatsstraße (St) 2078 in die Kreisstraße RO 8 nach Bruckmühl, hat bei der Gemeindeverwaltung als auch beim Bruckmühler Marktgemeinderat eine deutliche Minderung des hohen Gefährdungspotenzials oberste Priorität. „Je schneller hier gehandelt wird, um so besser. Jeder Unfall der nicht passiert, ist der Beste“, so Bürgermeister Richard Richter, CSU/PW.

Ergebnisse der Untersuchung

In dem Zusammenhang stellte Alexander Eisner vom Staatlichen Bauamt Rosenheim, Fachbereich Straßenbau, dem Kommunalplenum die jüngsten Untersuchungs-Ergebnisse für diesen neuralgischen drei-armigen Knotenpunkt mit Vorfahrtsbeschilderung vor.

So weist das in Auftrag gegebene Verkehrsgutachten auf der St 2078 im Bereich von Bruckmühl von 14 000 bis 16 000 Fahrzeugen (davon sechs Prozent Lkw) in 24 Stunden ein bayernweit hohes Aufkommen aus. Dazu kommen im gleichen Zeitraum noch einmal 6000 auf dem südlichen Abzweig Richtung Ortsmitte Bruckmühl hinzu. Auch zeigt die Unfallhäufungskarte in diesem Bereich signifikante Werte. Ursächlich hierfür sind laut Eisner Vorfahrts-Missachtungen und ein hoher Ausbiegedruck im Verkehrsgeschehen.

Nach den grundsätzlichen Aussagen ging der Verkehrs-Fachmann auf das Pro und Contra der daraus resultierenden drei finalen Lösungsmöglichkeiten ein. „Alle drei Varianten können zu einer erhöhten Verkehrssicherheit beitragen.

Variante 1: Eine Lichtzeichenanlage (Ampel) besitzt durch eine individuelle zeitliche Steuerungsmöglichkeit mit Kameras und Induktionsschleifen eine hohe Verkehrsqualität. Geringer Eingriff ins Landschaftsbild. Das Baufenster beläuft sich nach vorsichtiger Schätzung auf zwei Monate. Kosten: circa 500 000 Euro.

Variante 2: Eine höhenfreie Lösung mit einer sogenannten „linksliegenden Trompete“. Die Kreisstraße RO 8 würde dabei von Süden aus kommend unter der St 2078 hindurch in einem Linksschwenk weiter Richtung Feldkirchen geführt werden). Benötigter Grunderwerb 11 000 Quadratmeter. Knackpunkte: Die Frage der Kostenbeteiligung durch den Landkreis, längerer Verwaltungs- und Verfahrenswege, der Zeitansatz von der Planung bis zur Fertigstellung liegt nicht unter fünf Jahre, die reine Bauzeit beläuft sich auf mindestens zwölf Monate. Kosten: circa 3,5 Millionen Euro.

Variante 3: Ein Kreisverkehr (Durchmesser 40 Meter) hätte eine größere Akzeptanz bei der Bevölkerung und könnte in einem Baufenster von sechs Monaten mit kleinen temporären Behelfsumfahrungen umgesetzt werden. Dafür müssen aber notwendige Grundstücksverhandlungen für 600 Quadratmeter geführt werden. Kosten: circa eine Million Euro.

Den Räten gefiel mehrheitlich eine höhenfreie Lösung mit einer sogenannten linksliegenden Trompete. Die Kreisstraße RO8 würde dabei von Süden aus kommend unter der St2078 hindurch in einem Linksschwenk weiter Richtung Feldkirchen geführt werden.

Für Grünen-Rat Stefan Mager war „alles, was kommt, besser als der jetzige Zustand“. Auf die kritischen Nachfragen von Fraktionskollege Wolfgang Huber, gab Eisner folgende Antworten: Bei der Varianten-Entscheidung habe die Marktgemeinde grundsätzlich kein Mitspracherecht, auf den Markt Bruckmühl komme wegen der Kreis- und Staatsstraßen-Einstufung keine Kostenbeteiligungen zu, mit einer Variantenentscheidung samt dazugehöriger Detail-Präsentation könne in den Sommermonaten gerechnet werden.

Mit letzterer Aussage zeigte sich Hubert Maier zufrieden. Der CSU/PW-Rat favorisierte eine höhengleiche Lösung. Fraktionskollegin Anna Wallner zeigte sich erfreut, „dass jetzt endlich etwas passiert“. In dem Zusammenhang monierte sie aber die unterschiedlichen und eng getakteten Geschwindigkeitsbegrenzungen auf der StSt 2078 vom „Kirchdorfer Berg“ bis nach Heufeld von 60, 70 und 80 Kilometer. „Da kennt sich doch kein Autofahrer mehr aus“, so die CSU/PW-Rätin.

Konstruktive Unterstützung

Für Georg Pritzl (OLB) war die Sache klar: „Wir brauchen eine zeitgemäße Lösung, die dem Verkehrsaufkommen entspricht, in die Zukunft gerichtet ist, einen Fortschritt und keine Behinderung bringt.“

Ohne weiteren Beratungsbedarf nahm das Kommunalplenum die Ausführungen zur Kenntnis und versprach dem Planer konstruktive Unterstützung bei allen weiteren Maßnahmen und Entscheidungen auch im engen Schulterschluss mit der Gemeindeverwaltung.

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