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Tausende Besucher sorgten beim Musikfestival „Swinging Prien“ für einen neuen Besucherrekord. Sie erlebten ein voll gepacktes Rahmenprogramm. Was die Besonderheiten waren.
von Anita Berger
Prien – Keine Autos im Priener Ortszentrum, dafür Tausende von Menschen, von überall her ertönt Live-Musik, der Duft von Bratwurst, Pommes und Pizza liegt in der Luft. „Music is back in Town“ und wie! Das Priener Musikfestival hatte am vergangenen Wochenende wieder zahlreiche musikbegeisterte Besucher in den Ortskern gelockt. Und Petrus muss auch ein Herz für Soul, Swing, Jazz, Funk, Blues und Rock haben, den dieses Jahr bescherte er der Veranstaltung zumindest bis Sonntagmittag ein Traumwetter.
Mehrere hundert Besucher, gefühlt so viele wie noch nie, waren schon am Freitag zum Eröffnungskonzert-Abend in den kleinen Kurpark gekommen. Waren anfangs die Schattenplätze und die Plätze am Wasser am Kneippbecken besonders begehrt, füllte sich im Lauf des Abends der ganze Park mit Menschen. Den musikalischen Auftakt übernahm dann pünktlich um 19.30 Uhr wie schon letztes Jahr die zwölfköpfige Blues-Blosn aus Rosenheim. Zu Beginn widmeten die Musiker „Mustang Sally“, ein Stück aus dem Repertoire beider Bands, ihrem in diesem Jahr verstorbenen Musikerfreund Ulli Nathen-Berger, der in den Vorjahren mit der Priener Band „Blues4Use“ noch das Festival eröffnet hatte.
Dass die Blues-Blosn ihr Publikum mit fetzigem Groove und Spaß auf der Bühne ebenso begeistern kann, zeigte sich schnell. Soul- und Bluesstücke, etwa von den Blues Brothers gehörten ebenso zum Programm wie Kult-Oldies oder ein Ausflug in den Pop mit Abba. So war für jeden etwas dabei und es dauerte nicht lange, bis es bei Songs wie „Son of a Preacher Man“, „Celebation“ oder Joe Cockers „You Can Leave Your Hat On“ immer weniger Zuhörer auf den Sitzen hielt und sich die Tanzfläche vor der Bühne zusehends füllte.
Zum Mitanzen aniemieren
Zur Stärkung gab es Getränke und ein buntes Speiseangebot. Letzteres erhöhte sich noch am folgenden Samstag. Neben den Priener Wirten sorgte eine Reihe von Foodtrucks für ein vielfältiges kulinarisches Schmankerl am Marktplatz, im Kurpark und in der Bernauer Straße. Ebenso vielfältig war das Angebot an Musik in verschiedenen Stilrichtungen. 18 Bands auf fünf Bühnen verwandelten den Ort von 14 bis 23 Uhr in eine riesige Freilichtbühne. Zwei Bühnen werden dabei von der Familie Neuer und dem Piraten-Pub betrieben. In seiner Eröffnungsrede dankte Bürgermeister Andreas Friedrich beiden für ihr Engagement, vor allem Benjamin Müller für sein Programm für Kinder mit Hüpfburg und der Kinderlieder-Rockband Schlawindl, die die kleinsten Festival-Besucher zum Mittanzen animieren konnte.
Swinging Prien bricht Rekord: Die besten Fotos von der Musik-Party
Außerdem kamen hier am Wendelsteinplatz die Freunde von Hip-Hop, Rock und Indie-Rock auf ihre Kosten. Rock gab es auch in der Bahnhofstraße mit der jungen Band Hormonicers, ebenso afrikanische Musik mit Ibou Kalaama. Das erste Mal war die Jazz und Bluesmusikerin Jasmin Bayer mit Ihrer Band vertreten, während die Hot-Stuff-Jazz-Band schon fast zum Inventar von „Swinging Prien“ gehört. Ebenso die SwingINN BigBand Rosenheim, vor dem Cafe Nova.
Davor hatte schon die Jugend-BigBand der Stadtkapelle Rosenheim soviel Publikum unter anderem mit Thriller von Michael Jackson angezogen, dass den Wirten fast das Bier ausgegangen wäre. Premiere hatte das extra zu „Swinging Prien“ zusammengestellte mobile Jazz-Orchester „Chiemsee Syncopaters“. Mit einer schwungvollen Mischung aus New Orleans Old Time Jazz, traditionellem Dixieland, Swing und Blues waren sie gefolgt von zahlreichen Passanten durch die Straßen von Prien von einer zur anderen Bühne marschiert.
Getanzt, dass der Staub hoch ging
Getanzt, dass der Staub hoch ging, wurde den ganzen Tag an der Bühne im Kurpark. Hier annimierte die Soulfood mit Oldies wie „Jolene“ von Dolly Parton oder „Hello“ von Lionel Ritchie zum Mitsingen, danach war Rock‘n‘ Roll der 50er mit Tom & the Krauts angesagt. Einige Tänzer hatten sich als Tanzboden sogar extra Linoleum-Meterware auf dem durch die Trockenheit staubigen Kiesboden vor der Bühne mitgenommen. Dass der Türkische Marsch von Wolfgng Amadeus Mozart als Boogie interpretiert werden kann, zeigte Michael Alf am Piano mit seinem Trio.
Den Abschluss machten hier „The Roaring Zucchinis“ mit ihrem italienischen Charme und das Publikum erklatschte sich als Zugabe noch „Gigolo“ und „Buonasera Signorina“. Direkt am Marktplatz hatte aufgrund des Badewetters die AlpenGroove Big Band leider noch wenig Zuschauer, aber wie auf allen anderen Bühnen füllten sich auch vor der Hauptbühne die Bänke immer mehr und die Band Cream Cake heizte den Zuhörern mit ihren Soul-, Funk- und Crossoverstücken noch zusätzlich ein. Chris B. bot Jazz und Boogie-Woogie vom Feinsten. Mit einer der musikalischer Höhepunkt waren für viele die „Sugar Souls“ mit ihrem Groove, den beiden Sängerinnen und präzisem Bläsersatz. Dicht gedrängt vor der Bühne feierte das Publikum Songs wie Valerie, Hit the Road Jack, Papa was a Rolling Stone, bei Rollin‘ on the River wurde lautstark mitgesungen und für die Choreografie zu Michael Jacksons „Billie Jean“ gab es Sonderapplaus.
Tagsüber waren als optische Schmankerl bunte Stelzengänger im Ort unterwegs, im Kurpark konnte die Leuchtjonglage mit Florentin bestaunt werden. Und wer jetzt noch nicht genug gesehen und gehört hatte, konnte zum Abschluss des Samstagabends noch die Feuershow von Markus Königseder am Wendelsteinplatz genießen.
Den Abschluss des Festivals bildete ein Frühschoppen mit der Red Button Bigband, davor traditionsgemäß eine kurze ökumenische Andacht, diesmal mit Diakon Michael Lebere und Malte Ruland. Bevor die Radrennen des RfV Prien gestartet wurden, zeigte sich Bürgermeister Andreas Friedrich noch sehr zufrieden über die gelungene Veranstaltung, mit der Prien trotz zahlreicher Parallelveranstaltungen einen neuen Besucher-Rekord bei seinem Musik- und Foodfestival aufgestellt hat.