Sperrung in Bad Feilnbach
Wenn idyllischer Bach zum tosenden Ungeheuer wird: Wanderweg im Jenbachtal bleibt geschlossen
Seit gut zwei Jahren ist der Abschnitt im oberen Jenbachtal zwischen Geschiebesortiersperre und Jenbachsteig aufgrund von Geländeverschiebungen für Wanderer und Radfahrer gesperrt. Der Wirtschafts-, Kur- und Tourismusausschuss von Bad Feilnbach diskutierte kürzlich alternative Wegeführungen, um die Attraktion für Besucher zu erhalten.
Bad Feilnbach – Eine Wanderung oder Radltour entlang des Jenbachs vom „Unteren“ bis zum „Oberen“ Jenbachtal schätzen viele Ausflügler und Naturliebhaber als besonders herrliches Erlebnis. Vor allem sein angenehmes Rauschen über Kaskaden, die den Jenbach, abgeleitet von „jäher Bach“, zähmen, seine Wasserfälle und Gumpen sowie die unberührte Biotoplandschaft wirken beruhigend auf Seele und Geist.
Naturgewalten und ihre Folgen
Er kann aber auch ein wirscher Geselle und Nachbar mit Sturzbachgehabe nach übermäßig starken und anhaltenden Regenfällen sein, wie geschichtliche Aufzeichnungen ihn schon früher beschrieben. Auch witterungsbedingte Großereignisse der vergangenen beiden Jahre verwandelten den sanften „Rauscher“ in ein tosendes Ungeheuer, das gravierende Spuren hinterließ.
Sperrung und Sicherheitsmaßnahmen
Seit gut zwei Jahren und bis auf Weiteres ist der Abschnitt im oberen Jenbachtal zwischen Geschiebesortiersperre, Brechries und Jenbachsteig für Wanderer und Radltouristen auf Anordnung des Wasserwirtschaftsamtes Rosenheim gänzlich gesperrt. Mit dem Thema „Jenbachsteig und Wasserfallweg“ befasste sich Bad Feilnbachs Wirtschafts-, Kur- und Tourismusausschuss in seiner jüngsten Sitzung. Wie Bürgermeister Max Singer den Tagesordnungspunkt einleitete, werden ständige Gespräche mit dem Wasserwirtschaftsamt Rosenheim zur Situation im betroffenen Abschnitt geführt. Untersucht und beobachtet werden Geländeverschiebungen im Bereich Brechries. Die Anordnung der Sperre mit Verweis auf Lebensgefahr bleibt bis auf Weiteres aufrecht.
Alternative Routen und Planungen
Nach Ansicht von Ausschussmitglied Peter Menhofer (ÜW) sei der Weg eine Attraktion für Gäste, Einheimische und die Gemeinde allgemein. Wichtig sei der Erhalt eines Weges vom „Unteren“ ins „Obere“ Jenbachtal mit den Zielen Wirtsalm, Schuhbräualm oder Wendelstein. Denkbar wäre eine alternative Wegführung, die Fußgänger und Radfahrer gemeinsam nutzen könnten, wie weitere Mitglieder des Ausschusses anregten.
Allerdings bedürfe es eines Planes unter Berücksichtigung von Topografie und Eigentümer. Momentan sei das Obere Jenbachtal über die Straße erreichbar, die allerdings ein Gefahrenpotenzial infolge fließenden Verkehrs darstelle. Das Gremium entschied sich einstimmig für eine alternative Wegführung mit baldiger Herstellung des Jenbachsteigs.
