Abschied vom Ehrenbürger
Trauer um Hans-Jürgen Monden: „Er hat Bad Feilnbach menschlicher gemacht“
Bad Feilnbach trauert um Hans-Jürgen Monden, der im Alter von 81 Jahren starb. Mit ihm verliert die Gemeinde nicht nur einen Ehrenbürger, sondern auch einen Macher, einen Visionär und einen überaus beliebten Menschen.
Bad Feilnbach – „Hans-Jürgen Monden war ein Gärtner, der gute Ideen pflanzte und reiche Ernte zum Wohle der Allgemeinheit hervorbrachte. So bezeichnete Dr. Gereon Schmitz, Vorsitzender des Vereins „Pflege und Betreuung Bad Feilnbach“, seinen Vorgänger und Ehrenvorsitzenden der einstigen „Ökumenischen Nachbarschaftshilfe Bad Feilnbach“, der – für viele unfassbar – im Alter von 81. Jahren verstarb.
Er hat viel bewegt und bewirkt
Um einen richtungsweisenden und besonderen Menschen, der viel bewegte und bewirkte, trauern Ehefrau Ute, Tochter Cordula und Sohn Tobi mit ihren Familien, die beiden Enkelkinder, weitere Angehörige, Freunde und Weggefährten.
Zeugnis von Betroffenheit, Schmerz und Trauer bekundeten beim gemeinsamen Abschied Vorstandschaft und das gesamte Team von der „Pflege und Betreuung Bad Feilnbach“, der Gründer der ehemaligen „Ökumenischen Nachbarschaftshilfe“ und frühere Bürgermeister Anton Wallner, die beiden Bürgermeister Max Singer und Sepp Rauscher, Gemeinderäte und zahlreiche Bad Feilnbacher Bürger. Das Requiem umrahmten würdevoll Manfred Bacher und Annelen Kolb zusammen mit dem vereinseigenen Seniorenchor.
Das war sein Kebensweg
Hans-Jürgen Monden erblickte am 27. Februar 1944 im oberschlesischen Beuthen, heute Bytom in Polen, das Licht der Welt. Sein Vater ließ im Krieg sein Leben. In Holzminden aufwachsend lernte der Bub sehr früh, Verantwortung zu übernehmen. Nach der Schule studierte er Wasserbau, was für ihn – verbunden mit Auslandseinsätzen – nicht nur Beruf, sondern Berufung im Unternehmen „Dorsch Consult“bedeutete.
Stützende Säule war Ehefrau Ute, die er 1970 heiratete und die ihm in allen Phasen seines Wirkens den Rücken frei hielt. Segensreicher Glücksfall, wie Pfarrer Ernst Kögler in seiner Predigt hervorhob, war für die junge Familie 1977 der Haltepunkt „Bad Feilnbach“. Die Pfarrei Herz Jesu habe für Hans-Jürgen Monden einen wichtiger Mittelpunkt bedeutet, wo er prägende Spuren als anfangs einfaches Mitglied im Pfarrgemeinderat und später auch als Vorsitzender hinterließ.
Er unterstützte Klaus Wimmer im Arbeitskreis „Mission-Entwicklung-Frieden“ im Projekt „El Fortin Libertat“ für eine Gemeinde in Bolivien. Er organisierte Zeltlager der KLJB und unternahm Radtouren mit Jugendlichen, betätigte sich als Lektor und initiierte Spendenaktionen.
Die Nachbarschaftshilfe als Herzensangelegenheit
Herzensangelegenheit war für Monden die Ökumenische Nachbarschaftshilfe, an deren Aufbau er über 20 Jahre beteiligt war und die gleichermaßen ein Lebenswerk mit unermesslicher Größe bedeutete. 2007 wurde er zum ersten Vorsitzenden gewählt und bekleidete sein verantwortungsvolles Amt bis 2024, das er als „Gmaade Wiese“ an seinen Nachfolger Dr. Gereon Schmitz übergab. Große Stütze waren stets engagierte Mitglieder in der Vorstandschaft sowie ein beherztes Team in der Verwaltung und in allen wichtigen Bereichen der Pflege und Betreuung mit den Angeboten „Ambulanten Pflege“, Tagespflege, Unterstützung im häuslichen Umfeld sowie Mittags- und Hausaufgabenbetreuung. Zu wichtigen Bestandteilen im Sinne von Ehrenamt gehören Verteildienst für die Aiblinger Tafel oder das Seniorensingen.
„Ein Glücksfall für die Gemeinde“
Der ehemalige Bürgermeister Anton Wallner bezeichnete in seiner Laudation seinen Freund und geistigen Mitstreiter Monden, der in der Öffentlichkeit nicht im Vordergrund stehen wollte, als Glücksfall für die Ökumenische Nachbarschaftshilfe und für die Gemeinde. Für Bürgermeister Max Singer war Hans-Jürgen Monden, der 2019 zum Ehrenbürger der Gemeinde ernannt wurde, ein Vorbild und Visionär, dessen Wissen, Wirken und Strukturen weiterleben mögen. Monden, so Max Singer, habe Bad Feilnbach menschlicher gemacht.
