Inzidenzen übersteigen teils den Wert von 700
Welche Gemeinden von den Corona-Ausbrüchen im BGL jetzt besonders betroffen sind
Das Berchtesgadener Land ist inzwischen einsamer Spitzenreiter in Deutschland, was die Neuinfektionen mit dem Coronavirus betrifft - in welchen Orten die Zahlen am deutlichsten steigen, wo die Inzidenz am höchsten ist und welche drei Gemeinden einen Rückgang verzeichnen können, zeigt unsere Analyse.
Berchtesgadener Land - Das Infektionsgeschehen mit dem Coronavirus hat sich im Laufe der vergangenen Wochen im Berchtesgadener Land so sehr verschärft, dass der Landkreis inzwischen mit Abstand auf Platz 1 bei der Sieben-Tage-Inzidenz in ganz Deutschland liegt. Bei 354 liegt der Wert am Montag (18. Oktober). Die Lage ist von Ort zu Ort aber recht unterschiedlich: In Anger gab es während der jüngsten sieben Tage 32 Neuinfektionen, die Inzidenz liegt dort also bei 706. Die Kommunen im Talkessel liegen mit ihren Sieben-Tage-Inzidenzen dagegen durchweg unter dem Landkreis-Schnitt.
Vor allem Bad Reichenhalls Nachbargemeinden derzeit stark betroffen
Hinter Anger gibt es schließlich eine Reihe von Gemeinden mit Sieben-Tage-Inzidenzen um die 600. In Schneizlreuth liegt der Wert bei 604 (acht Neuinfektionen), in Teisendorf bei 599 (56 Neuinfektionen), in Bayerisch Gmain beträgt die Inzidenz 583 (189 Neuinfektionen) und in Piding 569 (31 Neuinfektionen). Vor allem in Bayerisch Gmain und Piding sind die Anstiege im Vergleich zur Vorwoche besonders hoch. Auch Bad Reichenhall fällt diese Woche auf: Seit Beginn der vierten „Welle“ schien das Infektionsgeschehen dort nie sonderlich problematisch, doch nun hat sich die Inzidenz auf 432 mehr als verdoppelt. 80 neue Corona-Fälle wurden dort im Laufe der vorigen Woche bekannt.
Orte ohne Corona-Fälle, wie es längere Zeit in Marktschellenberg oder der Ramsau der Fall war, gibt es seit Ende September nicht mehr im Berchtesgadener Land. Aber alle Orte im Talkessel liegen mit ihren Inzidenzen unter dem Landkreis-Schnitt. Drei Gemeinden konnten ihren Wert im Vergleich zur vorigen Woche auch senken: Ainring, Freilassing und Schneizlreuth. In Marktschellenberg ist die Inzidenz zumindest nicht gestiegen, man bewegt sich auf dem gleichen Niveau. Zehn der 15 Kommunen im Berchtesgadener Land müssen diese Woche die höchste Inzidenz seit Beginn der vierten „Corona-Welle“ vermelden.
180 Corona-Fälle in Schulen und Kindergärten
Die Zahl in einer Kommune lässt aber keinen generellen Rückschluss auf die Ansteckungsgefahr vor Ort zu. Denn die Zahl sagt nichts darüber aus, wo sich eine Person mit dem Virus infiziert hat - ob im Gemeindegebiet oder nicht. Zudem sagen die Zahlen nichts über den Zusammenhang einer Ansteckung aus, also ob sich mehrere Personen beispielsweise unabhängig voneinander infiziert haben oder ob sich mehrere Personen innerhalb einer Familie infiziert haben.
Aktuell gibt es 490 aktive Covid-19-Fälle im Landkreis, 121 mehr als in der Vorwoche. Zusätzlich zu ihnen befinden sich 339 direkte Kontaktpersonen in Quarantäne. Etwa 36 Prozent der neuen Fälle gehen auf die Delta-Variante des Coronavirus zurück. Besonders betroffen waren zuletzt die Zehn- bis 30-Jährigen. Allein in Schulen und Kindergärten wurden zuletzt 180 Corona-Fälle gezählt. Von den Neuinfizierten der vorigen Woche war rund jeder Fünfte vollständig geimpft. In den Kliniken im Berchtesgadener Land sind derzeit zwei Covid-19-Patienten auf einer Intensivstation untergebracht, beide haben keinen Impfschutz.
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